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Oskar Mayer
Rahab

IntraText - Konkordanzen

(Hapax - Wörter, die nur einmal vorkommen)
abend-spott | sprac-zwolf

                                               Fettdruck = Main text
    Scene                                      Grau = Kommentar
1 1 | RAHAB: Schon wird es Abend,~und ich hab den Schmuck 2 7 | Gestallen heben sich vom abendlichen Himmel ab.) ~Vorhang.~Ende 3 7 | in dem Haus am Wall, ~des Abends steiget sie zum Tor hinab 4 5 | Felsenwand, ~Die jäh in einen Abgrund sich verliert den keiner 5 7 | diesem Orte gehn.~War er absichtsvoll der Gott, der Deine Flucht 6 5 | keiner aufwärts, ~keiner abwärts klimmt;~deshalb sind keine 7 | acht 8 1 | Sie sind auf Dir eh Du es ahnst; ~sie sind behend wie die 9 5 | Wüste? ~HIRAM: Es hatte Akker nicht noch Häuser~kannte 10 | aller 11 | also 12 per| Dienerinnen der Rahab (Alt)~Bürger von Jericho:~Bar 13 5 | Gewalt ~über die Könige der Amoriter Sihon und Og, ~und all ihre 14 4 | Deinen Sklavinnen? ~RAHAB(Anbefangen): Ja, wir waren steta hier. ~ 15 3 | Situation wie zu Anfang. Andauernder, wachsender Lärm. Die Skavinnen 16 1 | Schmuck mit mir noch nicht angelegt,~zum Tor der Stadt hinab 17 1 | Wilden hätten ~in bleichen Angesichtern dunkle Augen ~und se'in 18 4 | Meßer hat? ~AHELAB: Sie hat Anhang unter den Mächtigen. ~(Tinmath, 19 7 | dann nicht? ~HIRAM: Gib Antwort: Warum erschlugst Du sie? ~ 20 7 | sie läßt sich, ohne Hiram anzusehen, langsam auf den Teppich 21 5 | kommt Ihr her, ~und welcher arge Gott trieb Euch in dieses 22 5 | uns nicht; auch ist's kein arger Gott~Aus fernen Landen hat 23 4 | Sisera, Nirjath~ ~BAR TAN (atemlos): Weiber! Saht ihr keinen 24 4 | Wehe... ~(Rahab wirft sich aufatmend auf ihr Lager) ~RAHAB: Schließt 25 7 | Hiram ist bei dem Schrei aufgesprungen) ~HIRAM: Was tust Du Weib? ~ 26 7 | Mauerwerk, ~das rings um aufgetürmt zerworfen hat: ~Dann spare 27 6 | ganze Stadt. ~RAHAB: (wütend aufspringend) Weib bist Du toll? Wer 28 3 | verharren aber bis zum Auftritt der Bürger in ihren Stellungen.) ~ 29 4 | es heut' nacht für mich auftun Rahab? ~RAHAB: Dir nicht 30 5 | sich verliert den keiner aufwärts, ~keiner abwärts klimmt;~ 31 7 | Bist Du auf Kundschaft ausgesandt, ~daß Du nicht rückkehrst 32 4 | Händler sagte sie sei aus Babylonien.~Ich sage Dir: Ein Mädchen! ~ 33 per| Jabin (Tenor)~Tinmath (Baß)~Ahelab (Bariton)~Nirjath ( 34 7 | Dich noch nicht zur Eh' begehrt, ~noch Deinem Vater vertrag' 35 5 | Jahre in der Wüste sein Volk behalten~Dort bin ich geboren.~Nun 36 1 | eh Du es ahnst; ~sie sind behend wie die Hirsche~RAHAB: Hat 37 7 | Halb versteh' ich, was Du beklagst; doch sieh: ~mich kümmert 38 7 | hierhergewandt? ~Höre wohin, dann sei bereit zu gehn. ~(sie erhebt sich)~ 39 4 | wehe Jericho!~(Hier sind bereits alle dem Blicke entschwunden) ~ 40 7 | mir?