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Ioannes Paulus PP. II
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  • I. DIE ÖKUMENISCHE VERPFLICHTUNG DER KATHOLISCHEN KIRCHE
    • Der Plan Gottes und die Gemeinschaft
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I. DIE ÖKUMENISCHE VERPFLICHTUNG DER KATHOLISCHEN KIRCHE

 

Der Plan Gottes und die Gemeinschaft

5. Zusammen mit allen Jüngern Christi gründet die katholische Kirche ihre ökumenische Verpflichtung, alle in der Einheit zu versammeln, auf dem Plan Gottes. Denn »die Kirche ist nicht eine in sich selbst geschlossene Wirklichkeit, sondern fortwährend offen für die missionarische und ökumenische Dynamik, da sie ja in die Welt gesandt ist, um das Geheimnis der Gemeinschaft, das sie konstituiert, zu verkünden und zu bezeugen, zu vergegenwärtigen und zu verbreiten: alle und alles in Christus zu vereinen, allen 'untrennbares Sakrament der Einheit? zu sein«.

Schon im Alten Testament brachte der Prophet Ezechiel unter Bezugnahme auf die damalige Situation des Gottesvolkes den göttlichen Willen zum Ausdruck, die Mitglieder seines zerrissenen Volkes »von allen Seiten zu sammeln«; der Prophet bediente sich dazu des einfachen Symbols zweier zunächst verschiedener Holzstücke, die dann zu einem einzigen Stück zusammengefügt wurden: »Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Die Völker werden erkennen, daß ich der Herr bin, der Israel heiligt« (vgl. 37, 16-28). Das Johannesevangelium sieht angesichts der Situation des Gottesvolkes zu jener Zeit in Jesu Tod den Grund für die Einheit der Kinder Gottes: »Der Hohepriester 1 sagte 2, daß Jesus für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln« (11, 51-52). Tatsächlich wird der Brief an die Epheser erklären: »Er riß 3 die trennende Wand der Feindschaft nieder 4 durch das Kreuz 5. Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet« (2, 14-16), aus dem, was getrennt war, hat er eine Einheit geschaffen.

6. Die Einheit der ganzen zerrissenen Menschheit ist Gottes Wille. Aus diesem Grund hat er seinen Sohn gesandt, damit dieser durch seinen Tod und seine Auferstehung uns seinen Geist der Liebe schenke. Am Vorabend seines Opfertodes am Kreuz bittet Jesus selbst den Vater für seine Jünger und für alle, die an ihn glauben, daß sie eins seien, eine lebendige Gemeinschaft. Von daher rührt nicht nur die Pflicht, sondern auch die Verantwortung, die vor Gott, gegenüber seinem Plan, jenen Menschen obliegt, die durch die Taufe zum Leib Christi werden sollen, zu dem Leib, in dem sich die Versöhnung und die Gemeinschaft voll verwirklichen sollen. Wie ist es nur möglich, getrennt zu bleiben, wenn wir doch mit der Taufe »eingetaucht« wurden in den Tod des Herrn, das heißt in den Akt selbst, in dem Gott durch den Sohn die Wände der Trennung niedergerissen hat? Die »Spaltung widerspricht ganz offenbar dem Willen Christi, sie ist ein Ärgernis für die Welt und ein Schaden für die heilige Sache der Verkündigung des Evangeliums vor allen Geschöpfen«.

 




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