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Ioannes Paulus PP. II
Redemptoris missio

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  • KAPITEL VII DIE ZUSAMMENARBEIT IN DER MISSIONSTÄTIGKEIT
    • Neue Formen missionarischer Zusammenarbeit
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Neue Formen missionarischer Zusammenarbeit

82. Die Zusammenarbeit wird heute um neue Formen erweitert, die nicht nur die wirtschaftliche Unterstützung, sondern auch die direkte Teilnahme einschließen. Neue Situationen in Verbindung mit der Tatsache der großen Mobilität erfordern von den Christen einen echten Missionsgeist.

Der internationale Tourismus ist inzwischen ein Massenphänomen. Er ist ein positives Faktum gegenseitiger kultureller Bereicherung, wenn er mit Rücksichtnahme praktiziert wird. Man vermeide Prahlerei und Verschwendung und suche menschlichen Kontakt. Von den Christen wird vor allem das Bewußtsein gefordert, immer Zeugen des Glaubens und der Liebe Christi zu sein. Auch die unmittelbare Kenntnis des Missionslebens und neuer christlicher Gemeinden kann die Erfahrung bereichern und den Glauben stärken. Besuche in den Missionen, vor allem durch Jugendliche, die für einen Dienst dorthin gehen und um eine tiefe Erfahrung christlichen Lebens zu machen, sind lobenswert.

Berufliche Gründe bringen heute zahlreiche Christen junger Gemeinden in Gebiete, wo das Christentum unbekannt und manchmal verbannt und verfolgt ist. Dasselbe erleben Gläubige aus Ländern mit alter christlicher Tradition, die zeitweilig in nichtchristlichen Ländern arbeiten. Diese Umstände bieten gewiß eine Gelegenheit, den Glauben zu leben und zu bezeugen. In den ersten Jahrhunderten hat sich das Christentum vor allem deshalb ausgebreitet, weil die Christen auf ihren Reisen oder in ihren Niederlassungen in anderen Regionen, wo Christus noch nicht verkündigt worden war, ihren Glauben mutig bezeugten und dort die ersten Gemeinden gründeten.

Immer zahlreicher sind die Bürger aus Missionsländern und die Angehörigen nichtchristlicher Religionen, die sich aus Gründen des Studiums und der Arbeit, oder durch schwierige politische oder wirtschaftliche Verhältnisse in deren Herkunftsorten gezwungen, in anderen Nationen niederlassen. Die Anwesenheit dieser Bürger in den Ländern der alten Christenheit ist für die kirchlichen Gemeinden eine Herausforderung und drängt sie zu deren Aufnahme, zum Dialog, zum Dienst, zum Zusammenleben, zum Zeugnis und zur direkten Verkündigung. Tatsächlich bilden sich auch in den christlichen Ländern humanitäre und kulturelle Gruppen, die zu einer Mission ad gentes aufrufen. Die Ortskirchen sollten sich auch mit Hilfe von Leuten, die aus den Ländern der Immigranten kommen, und mit zurückgekehrten Missionaren mit Großmut und Offenheit um diese Situationen kümmern.

Die Zusammenarbeit kann ebenso das Engagement der Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Presse umfassen, darüberhinaus Experten der verschiedenen internationalen Organisationen. Es wird in der modernen Welt immer schwieriger, geographische oder kulturelle Grenzen abzustecken: es gibt eine wachsende gegenseitige Abhängigkeit zwischen den Völkern, und das fordert zum christlichen Zeugnis und zur Evangelisierung heraus.




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