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| Ioannes Paulus PP. II Ut unum sint IntraText CT - Text |
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ERMAHNUNG Zweifellos ist in diesem Bemühen der Heilige Geist am Werk und geleitet die Kirche zur vollen Verwirklichung des Planes des Vaters gemäß dem Willen Christi, wie er mit so betrübter Eindringlichkeit im Gebet ausgedrückt ist, das — nach dem vierten Evangelium — in dem Augenblick seine Lippen überkommt, als er sich in das heilbringende Drama seines Pascha begibt. So wie damals bittet Christus auch heute, daß ein neuer Schwung den Einsatz jedes einzelnen für die volle und sichtbare Gemeinschaft beleben möge. Wie ist das zu erreichen? Zuallererst durch das Gebet. Das Gebet sollte immer von jener Unruhe erfüllt sein, die Streben nach der Einheit und deshalb eine der notwendigen Formen der Liebe ist, die wir für Christus und für den von Erbarmen erfüllten Vater hegen. Auf diesem Weg, den wir zusammen mit den anderen Christen in das neue Jahrtausend einschlagen, muß das Gebet den Vorrang haben. Wie ist das zu erreichen? Durch die Danksagung, da wir uns nicht mit leeren Händen an diesem Zielpunkt einfinden: »So nimmt sich auch der Geist unserer Schwacheit an 1 der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können« (Röm 8, 26), um uns vorzubereiten, daß wir Gott um das bitten, was wir brauchen. Wie ist das zu erreichen? Durch Hoffnung auf den Geist, der uns von den Gespenstern der Vergangenheit, von den schmerzlichen Erinnerungen der Trennung abzubringen vermag; er kann uns Klarheit, Kraft und Mut verleihen, um die nötigen Schritte zu unternehmen, so daß unser Engagement immer glaubwürdiger wird. Wenn wir uns fragen wollten, ob denn das alles möglich sei, würde die Antwort immer lauten: ja. Dieselbe Antwort, die von Maria von Nazaret zu hören war, denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Da kommen mir die Worte in den Sinn, mit denen der hl. Cyprian das Vaterunser, das Gebet aller Christen, kommentiert: »Gott nimmt das Opfer dessen nicht an, der in Zwietracht lebt, ja er befiehlt ihm, wegzugehen vom Altar und sich zuerst mit seinem Bruder zu versöhnen. Nur so werden unsere Gebete vom Frieden inspiriert sein, und Gott wird sie annehmen. Das größte Opfer, das wir Gott darbringen können, ist unser Friede und die brüderliche Eintracht, ist das von der Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes versammelte Volk«. Sollten wir zu Beginn des neuen Jahrtausends nicht mit erneutem Schwung und reiferem Bewußtsein den Herrn inständig um die Gnade bitten, uns alle auf dieses Opfer der Einheit vorzubereiten? Gegeben zu Rom bei Sankt Peter, am 25. Mai, dem Hochfest der Himmelfahrt Christi, des Jahres 1995, im 17. Jahr meines Pontifikates.
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