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Ioannes Paulus PP. II
Redemptoris missio

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  • KAPITEL VII DIE ZUSAMMENARBEIT IN DER MISSIONSTÄTIGKEIT
    • Der Mission nicht nur geben, sondern auch von ihr empfangen
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Der Mission nicht nur geben, sondern auch von ihr empfangen

85. An der Mission mitwirken, heißt fähig zu sein, nicht nur zu geben, sondern auch zu empfangen. Alle Teilkirchen, junge wie alte, sind aufgerufen, für die Weltmission zu geben und zu empfangen, und keine darf sich in sich selbst verschließen. Doch »kraft der Katholizität - sagt das Konzil - bringen die einzelnen Teile ihre eigenen Gaben den übrigen Teilen und der ganzen Kirche hinzu, so daß das Ganze und die einzelnen Teile zunehmen aus allen, die Gemeinschaft miteinander halten und zur Fülle in Einheit zusammenwirken... Daher bestehen schließlich zwischen den verschiedenen Teilen der Kirche die Bande einer innigen Gemeinschaft der geistigen Güter, der apostolischen Arbeiter und der zeitlichen Hilfsmittel«.171

Ich fordere alle Kirchen und die Bischöfe, Priester, Ordensleute und Gläubigen dazu auf, sich der Universalität der Kirche zu öffnen, indem sie jede Form von Partikularismus, Exklusivität oder Selbstgenügsamkeitsgefühl vermeiden. Auch wenn die Ortskirchen in ihrem Volk und ihrer Kultur verwurzelt sind, müssen sie dennoch konkret an dieser universalistischen Bedeutung des Glaubens festhalten, und zwar dadurch, daß sie geistliche Gaben, pastorale Erfahrungen mit Erstverkündigung und Evangelisierung, apostolisches Personal und materielle Hilfsmittel an die anderen Kirchen weitergeben bzw. von diesen empfangen.

Die Neigung, sich zu verschließen, kann in der Tat stark sein: Die alten Kirchen, die sich um die Neuevangelisierung bemühen, sind der Meinung, nunmehr Mission daheim betreiben zu sollen, und laufen Gefahr, dadurch, daß sie den Missionsinstituten, den Ordenskongregationen und den anderen Kirchen nur widerwillig die Berufe zugestehen, den Elan im Hinblick auf die nichtchristliche Welt zu bremsen. Aber wenn wir freigebig von dem Unseren geben, werden wir empfangen, und schon heute sind die jungen Kirchen, von denen viele eine wunderbare Blüte an Berufungen erleben, in der Lage, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen in die alten Kirchen zu entsenden.

Andererseits fühlen sie das Problem der eigenen Identität, der Inkulturation, der Freiheit eines Wachsens ohne Einflüsse von außen, was die Konsequenz nach sich ziehen kann, den Missionaren die Türen zu verschließen. Diesen Kirchen sage ich: Weit davon entfernt, euch zu isolieren, nehmt die Missionare und Hilfsmittel von den anderen Kirchen an und entsendet sie eurerseits in die Welt. Gerade wegen der Probleme, die euch bedrängen, müßt ihr in ständiger Verbindung mit euren Brüdern und Schwestern im Glauben stehen. Macht mit jedem legitimen Mittel die Freiheit geltend, auf die ihr ein Recht habt, und bedenkt, daß die Jünger Christi »Gott mehr gehorchen« müssen »als den Menschen« (Apg 5, 29).




171 Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium, Nr. 13.






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