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Ioannes Paulus PP. II
Ut unum sint

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  • I. DIE ÖKUMENISCHE VERPFLICHTUNG DER KATHOLISCHEN KIRCHE
    • Lokale Strukturen des Dialogs
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Lokale Strukturen des Dialogs

31. Die Verpflichtung zum ökumenischen Dialog, so wie sie seit dem Konzil zutage getreten ist, ist weit davon entfernt, ein Vorrecht des Apostolischen Stuhles zu sein und obliegt deshalb auch den einzelnen Orts-oder Teilkirchen. Von den Bischofskonferenzen und von den Synoden der katholischen Ostkirchen sind Sonderkommissionen zur Förderung des ökumenischen Geistes und des ökumenischen Handelns eingerichtet worden. Auf der Ebene der einzelnen Diözesen gibt es analoge zweckmäßige Strukturen. Solche Initiativen beweisen das konkrete und allgemeine Engagement der katholischen Kirche bei der Anwendung der vom Konzil erarbeiteten Richtlinien über den Ökumenismus: das ist ein wesentlicher Aspekt der ökumenischen Bewegung. Der »Dialog« ist nicht nur aufgenommen worden; er ist eine erklärte Notwendigkeit, eine der Prioritäten der Kirche geworden; infolgedessen hat man die »Technik« der Dialogführung verfeinert und gleichzeitig das Wachsen des Geistes des Dialogs gefördert. In diesem Zusammenhang soll vor allem auf den Dialog zwischen den Christen aus den verschiedenen Kirchen oder Gemeinschaften eingegangen werden, der »von wohlunterrichteten Sachverständigen geführt wird, wobei ein jeder die Lehre seiner Gemeinschaft tiefer und genauer erklärt, so daß das Charakteristische daran deutlich hervortritt«. Es ist jedoch für jeden Gläubigen nützlich, die Methode des Dialogs kennenzulernen.

32. Wie die Konzilserklärung über die Religionsfreiheit feststellt, muß »die Wahrheit auf eine Weise gesucht werden, die der Würde der menschlichen Person und ihrer Sozialnatur eigen ist, d.h. auf dem Wege der freien Forschung, mit Hilfe des Lehramtes oder der Unterweisung, des Gedankenaustauschs und des Dialogs, wodurch die Menschen einander die Wahrheit, die sie gefunden haben oder gefunden zu haben glauben, mitteilen, damit sie sich bei der Erforschung der Wahrheit gegenseitig zu Hilfe kommen; an der einmal erkannten Wahrheit jedoch muß man mit personaler Zustimmung festhalten«.

Dem ökumenischen Dialog kommt eine grundlegende Bedeutung zu. Denn »durch diesen Dialog erwerben alle eine bessere Kenntnis der Lehre und des Lebens jeder von beiden Gemeinschaften und eine gerechtere Würdigung derselben. Von hier aus gelangen diese Gemeinschaften auch zu einer stärkeren Zusammenarbeit in den Aufgaben des Gemeinwohls, die jedes christliche Gewissen fordert, und sie kommen, wo es erlaubt ist, zum gemeinsamen Gebet zusammen. Schließlich prüfen hierbei alle ihre Treue gegenüber dem Willen Christi hinsichtlich der Kirche und gehen tatkräftig ans Werk der notwendigen Erneuerung und Reform«.

 




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