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| Ioannes Paulus PP. II Ut unum sint IntraText CT - Text |
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Schwesterkirchen Das Ökumenismusdekret hebt noch einen weiteren charakteristischen Aspekt hervor, dank dem alle Teilkirchen in der Einheit verblieben, nämlich »den Eifer und die Sorge 2, jene brüderlichen Bande der Gemeinschaft im Glauben und in der Liebe zu bewahren, die zwischen Lokalkirchen als Schwesterkirchen bestehen müssen«. Die Strukturen der Einheit, die vor der Spaltung bestanden, sind ein Erbe an Erfahrung, das unseren Weg zur Wiederfindung der vollen Gemeinschaft leitet. Natürlich hat der Herr während des zweiten Jahrtausends nicht aufgehört, seiner Kirche reiche Früchte an Gnade und Wachstum zu schenken. Doch leider hat die fortschreitende gegenseitige Entfremdung zwischen den Kirchen des Abendlandes und des Ostens sie des Reichtums gegenseitiger Geschenke und Hilfen beraubt. Es muß mit Gottes Gnade eine große Anstrengung unternommen werden, um zwischen ihnen die volle Gemeinschaft wiederherzustellen, die Quelle so vieler Güter für die Kirche Christi ist. Diese Anstrengung erfordert allen unseren guten Willen, das demütige Gebet und eine dauernde Zusammenarbeit, die sich durch nichts entmutigen lassen darf. Der hl. Paulus spornt uns an: »Einer trage des anderen Last« (Gal 6, 2). Wie passend für uns und wie aktuell ist diese Aufforderung des Apostels! Die traditionelle Bezeichnung »Schwesterkirchen« sollte uns auf diesem Weg ständig begleiten. Die Verbindung mit dieser glorreichen Tradition ist für die Kirche fruchtbar. »Die Kirchen des Orients — so das Konzil — (besitzen) von Anfang an einen Schatz, aus dem die Kirche des Abendlandes in den Dingen der Liturgie, in ihrer geistlichen Tradition und in der rechtlichen Ordnung vielfach geschöpft hat«. Zu diesem »Schatz« gehören auch »die Reichtümer jener geistlichen Traditionen, die besonders im Mönchtum ihre Ausprägung gefunden haben. Denn seit den glorreichen Zeiten der heiligen Väter blühte dort jene monastische Spiritualität, die sich von dorther auch im Abendland ausbreitete«. Wie ich im jüngsten Apostolischen Schreiben Orientale lumen Gelegenheit hatte zu betonen, haben die Ostkirchen mit großer Hochherzigkeit das vom monastischen Leben bezeugte Engagement gelebt, »angefangen bei der Evangelisierung, dem erhabensten Dienst, den der Christ dem Bruder anbieten kann, und weiter in vielen anderen Formen geistlichen und materiellen Dienstes. Ja, man kann sagen, das Mönchtum ist in der Antike — und verschiedentlich auch in späterer Zeit — das bevorzugte Werkzeug für die Evangelisierung der Völker gewesen«. Das Konzil beschränkt sich nicht darauf, all das zu betonen, was die Kirchen im Orient und im Abendland einander ähnlich macht. Es zaudert im Einklang mit der geschichtlichen Wahrheit nicht mit der Aussage: »Es darf nicht wundernehmen, daß von der einen und von der anderen Seite bestimmte Aspekte des offenbarten Mysteriums manchmal besser verstanden und deutlicher ins Licht gestellt wurden, und zwar so, daß man bei jenen verschiedenartigen theologischen Formeln oft mehr von einer gegenseitigen Ergänzung als von einer Gegensätzlichkeit sprechen muß«. Der Austausch von Gaben zwischen den Kirchen in ihrer gegenseitigen Ergänzung macht die Gemeinschaft fruchtbar. Diese theologische und pastorale Orientierung ist auch auf Grund der Erfahrung in den Jahren nach dem Konzil von den beiden Codices des kanonischen Rechtes übernommen worden. Unter pastoralem Gesichtspunkt wurde sie vom Direktorium zur Ausführung der Prinzipien und Normen über den Ökumenismus erläutert. In dieser so wichtigen und heiklen Frage ist es unerläßlich, daß die Hirten die Gläubigen sorgfältig unterrichten, damit diese die besonderen Gründe für diese Teilnahme am liturgischen Gottesdienst und die unterschiedlichen Ordnungen kennenlernen, die es in diesem Bereich gibt. Man darf niemals die ekklesiologische Dimension der Teilnahme an den Sakramenten, vor allem an der heiligen Eucharistie, aus den Augen verlieren.
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