~Und heiß gefahr Dich bestehn für den Fremden ~und zwang 41 5 | deshalb sind keine Wachen hier bestellt,~und keines Spähers Aug' 42 7 | vergeßen mag? ~(Rahab fährt betroffen auf) ~RAHAB: Des Volkes 43 7 | Du kamst da ward ich mir bewußt, ~daß ohne Dich mein Leben 44 4 | BAR TAN (Drohend): So birgst Du wohl am Ende unsern Feind!? ~ 45 7 | vermengt als wie das Meer mit bittrem Salz. ~Sonst aber hab' ich 46 5 | brecht,~doch ist's geschehn blebt Euch nichts übrig denn das 47 4 | versperrst. ~RAHAB: Mein Tor bleibt zu. ~BAR TAN: Willst Du 48 1 | ihrer zwölf Stämme mit Namen~Bleiche Gesichter sagst Du?~Greift 49 1 | diese Wilden hätten ~in bleichen Angesichtern dunkle Augen ~ 50 7 | mich erschlagen! ~RAHAB: So blieb! und sei es Anfang gleich 51 7 | weil bei einem Weibe Du bliebst zur Nacht? ~HIRAM: Ich acht' 52 5 | ganz dunkel, ~und Du sähest bloß das Glänzen meiner Augen, ~ 53 7 | Blick gefangen?~Hat in der Blütezeit der laue Wind ~Dich traurig 54 1 | Sie mögen die Finger sich blutig schlagen!~sind dies denn 55 1 | noch ~in den Furchen des Bodens.~ESTHEMOA: Sie sind auf 56 1 | an einer Insel in weichen Bogen ~hingeschmiegtem Strand,~ 57 5 | den Wall ersteiget oder brecht,~doch ist's geschehn blebt 58 7 | Nächten hab ich sie gesehn.~Brennende Sterne, wie ich sie sah, 59 7 | rückkehrst und nicht Kunde bringst, ~weil bei einem Weibe Du 60 7 | die Stadt gefallen meine Brüder mit dem Schwerte~hier mich 61 7 | über die Stufen auf die Brüstung des Walles. Die beiden Gestallen 62 1 | am Rand des steingefaßten Brunnens ~in meinem Schmukke heut 63 5 | zieht Hiram's Kopf an ihre Brust. Die Sclavin Nahalal tritt 64 per| Rahab zu Jericho.~Zeit: des Buches Josua. ~ ~ 65 5 | ihm Gott gebot,~mit seines Bundes Lade.~RAHAB: Wart ihr so 66 5 | erst die Nacht herein gebro[chen]... ~HIRAM: Warum erst bei 67 7 | Hiram du Gemach auf das Dach und über die Stufen auf 68 4 | die Fürsten gehen zitternd dahinein!~Du aber rüttelst am Griff 69 | Dan 70 5 | Dan des Volkes Israel.~Und Dank der unbekannten Frau. ~RAHAB: 71 | darum 72 5 | seine Hände) ~RAHAB: So höre Denk', Du lägest hier so wie 73 5 | wie Du jetzt liegst;~und denke Dir es wäre Nacht, ganz 74 1 | Reise Ziel erreicht.~Was denkt man nicht, wenn man so ruht 75 1 | vielleicht ziehn sie fort, wenn derHunger sie triebt.~NAHALAL: Viele 76 7 | RAHAB: Sag mir noch viel derlei, mein Liebster! ~HIRAM: 77 | deshalb 78 7 | Gott! Dann soll mein Mund Di[e] preisen für Deine Gnade... ~ 79 2 | RAHAB: Hörst Du sie kommen? (dicht vor ihm) Hast Du nicht Angst? ~ 80 per| Tenor)~Nahalal und Esthemoa, Dienerinnen der Rahab (Alt)~Bürger von 81 | diesem 82 4 | Ahelab & Nirjath führen und drägen den sich sträubenden Bar 83 3 | fließen. ~(Sechs Bürger drängen durch das Tor rechts.) ~ 84 7 | HIRAM: Sinn und Wiedersinn dreh'n sich im Kreise!~Halb versteh' 85 4 | Habt ihr ihn? ~(Ein durch dringender Schrei hinter der Scene)~ 86 4 | Ihr aber lärmt und tobt,~dringt in mein Haus wie die Räuber. ~ 87 4 | haß Euch alle! ~BAR TAN (Drohend): So birgst Du wohl am Ende 88 7 | Mund! Ich selbst nach einem dürstend, der nicht kam, ~hab' andre 89 7 | in sehnsücht'gen Nächten, Duft Deines Haares, der noch 90 5 | Dir es wäre Nacht, ganz dunkel, ~und Du sähest bloß das 91 7 | mich war, ~wenn ich aus dunkelm Traumer wachte. ~RAHAB: 92 5 | Gestirn, ~Küß' meinen Mund im Dunkeln. Du Schöner,~und thu'mit 93 1 | in bleichen Angesichtern dunkle Augen ~und se'in von hohen 94 7 | von dunklen Augen und von dunklem Haar, ~und Lippen, die auf 95 7 | gleich? ~Hat nie in heißer, dunkler Nacht ein Gott Dir einen 96 7 | Dann soll mein Mund Di[e] preisen für Deine Gnade... ~ 97 7 | mich an, Du warst geborgen ehe Du noch sprachst ~Du warst 98 7 | HIRAM: Wie ein Weib, ein Eheweib, mit seinem Gatten soll. ~ 99 4 | Rahab, die Dirne. ~SISERA: Ei was ! Rahab die Mächtige! ~ 100 | Eigen 101 2 | ein Schleuderschuß mein eignes Blut...~was übrig ist muß 102 2 | den Vorhang fallen. Sie eilt zu den Sklavinnen zurück.)~ 103 | EINIGE 104 1 | mild'ren Sonne mit meinen Eltern wohnte.~Mag Dein Schiff, 105 4 | CHOR (Hinter der Scene, entfernt): Hier her, hierher! Herbei! ~ 106 3 | Stellungen.) ~CHOR: Er ist entkommen! ~Sucht! Sucht! Hier alles 107 5 | warum erst Nachts Du mich entlaßen willst! ~(Rahab richtet 108 1 | Verfluchter! Der die Heimat mir entriß!~Vergargne Tage... Unvergeß' 109 2 | RAHAB: (mit plözlichem Entschluß) Geh hier hinein und sei 110 4 | bereits alle dem Blicke entschwunden) ~JABIN: Wohl sind wir verloren; 111 7 | Weibes so wie Sie sich mein erbarmte, denn die mich schonte um 112 1 | erzählen ~wer ihnen nahet den erchlägt das Schwert. ~ESTHEMOA: 113 5 | er allein gebietet über Erde, ~Luft und Meer, der obern 114 4 | NIRJATH: Ja es könnt' Dir übel ergehn. ~SISERA: S'ist doch alles 115 7 | sei bereit zu gehn. ~(sie erhebt sich)~Dies Weib ist Rahab, 116 1 | Rahab sammelt sich aus ihrer Erregung) ~Was habt ihr heute in 117 1 | fern der langen Reise Ziel erreicht.~Was denkt man nicht, wenn 118 7 | wendet~un Zähne fletscht, erschlägst Du ihn dann nicht? ~HIRAM: 119 7 | erschlagen: ~weil ich Dich lieb' erschlug ich jenes Weib, ~denn seit 120 1 | und länger...~(Sie hält erschreckt inne) ~ 121 5 | ich nicht wie ihr den Wall ersteiget oder brecht,~doch ist's 122 7 | HIRAM: Nicht Zürnen noch Erwartung, kein Gedanke trieb je mein~ 123 1 | Keiner, O Herrin, kann es erzählen ~wer ihnen nahet den erchlägt 124 1 | das Ende von Jericho!~Sie eßen und trinken verpraßen ihre 125 | etwa 126 | Etwas 127 4 | meine von den Wilden einer etwelche in der Stadt! ~TINMATH: 128 | Euren 129 7 | hier vergeßen mag? ~(Rahab fährt betroffen auf) ~RAHAB: Des 130 7 | bin auch ich, ~und wo Du fällst, dort will ich auch liegen. ~ 131 6 | sticht Nahalal neider. Diese fällt mit einem Schrei in das 132 2 | Tür und läßt den Vorhang fallen. Sie eilt zu den Sklavinnen 133 7 | denn Du warst geliebt! ~Faßt Du dies Hiram?~Hat noch 134 5 | übrig denn das Volk ist feig und scheut den Kampf. ~HIRAM: 135 1 | Mauern sich verbergen~wie feige Hyänen! ~NAHALAL: Aus der 136 7 | verteidigt gegen tausend Feinde ~Dir alles Eigen, denn Du 137 7 | Herr und Gott! ~Der Du aus Feindeshand heim zu meinen Stämmen mich 138 1 | verjagen?~NAHALAL: Herrin im Feld widersteht ihnen keiner,~ 139 5 | steht der Wall an einer Felsenwand, ~Die jäh in einen Abgrund 140 1 | Mannes harrend,~der von fern der langen Reise Ziel erreicht.