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Ioannes Paulus PP. II
Ut unum sint

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  • II. DIE FRÜCHTE DES DIALOGS
    • Der Dialog mit den orientalischen Kirchen
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Der Dialog mit den orientalischen Kirchen

50. In diesem Zusammenhang muß man mit besonderer Dankbarkeit an die göttliche Vorsehung vor allem feststellen, daß sich die Verbindung mit den orientalischen Kirchen, die im Laufe der Jahrhunderte rissig und brüchig geworden war, mit dem II. Vatikanischen Konzil wieder gefestigt hat. Die Beobachter dieser Kirchen, die zusammen mit Vertretern der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften des Abendlandes beim Konzil zugegen waren, haben bei einem für die katholische Kirche so feierlichen Anlaß öffentlich den gemeinsamen Willen bekundet, wieder nach der Gemeinschaft zu suchen.

Das Konzil seinerseits hat mit Objektivität und tiefer Zuneigung auf die orientalischen Kirchen geblickt und ihre Kirchlichkeit und objektiven Gemeinschaftsbande hervorgehoben, die sie mit der katholischen Kirche verbinden. Das Dekret über den Ökumenismus stellt fest: »So baut sich auf und wächst durch die Feier der Eucharistie des Herrn in diesen Einzelkirchen die Kirche Gottes«, um konsequenterweise hinzuzufügen, daß diese Kirchen »trotz ihrer Trennung wahre Sakramente besitzen, vor allem aber in der Kraft der apostolischen Sukzession das Priestertum und die Eucharistie, wodurch sie in ganz enger Verwandtschaft bis heute mit uns verbunden sind«.

Anerkannt wurden die große liturgische und spirituelle Tradition der orientalischen Kirchen, die besondere Eigenart ihrer historischen Entwicklung, die eigenen Kirchenordnungen, die von ihnen seit den ältesten Zeiten befolgt und von den Kirchenvätern und ökumenischen Konzilien bekräftigt worden sind, sowie die ihnen eigene Weise, die Lehre zu verkünden. Das alles in der Überzeugung, daß die legitime Verschiedenartigkeit in keiner Weise der Einheit der Kirche entgegensteht, sondern vielmehr ihre Zierde und Schönheit vermehrt und zur Erfüllung ihrer Sendung in nicht geringem Maße beiträgt.

Das II. Vatikanische Konzil will den Dialog auf die bestehende Gemeinsamkeit gründen und lenkt die Aufmerksamkeit auf die reichhaltige Wirklichkeit der orientalischen Kirchen: »Deshalb ermahnt das Heilige Konzil alle, besonders aber diejenigen, die sich um die so erwünschte Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft zwischen den orientalischen Kirchen und der katholischen Kirche bemühen wollen, daß sie diese besonderen Umstände der Entstehung und des Wachstums der Kirchen des Orients sowie der Art der vor der Trennung zwischen ihnen und dem Römischen Stuhl bestehenden Beziehungen gebührend berücksichtigen und sich über dies alles ein rechtes Urteil bilden«.

51. Diese Anleitung des Konzils hat sich als fruchtbar erwiesen sowohl für die brüderlichen Beziehungen, die durch den Dialog der Liebe heranreiften und sich entfalteten, als auch für die Diskussion über die Lehre im Bereich der Gemischten Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche in ihrer Gesamtheit. Desgleichen war sie in den Beziehungen zu den altorientalischen Kirchen reich an Früchten.

Es handelte sich um einen langsamen und mühsamen Prozeß, der jedoch Quelle großer Freude war; und die Entwicklung hatte auch etwas Faszinierendes an sich, da sie uns fortschreitend die Brüderlichkeit wiederfinden ließ.

 




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