Missionare und Institute ad gentes
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Unter den Arbeitern in der Missionspastoral nehmen - wie in der Vergangenheit -
immer noch jene Menschen und Institutionen einen Platz von grundlegender
Bedeutung ein, denen das Dekret Ad gentes ein besonderes Kapitel mit dem
Titel »Die Missionare« widmet.128 Diesbezüglich drängt sich eine
gründliche Reflexion auf, die vor allem die Missionare selbst betrifft. Sie
könnten durch die Veränderungen in den Missionen dazu verleitet sein, den Sinn
ihrer eigenen Berufung nicht mehr zu verstehen und nicht mehr zu wissen, was
die Kirche heute von ihnen eigentlich erwartet.
Bezugspunkt
sind jene Worte des Konzils: »Obwohl jedem Jünger Christi die Pflicht obliegt,
nach seinem Teil den Glauben auszusäen, beruft Christus der Herr aus der Schar
der Jünger immer wieder solche, die er selbst will, damit sie bei ihm seien und
er sie zur Verkündigung bei den Völkern aussende. Deshalb regt er durch den
Heiligen Geist, der seine Gnadengaben, wie er will, zum allgemeinen Nutzen
austeilt, im Herzen einzelner die Berufung zum Missionar an und erweckt
gleichzeitig im Herzen der Kirche Institute, welche die Pflicht der
Verkündigung des Evangeliums, die der gesamten Kirche obliegt, auf sich
nehmen«.129
Es handelt sich
also um eine »besondere Berufung«, die nach dem Beispiel der Apostel geformt
ist. Sie zeigt sich in der Ganzheit des Einsatzes für den Dienst der
Evangelisierung: es ist ein Einsatz, der die ganze Person und das Leben des
Missionars einbezieht und von ihm eine grenzenlose Hingabe der Kräfte und der
Zeit verlangt. Die mit einer solchen Berufung beschenkt sind, »gehen, von der
rechtmäßigen Autorität gesandt, in gläubigem Gehorsam zu jenen, die fern von
Christus sind, und sie widmen sich ausschließlich dem Werk, das sie als Diener
des Evangeliums übernommen haben«.130 Die Missionare sollen stets
darüber nachdenken, wie sie der ihnen geschenkten Gabe entsprechen können und
ihre theologische und apostolische Weiterbildung pflegen.
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Weiters müssen die Missions-Institute alle notwendigen Hilfsquellen nützen,
indem sie ihre Erfahrung und Kreativität in Treue zu ihrem ursprünglichen
Charisma zur Entfaltung bringen, um die Kandidaten angemessen vorzubereiten und
sicherzustellen, daß ihre Mitglieder ihre geistlichen, moralischen und physischen
Energien erneuern.131 Sie sollen sich als lebendiger Teil der
kirchlichen Gemeinschaft fühlen und mit ihr geeint arbeiten. Denn, »jedes
Institut ist für die Kirche geboren und dazu angehalten, diese mit seinen
eigenen Merkmalen, entsprechend einem besonderen Geist und einer besonderen
Sendung zu bereichern«. Über diese Treue zum ursprünglichen Charisma haben die
Bischöfe selbst zu wachen.132
Die
Missions-Institute sind im allgemeinen aus den Kirchen mit alter Tradition
hervorgegangen und sind - historisch betrachtet - Werkzeuge der Kongregation Propaganda
Fide zur Ausbreitung des Glaubens und zur Gründung neuer Kirchen gewesen.
Sie nehmen heute in steigender Zahl Kandidaten aus den jungen Kirchen auf, die
sie selber gegründet haben, während neue Institute gerade in den Ländern
entstanden sind, die früher nur Missionare erhalten haben, heute aber solche
aussenden. Diese doppelte Tendenz ist zu begrüßen. Sie erweist die Gültigkeit
und die Aktualität der spezifischen Berufung zur Mission dieser Institute, die
noch immer »absolut notwendig« sind:133 nicht nur wegen des
missionarischen Wirkens ad gentes aus ihrer Tradition heraus, sondern
auch wegen der Belebung der Mission sowohl in den Kirchen des alten
Christentums als auch in jenen viel jüngeren.
Die besondere
Berufung der Missionare auf Lebenszeit behält ihre volle Gültigkeit: Sie
verkörpert das Beispiel des missionarischen Einsatzes der Kirche, die immer auf
die radikale und ganzheitliche Hingabe angewiesen ist, auf neue und kühne Impulse.
Die Missionare und die Missionarinnen, die ihr ganzes Leben dem Zeugnis des
Auferstandenen unter den Völkern geweiht haben, sollen sich deshalb nicht von
Zweifeln, von Unverständnis, Zurückweisung und Verfolgung einschüchtern lassen.
Sie sollen die Gnade ihres besonderen Charismas wachrufen und ihren Weg mit Mut
wieder aufnehmen, in dem sie die niedrigsten und schwierigsten Posten im Geist
des Glaubens, des Gehorsams und in Gemeinschaft mit den eigenen Hirten
bevorzugen.
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