~ 141 5 | ist's kein arger Gott~Aus fernen Landen hat er durch ein 142 | Ferner 143 2 | Sie sind mir auf den Fersen... ~sie haben meine Spur 144 1 | ESTHEMOA: Der Wall ist wohl fest, s'ist schwer ihn zu stürmen; ~ 145 5 | kannte keine Städte mit festen Mauren;~Es zog das Volk 146 5 | scheut den Kampf. ~HIRAM: Wie find den Weg zum Lager ich zurück? ~ 147 4 | sucht sie draußen, dort findet Ihr genug. ~TINMATH: Die 148 1 | Tür! ~RAHAB: Sie mögen die Finger sich blutig schlagen!~sind 149 5 | fültest Dich mir nah;~im Finstern sucht'ich nach Deiner Hand~ 150 7 | sinen Herren wendet~un Zähne fletscht, erschlägst Du ihn dann 151 7 | absichtsvoll der Gott, der Deine Flucht hierhergewandt? ~Höre wohin, 152 4 | das Tor, rechts. Sisera folgt als Letzter.) ~TINMATH & 153 5 | RAHAB: Grausamer! Was fragst Du? ~HIRAM: Wißen will ich, 154 6 | Weib bist Du toll? Wer fragt Dich was Du meinst? ~NAHALAL: 155 5 | Und Dank der unbekannten Frau. ~RAHAB: Ist es Dein Volk, 156 4 | Wehe, Jericho! Weh meinen Frauen und meinem Wein! ~TINMATH: 157 4 | ganz nahe): Wo ist der Fremde, der unverraten will? ~Wehe, 158 4 | Lange schon kommt kein Fremder mehr nach Jericho. ~BAR 159 7 | traurig nie gemacht und froh zu gleich? ~Hat nie in heißer, 160 5 | her;~Doch sahn sie mich zu früh' und jagten mich. ~RAHAB: 161 7 | sprich und sag mir was Du fühlst! ~HIRAM: Ist dies Zauberei? 162 5 | Glänzen meiner Augen, ~und fültest Dich mir nah;~im Finstern 163 4 | Schlafgemache der Rahab; ~die Fürsten gehen zitternd dahinein!~ 164 5 | Sternen? ~HIRAM: Der eine ist fürwahr genug für Kampf und Friede 165 1 | Viele und mehr noch ~in den Furchen des Bodens.~ESTHEMOA: Sie 166 5 | bin ich geboren.~Nun aber gab er seinem Volk Gewalt ~über 167 6 | mag Gefahr sein für die ganze Stadt. ~RAHAB: (wütend aufspringend) 168 4 | nichtsge hört? ~JABIN: Habt gar geschlafen? ~RAHAB: Wohl 169 7 | ein Eheweib, mit seinem Gatten soll. ~Willst Du mein Weib 170 7 | Dich zu thun dieses blut'ge Werk?~Und welche Kraft in 171 1 | Küstensand vermodern Dein Gebein.~(Hörner)~Verfluchter! Der 172 6 | Willst Du ihn nicht preis geben, sag ichs den Bürgern selbst ~ 173 3 | treibt sie mit wütender Geberde an. Rahab und die Skavinnen 174 5 | Volk behalten~Dort bin ich geboren.~Nun aber gab er seinem 175 5 | das Volk so wie ihm Gott gebot,~mit seines Bundes Lade.~ 176 5 | Well erst die Nacht herein gebro[chen]... ~HIRAM: Warum erst 177 7 | Zürnen noch Erwartung, kein Gedanke trieb je mein~Blut mit solchen 178 5 | Kampf und Friede, ~Dürre un Gedeih'n? Gebietet, Einer über 179 5 | Kampf und Friede Dürre und Gedeihn~für Haß und Liebe er allein 180 7 | ihrer ~Schönheit willen wohl gefällt.~(sie läßt sich, ohne Hiram 181 7 | Dann mögen wenn die Stadt gefallen meine Brüder mit dem Schwerte~ 182 7 | ihrem Blicke Deinen Blick gefangen?~Hat in der Blütezeit der 183 4 | selbst suchen. ~(Tinmath gefolgt von Ahelab und Nirjath geht 184 7 | Deines Aug's in mein's gefügter Blick... ~RAHAB: Sprich, 185 | gegen 186 5 | Lade.~RAHAB: Wart ihr so gehetzt, daß ihr nur Einen ~von 187 1 | habt ihr heute in der Stadt gehört?