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| Ioannes Paulus PP. II Redemptoris missio IntraText CT - Text |
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Der wahre Missionar ist der Heilige 90. Die Berufung zur Mission stammt an sich aus der Berufung zur Heiligkeit. Jeder Missionar ist nur dann ein echter Missionar, wenn er sich auf den Weg der Heiligkeit einläßt: »Die Heiligkeit ist fundamentale Bedingung und unverzichtbare Voraussetzung für die Erfüllung der Heilssendung der Kirche«.174 Die universale Berufung zur Heiligkeit ist eng mit der universalen Berufung zur Mission verbunden: jeder Gläubige ist zur Heiligkeit und zur Mission berufen. Dies war auch der dringende Wunsch des Konzils: »Möge das Licht Christi ... durch seine Herrlichkeit, die auf dem Antlitz der Kirche widerscheint, alle Menschen erleuchten, indem sie das Evangelium allen Geschöpfen verkündet«.175 Die missionarische Spiritualität der Kirche ist ein Weg zur Heiligkeit. Der erneuerte Drang zur Mission unter den Völkern erfordert heiligmäßige Missionare. Es genügt weder die pastoralen Methoden zu erneuern noch die kirchlichen Kräfte besser zu organisieren bzw. zu koordinieren oder etwa die biblischen und theologischen Glaubensgrundlagen mit größerer Klugheit zu erforschen: es gilt, ein neues »glühendes Verlangen nach Heiligkeit« unter den Missionaren und in der ganzen christlichen Gemeinschaft zu wecken, besonders unter den engsten Mitarbeitern der Missionare.176 Denken wir, liebe Brüder und Schwestern, an den missionarischen Schwung der ersten Christengemeinden. Trotz der Armseligkeit der damaligen Transport - und Kommunikationsmittel erreichte die Verkündigung des Evangeliums in kurzer Zeit die Grenzen der Welt. Und dabei handelte es sich um die Religion eines am Kreuz gestorbenen Menschen, »für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit« (1 Kor 1, 23)! Zugrunde liegt diesem missionarischen Dynamismus die Heiligkeit der ersten Christen und der ersten Gemeinden. Die Missionare sollen ihrerseits über die Pflicht zur Heiligkeit nachdenken, die die Gabe der Berufung von ihnen fordert, indem sie sich täglich im Geist erneuern und auch ihre doktrinelle und pastorale Ausbildung auf den neuesten Stand bringen. Der Missionar muß ein »in Beschaulichkeit Tätiger« sein. Antwort auf die Probleme findet er im Licht des Wortes Gottes und im persönlichen und gemeinschaftlichen Gebet. Der Kontakt mit Vertretern der wichtigsten nichtchristlichen Traditionen, insbesondere mit jenen Asiens, hat mich darin bestärkt, daß die Zukunft der Mission großenteils von der Kontemplation abhängt. Wenn der Missionar nicht kontemplativ ist, kann er Christus nicht glaubwürdig verkünden. Er ist ein Zeuge der Gotteserfahrung und muß wie die Apostel sagen können: »Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch: das Wort des Lebens« (1 Joh 1, 1-3). Der Missionar ist der Mensch der Seligpreisungen. Jesus unterweist die Zwölf, ehe er sie aussendet, das Evangelium zu verkünden, indem er ihnen die Wege der Mission aufzeigt: Armut, Sanftmut, Annahme von Leiden und Verfolgung, Verlangen nach Gerechtigkeit und Frieden, Liebe, also die im apostolischen Leben verwirklichten Seligpreisungen (vgl. Mt 5, 1-12). Indem er die Seligpreisungen lebt, erfährt der Missionar und beweist mit seinem Leben, daß das Reich Gottes schon gekommen ist und daß er es schon angenommen hat. Das Wesensmerkmal jedes echten missionarischen Lebens ist die innere Freude, die aus dem Glauben kommt. In einer von so vielen Problemen verängstigten und bedrängten Welt, die zum Pessimismus neigt, muß der Verkünder der »Frohbotschaft« ein Mensch sein, der in Christus die wahre Hoffnung gefunden hat.
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174 Nachsynodales Apostol. Schreiben Christifideles laici, Nr. 17: a.a.O.., 419. 175 Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium, Nr. 1. 176 Vgl. Ansprache an die Vollversammlung des Lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM) in Port-au-Prince, 9. März 1983: AAS 75 (1983), 771-779, dtsch: DAS, 1983, S. 378-386. Predigt zur Eröffnung der vom CELAM vorgesehenen neunjährigen Vorbereitungszeit auf das 500-JahrJubiläum der Evangelisierung Lateinamerikas in Santo Domingo, 12. Oktober 1984: Insegnamenti VII/2 (1984), 885-897; dtsch. in: DAS, 1984, S. 821-831. |
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