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Ioannes Paulus PP. II
Redemptoris missio

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  • KAPITEL VI DIE VERANTWORTLICHEN UND MITARBEITER DER SEELSORGE IN DEN MISSIONEN
    • Diözesanpriester fiir die Weltmission
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Diözesanpriester fiir die Weltmission

67. Als Mitarbeiter des Bischofs sind die Priester kraft des Weihesakramentes aufgerufen, die Sorge für die Mission mit ihm zu teilen. »Die geistliche Gabe, die die Priester in der Weihe empfangen haben, bereitet sie nicht auf eine begrenzte und enge Sendung vor, sondern auf eine umfassende und allgemeine Heilssendung im weitesten Sinn, "bis an die äußersten Grenzen der Erde"; denn jeder priesterliche Dienst hat an der weltumfassenden Sendung Anteil, die Christus den Aposteln anvertraut hat.«134 Infolgedessen muß schon die Ausbildung der Kandidaten für das Priestertum das Ziel haben, ihnen »jenen wahrhaft katholischen Geist zu vermitteln, der sie daran gewöhnt, über die Grenzen der eigenen Diözese, der Nation oder des Ritus hinauszuschauen, um so auf die Bedürfnisse der Weltmission einzugehen und überall für die Verkündigung des Evangeliums bereit zu sein«.135 Alle Priester müssen ein missionarisches Herz und eine missionarische Mentalität haben. Sie müssen offen sein für die Bedürfnisse der Kirche und der Welt; sie müssen auch die Fernstehenden beachten und vor allem die nichtchristlichen Gruppen in ihrer eigenen Umgebung. Im Gebet und besonders im eucharistischen Opfer mögen sie die Sorge der ganzen Kirche für die ganze Menschheit mittragen.

Besonders die Priester, die sich in Gebieten einer christlichen Minderheit befinden, sollten von einzigartigem Eifer und missionarischem Engagement bewegt sein: der Herr vertraut ihnen nicht bloß die Seelsorge für die christliche Gemeinde an, sondern auch und vor allem die Evangelisierung jener Mitbürger, die nicht zu seiner Herde gehören. Sie »werden sich dem Heiligen Geist und dem Bischof ganz konkret zur Verfügung zu stellen versuchen, um zur Verkündigung des Evangeliums jenseits der Grenzen ihres Landes ausgesandt zu werden. Das erfordert von ihnen nicht bloß eine ausgereifte Berufung, sondern auch eine ungewöhnliche Fähigkeit, sich vom eigenen Vaterland, dem eigenen Volk und der eigenen Familie loszulösen, sowie eine besondere Eignung, sich mit Klugheit und Ehrfurcht in die Kulturen einzuleben«.136

68. In der Enzyklika Fidei Donum hat Papst Pius XII. mit prophetischer Sicht die Bischöfe ermutigt, einige ihrer Priester für einen zeitweiligen Dienst den Kirchen Afrikas freizustellen, indem er die schon vorhandenen Initiativen approbierte. 25 Jahre später wollte ich die große Neuerung dieses Dokumentes unterstreichen, »das die territoriale Dimension des priesterlichen Dienstes überwinden und ihn der ganzen Kirche zuzuweisen half«.137 Heute bestätigen sich die Gültigkeit und die Fruchtbarkeit dieser Erfahrung: in der Tat, die sogenannten Fidei-Donum-Priester machen in einzigartiger Weise das Band der Einheit zwischen den Kirchen offenbar. Sie leisten für die bedürftigen kirchlichen Gemeinden einen kostbaren Beitrag und erfahren ihrerseits von ihnen Frische und Lebendigkeit des Glaubens. Freilich ist es nötig, daß der Missionsdienst des Diözesanpriesters gewissen Kriterien und Bedingungen entspricht. Man sollte Priester schicken, die aus den Besten ausgewählt wurden und die für die besondere Arbeit, die sie erwartet, geeignet und richtig vorbereitet sind.138 Sie müssen sich in die neue Umgebung der Kirche, die sie aufnimmt, mit offenem und brüderlichem Geist einfügen und unter der Autorität des Bischofs mit den Ortspriestern ein einziges Presbyterium bilden.139 Ich wünsche mir, daß der Geist des Dienstes bei den Priestern der alten Kirche wachse und auch bei denen der jüngeren Kirchen weiter gefördert werde.




134 II. VATIKANISCHES KONZIL, Dekret über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis, Nr. 10; Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche Ad gentes, Nr. 39.



135 II. VATIKANISCHES KONZIL, Dekret über die Ausbildung der Priester Optatam totius, Nr. 20. Vgl. »Guide de vie pastorale pour les pretres diocesains des Eglises qui dependent de la Congregation pour l'Evangelisation des Peuples«, Rom 1989.



136 Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung der Kongregation für die Evangelisierung der Völker (14. April 1989), 4: AAS 81 (1989), 1140.



137 Botschaft zum Weltmissionstag 1982: Insegnamenti V/2 (1982), 1879; dtsch: DAS, 1982, S. 1396-1402.



138 Vgl. II. VATIKANISCHES KONZIL, Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche Ad gentes Nr. 38, HL. KONGREGATION FÜR DEN KLERUS, Direktive Postquam Apostoli Nr 24-25: a.a.O., 361.



139 Vgl. HL. KONGREGATION FÜR DEN KLERUS, Direktive Postquam Apostoli, Nr. 29: a.a.O., 362f., II. VATIKANISCHES KONZIL, Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche Ad gentes, Nr. 20.






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