~NAHALAL: Herrin, zahlos 188 4 | Und weichst Du nicht so gehs Du, ich schwör Dir's,~Lebend 189 4 | erst hab ich eine Skavin gekauft, ~der Händler sagte sie 190 7 | den andern bist, die hier gekniet, ~Und weil Dein Angesicht 191 2 | hat sich in den Hof hinab gelaßen und lehnt keuchend und müde 192 7 | alles Eigen, denn Du warst geliebt! ~Faßt Du dies Hiram?~Hat 193 7 | sprich nur weiter mein Geliebter! ~HIRAM: Nicht Zürnen noch 194 4 | RAHAB: Nichts. ~TINMATH: Was gelten Weiberreden! Kommt! laßt 195 4 | Wenn Euch nach Feinden so gelüstet, ~dann sucht sie draußen, 196 7 | Rahab führt Hiram du Gemach auf das Dach und über die 197 7 | laue Wind ~Dich traurig nie gemacht und froh zu gleich? ~Hat 198 7 | ist's, ganz anders hier gemeint;~komm' her zu mir, hierher!~ 199 5 | Küngling. den vom Tode ich geretet ~weil Deine Augen so hell 200 5 | unbewacht! ~RAHAB: Ich hab's gesagt. ~HIRAM: Warum dann erst 201 7 | Dir einen dunklen Traum gesandt;~von dunklen Augen und von 202 5 | oder brecht,~doch ist's geschehn blebt Euch nichts übrig 203 7 | Deinem Vater vertrag'ne Geschenke übergeben. ~RAHAB: (Lächlend) 204 4 | nichtsge hört? ~JABIN: Habt gar geschlafen? ~RAHAB: Wohl warren wir 205 1 | Könige Sihon und Og haben sie geschlagen!~ESTHEMOA: Wer soll uns 206 5 | warum kamst Du in die Stadt geschlichen? ~HIRAM: Mich sandt' auf 207 7 | dieser Leib?~Ein Wunder dies Gesicht? In heißen Nächten hab ich 208 1 | Stämme mit Namen~Bleiche Gesichter sagst Du?~Greift denn das 209 7 | Brüstung des Walles. Die beiden Gestallen heben sich vom abendlichen 210 4 | SISERA: Du hast leicht reden! Gestern erst hab ich eine Skavin 211 5 | hell wie ein strahlendes Gestirn, ~Küß' meinen Mund im Dunkeln. 212 1 | Mast un Segel hoffnungslos getrieben;~und mag im Küstensand vermodern 213 5 | aber gab er seinem Volk Gewalt ~über die Könige der Amoriter 214 7 | nicht helfen, ~hätt'ich auch gewollt. ~Jetzt aber hämmert dies 215 7 | ihn dann nicht? ~HIRAM: Gib Antwort: Warum erschlugst 216 5 | saß nur einem Gott, ~auch gibt es keine Götter neben ihm. ~ 217 4 | ist! ~BAR TAN: Fort Weib! Gieb Raum! ~RAHAB: Zurück! (sie 218 5 | und Du sähest bloß das Glänzen meiner Augen, ~und fültest 219 2 | nur sprecht reiß'ich mit glühenden Zangen ~Euch die Zunge aus 220 5 | Gott, ~auch gibt es keine Götter neben ihm. ~RAHAB: Ein Gott? 221 5 | ihr nur Einen ~von Euren Göttern habt mit Euch führen können? ~ 222 4 | den Scene): Nein! ~RAHAB: Göttin, laß dies vorübergehn! ~ 223 1 | der Hauch eines schlimmen Gottes! ~NAHALAL: Man sollte mehr 224 5 | erst bei Nacht? ~RAHAB: Grausamer! Was fragst Du? ~HIRAM: 225 7 | noch nicht Nacht! ~RAHAB: Graut Dir denn nicht von mir? ~ 226 1 | Bleiche Gesichter sagst Du?~Greift denn das Volk hier nicht 227 6 | meinst? ~NAHALAL: Herrin zu groß ist meine Angst, ich muß 228 1 | und trinken verpraßen ihre Güter, ~sie klopfen des Nachts 229 7 | Zelte bei Dir wohnen in guter wie in böser Zeit; ~auch 230 7 | gen Nächten, Duft Deines Haares, der noch um mich war, ~ 231 6 | den Fremden hier verborgen hälst! ~RAHAB: Du geh und schweige! ~ 232 1 | opfern und länger...