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| Ioannes Paulus PP. II Ut unum sint IntraText CT - Text |
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Den geistlichen Ökumenismus fortsetzen und Zeugnis geben von der Heiligkeit Sicher findet man in dieser Beziehung von Bekehrung zum Willen des Vaters und gleichzeitig von Reue und absolutem Vertrauen auf die versöhnende Macht der Wahrheit, die Christus ist, die Kraft, um die lange und schwierige ökumenische Pilgerschaft zu einem guten Ende zu führen. Der »Dialog der Bekehrung« mit dem Vater, den jede Gemeinschaft ohne Nachsicht für sich selber führen muß, ist das Fundament brüderlicher Beziehungen, die etwas anderes sind als ein herzliches Einverständnis oder eine rein äußerliche Tischgemeinschaft. Die Bande der brüderlichen koinonia müssen vor Gott und in Christus Jesus verflochten werden. Nur das Hintreten vor Gott vermag eine feste Grundlage für jene Bekehrung der einzelnen Christen und für jene dauernde Reform der Kirche auch als menschliche und irdische Einrichtung zu bieten, die die Vorbedingungen für jedes ökumenische Engagement sind. Eines der grundlegenden Verfahren des ökumenischen Dialogs ist das Bemühen, die christlichen Gemeinschaften in diesen innersten geistlichen Raum einzubeziehen, in dem Christus in der Macht des Geistes sie alle ohne Ausnahme dazu bringt, sich vor dem Vater zu prüfen und sich zu fragen, ob sie seinem Plan über die Kirche treu gewesen sind. Auch wenn für alle christlichen Gemeinschaften die Märtyrer der Beweis für die Macht der Gnade sind, so sind sie dennoch nicht die einzigen, die von dieser Macht Zeugnis ablegen. Obgleich auf unsichtbare Weise, ist die noch nicht volle Gemeinsamkeit unserer Gemeinschaften in Wahrheit fest verankert in der vollen Gemeinschaft der Heiligen, das heißt derjenigen, die sich nach einem Leben in Treue zur Gnade in der Gemeinschaft mit dem verherrlichten Christus befinden. Diese Heiligen kommen aus allen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, die ihnen den Eintritt in die Heilsgemeinschaft eröffnet haben. Wenn man von einem gemeinsamen Erbgut spricht, muß man dazu nicht nur die Einrichtungen, die Riten, die Heilsmittel und die Traditionen zählen, die alle Gemeinschaften bewahrt haben und von denen sie geformt worden sind, sondern an erster Stelle und vor allem diese Tatsache der Heiligkeit. In der Ausstrahlung, die vom »Erbe der Heiligen« ausgeht, die allen Gemeinschaften angehören, erscheint der »Dialog der Bekehrung« zur vollen und sichtbaren Einheit nun unter einem Licht der Hoffnung. Diese Allgegenwart der Heiligen liefert nämlich den Beweis für die Transzendenz der Macht des Geistes. Sie ist Zeichen und Beweis für den Sieg Gottes über die Kräfte des Bösen, die die Menschheit spalten. Wie es in den Liturgien besungen wird, krönt Gott in der Krönung der »Verdienste der Heiligen das Werk seiner Gnade«. Dort, wo der aufrichtige Wille zur Nachfolge Christi besteht, gießt der Geist seine Gnade oft auf anderen als den gewöhnlichen Pfaden aus. Die ökumenische Erfahrung hat uns dies besser begreifen lassen. Wenn es die Gemeinschaften in dem inneren geistlichen Raum, den ich beschrieben habe, tatsächlich fertigbringen, sich zur Suche nach der vollen und sichtbaren Gemeinschaft »zu bekehren«, wird Gott für sie das tun, was Er für ihre Heiligen getan hat. Er wird die aus der Vergangenheit ererbten Hindernisse überwinden und wird die Gemeinschaften auf seinen Wegen führen, wohin Er will: zur sichtbaren koinonia, die zugleich Lobpreis seiner Herrlichkeit und Dienst an seinem Heilsplan ist.
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