~(Sie hält erschreckt inne) ~ 233 6 | selbst ~wen hier Du verborgen hältst! (schreiend vor Angst) ~ 234 7 | auch gewollt. ~Jetzt aber hämmert dies tote Herz, und ich 235 4 | eine Skavin gekauft, ~der Händler sagte sie sei aus Babylonien.~ 236 1 | hergebracht von fremden~Händlern aus der Stadt, an die des 237 7 | und konnt' nicht helfen, ~hätt'ich auch gewollt. ~Jetzt 238 1 | ESTHEMOA: Man sagt diese Wilden hätten ~in bleichen Angesichtern 239 5 | Es hatte Akker nicht noch Häuser~kannte keine Städte mit 240 7 | Wiedersinn dreh'n sich im Kreise!~Halb versteh' ich, was Du beklagst; 241 7 | Nicht eine Nacht, ein Leben halt' ich Dich! ~Willst Du meinem 242 3 | Rahab und die Skavinnen halten inne, verharren aber bis 243 1 | langem Griff. Esthemoa eine Handpauke.)~ ~RAHAB: Schon wird es 244 5 | führen können? ~HIRAM: Israel hatt'auch so lang an einem Ort 245 | hatte 246 1 | Wind trieb sie hierher,~der Hauch eines schlimmen Gottes! ~ 247 7 | Walles. Die beiden Gestallen heben sich vom abendlichen Himmel 248 2 | Dich schüzen kann;~(Sie hebt den Vorhang zum Schlafgemach, 249 | heim 250 1 | Hörner)~Verfluchter! Der die Heimat mir entriß!~Vergargne Tage... 251 7 | Wunder dies Gesicht? In heißen Nächten hab ich sie gesehn.~ 252 7 | froh zu gleich? ~Hat nie in heißer, dunkler Nacht ein Gott 253 7 | verschmachten sehn, und konnt' nicht helfen, ~hätt'ich auch gewollt. ~ 254 5 | geretet ~weil Deine Augen so hell wie ein strahlendes Gestirn, ~ 255 4 | entfernt): Hier her, hierher! Herbei! ~BAR TAN (nach hinten rufend): 256 5 | hinab. ~Well erst die Nacht herein gebro[chen]... ~HIRAM: Warum 257 1 | in diese fremden Mauern hergebracht von fremden~Händlern aus 258 5 | hat er durch ein Meer uns hergeführt~also daß die Wellen wie 259 7 | sich Dein Hund gen sinen Herren wendet~un Zähne fletscht, 260 5 | thu'mit mir nach Deines Herzens Lust. ~(Rahab zieht Hiram' 261 4 | ist's noch nicht, daß Du heulen müßtest wie ein Hund. ~SISERA: 262 1 | zahlos sind sie, wie die Heuschrecken hinter jeden Stein~sind 263 1 | Erregung) ~Was habt ihr heute in der Stadt gehört?~NAHALAL: 264 7 | der Gott, der Deine Flucht hierhergewandt? ~Höre wohin, dann sei bereit 265 2 | Hiram hinein.)~Schnell, hier hinen, und rühr'Dich nicht.~(Rahab 266 1 | Insel in weichen Bogen ~hingeschmiegtem Strand,~wo ich als Kind 267 7 | Gott bestimmt weiter von hinnen mit Euch ziehen, ~immer 268 4 | Herbei! ~BAR TAN (nach hinten rufend): Habt ihr ihn? ~( 269 4 | Sclavinnen offnen die Tür im Hintergrund und gehen dann in die Kammern, 270 4 | Jabin und Sisera bleiben im Hintergrunde.) ~BAR TAN: Sprich, bist 271 7 | Sie sieht, die Hände auf Hirams Locken, über ihn weg in' 272 1 | sie sind behend wie die Hirsche~RAHAB: Hat einer vom Stadtvolk 273 2 | II. Hiram, Rahab~ ~HIRAM: Hör mich! Du... Weib...~Sie 274 1 | vermodern Dein Gebein.~(Hörner)~Verfluchter! Der die Heimat 275 4 | Wohl warren wir wach und hörten... ~NIRJATH, BAR TAN & JABIN: 276 2 | Hiram hat sich in den Hof hinab gelaßen und lehnt 277 1 | dem es ohne ~Mast un Segel hoffnungslos getrieben;~und mag im Küstensand 278 1 | dunkle Augen ~und se'in von hohen Wuchs und schönem Israel.~ 279 6 | weicht zur Kammertür zurück) Hündin, zurück! ~NAHALAL: Herrin 280 1 | sich verbergen~wie feige Hyänen! ~NAHALAL: Aus der Wüste 281 1 | Scene I. (Rahab ruht auf ihrem Lager. 282 6 | ihn nicht preis geben, sag ichs den Bürgern selbst ~wen 283 1 | Strand,~wo ich als Kind iff einer mild'ren Sonne mit 284 | ihren 285 | ihres 286 2 | Scene II. Hiram, Rahab~ ~HIRAM: Hör 287 3 | Scene III. Rahab, Chor~ ~(Rahab wirft 288 6 | mit einem Schrei in das Innere der Kammer.)~Da! Das und 289 1 | andre aber ruht an einer Insel in weichen Bogen ~hingeschmiegtem 290 per| Hiram, ein Kundschafter der Israeliten (Tenor)~Nahalal und Esthemoa, 291 4 | Scene IV. Bar Tan, Rahab, Tinmath, 292 5 | an einer Felsenwand, ~Die jäh in einen Abgrund sich verliert 293 4 | TINMATH: Das Weib hat eine jähe Rede! ~SISERA: Wie schön 294 5 | sahn sie mich zu früh' und jagten mich. ~RAHAB: Was Du nicht 295 7 | Erwartung, kein Gedanke trieb je mein~Blut mit solchen Wellen 296 | jede 297 1 | die Heuschrecken hinter jeden Stein~sind ihrer Viele und 298 1 | Wandrer kommt ihm nah,~seit jene Wilden rings um Jericho 299 7 | Dich lieb' erschlug ich jenes Weib, ~denn seit Du kamst 300 4 | sage Dir: Ein Mädchen! ~Jung und zart und schön wie der 301 4 | war's die Tür zu Deiner Kälber Stall?~(Stößt ihn zurück) ~ 302 7 | meine Stirn ist heiß ~als käm'ein Sandsturm. ~RAHAB: Weiter, 303 7 | einem dürstend, der nicht kam, ~hab' andre verschmachten 304 6 | Schrei in das Innere der Kammer.)~Da! Das und das! (schrei) ~ 305 6 | Zurück! (Nahalal weicht zur Kammertür zurück) Hündin, zurück! ~ 306 5 | Nahalal tritt leise aus einer Kammertüre, links, und steht hinter 307 2 | mich, wenn Du es willst und kannst...~(Hiram hat sich in den 308 5 | Akker nicht noch Häuser~kannte keine Städte mit festen 309 1 | ihrem Lager. Etwas rückwärts kauern die beiden Sklavinnen. Nahalal 310 4 | Rahab? ~RAHAB: Dir nicht und keinem aus der Stadt! ~Ich haß 311 4 | atemlos): Weiber! Saht ihr keinen Fremden? ~RAHAB (ruhig): 312 5 | Wachen hier bestellt,~und keines Spähers Aug' soll sehn, ~ 313 2 | hinab gelaßen und lehnt keuchend und müde an der Mauer.)~... 314 5 | aufwärts, ~keiner abwärts klimmt;~deshalb sind keine Wachen 315 1 | verpraßen ihre Güter, ~sie klopfen des Nachts an Deine Tür! ~ 316 7 | ruh'n. ~HIRAM: Mein Herz klopft wie nach überschnellem Lauf,~ 317 5 | Rahab richtet sich in die Kniee auf, sieht Hiram lange an 318 5 | Göttern habt mit Euch führen können? ~HIRAM: Israel hatt'auch 319 2 | selbst erschlagen. ~RAHAB: Kommst Du von draußen? ~HIRAM: 320 7 | verschmachten sehn, und konnt' nicht helfen, ~hätt'ich 321 4 | und schön wie der Tag.~Sie kost und schertzt, kann singen 322 7 | Wiedersinn dreh'n sich im Kreise!~Halb versteh' ich, was 323 7 | beklagst; doch sieh: ~mich kümmert nicht was war, ~daß Du mein 324 5 | leises spräch ich zu Dir: ~O Küngling. den vom Tode ich geretet ~ 325 5 | ein strahlendes Gestirn, ~Küß' meinen Mund im Dunkeln. 326 1 | hoffnungslos getrieben;~und mag im Küstensand vermodern Dein Gebein.~( 327 7 | nicht rückkehrst und nicht Kunde bringst, ~weil bei einem 328 per| Rahab (Sopran)~Hiram, ein Kundschafter der Israeliten (Tenor)~Nahalal 329 5 | gebot,~mit seines Bundes Lade.~RAHAB: Wart ihr so gehetzt, 330 7 | Geschenke übergeben. ~RAHAB: (Lächlend) Ganz anders ist's, ganz 331 5 | RAHAB: So höre Denk', Du lägest hier so wie Du jetzt liegst;~ 332 1 | Man sollte mehr opfern und länger...~(Sie hält erschreckt 333 4 | ist niemand hier. Ihr aber lärmt und tobt,~dringt in mein 334 5 | kein arger Gott~Aus fernen Landen hat er durch ein Meer uns 335 1 | harrend,~der von fern der langen Reise Ziel erreicht.~Was 336 4 | gelten Weiberreden! Kommt! laßt uns selbst suchen. ~(Tinmath 337 7 | Hat in der Blütezeit der laue Wind ~Dich traurig nie gemacht 338 7 | klopft wie nach überschnellem Lauf,~mein Kopf ist wirr und 339 1 | rings um Jericho liegen.~Was lauren diese Wilden in der Wüste~ 340 4 | gehs Du, ich schwör Dir's,~Lebend nicht von hier! ~TINMATH: 341 7 | sich)~Dies Weib ist Rahab, lebt in Jericho als eine Dirne 342 7 | Locken, über ihn weg in's Leere)~Weil Du so fremd von all 343 2 | den Hof hinab gelaßen und lehnt keuchend und müde an der 344 7 | Zauberei? Ein Zauber dieser Leib?~Ein Wunder dies Gesicht? 345 4 | ein Hund. ~SISERA: Du hast leicht reden! Gestern erst hab 346 5 | Die Sclavin Nahalal tritt leise aus einer Kammertüre, links, 347 5 | und näm'sie in meine und leises spräch ich zu Dir: ~O Küngling. 348 4 | rechts. Sisera folgt als Letzter.) ~TINMATH & NIRJATH: Ja 349 4 | Wir finden nichts. ~RAHAB: Leute es ist niemand hier. Ihr 350 7 | erschlagen: ~weil ich Dich lieb' erschlug ich jenes Weib, ~ 351 7 | ziehen, ~immer bei Dir, liebend und treu, bis der Tod uns 352 7 | das sein? ~In meinem Volke liebt das Weib den Mann, ~dem 353 5 | lägest hier so wie Du jetzt liegst;~und denke Dir es wäre Nacht, 354 5 | Dein Volk, das um die Stadt liegt? ~HIRAM: Ja, es ist mein 355 7 | sieht, die Hände auf Hirams Locken, über ihn weg in's Leere)~ 356 1 | Vergargne Tage... Unvergeß'nes Los...~(Rahab sammelt sich aus 357 5 | allein gebietet über Erde, ~Luft und Meer, der obern wie 358 5 | mir nach Deines Herzens Lust. ~(Rahab zieht Hiram's Kopf 359 7 | HIRAM: Und bin ich blind so mach' mich sehend; rede: ~RAHAB: 360 4 | SISERA: Ei was ! Rahab die Mächtige! ~TINMATH: Das Weib hat 361 4 | Sie hat Anhang unter den Mächtigen. ~(Tinmath, Jabin, Ahelab & 362 4 | Babylonien.~Ich sage Dir: Ein Mädchen! ~Jung und zart und schön 363 1 | schlagen!~sind dies denn Männer, die hinter Mauern sich 364 4 | Schrei hinter der Scene)~EINE MÄNNERSTIMME (Hinter den Scene): Nein! ~ 365 4 | Schritte und Rufe)~EINIGE MÄNNERSTIMMEN (hinter der Scene): Wehe 366 1 | zugrunde gehn nach dem es ohne ~Mast un Segel hoffnungslos getrieben;~ 367 2 | keuchend und müde an der Mauer.)~...Wenn sie mich finden 368 7 | Jehovah diese Stadt und alles Mauerwerk, ~das rings um aufgetürmt 369 5 | keine Städte mit festen Mauren;~Es zog das Volk so wie 370 1 | aus der Stadt, an die des Meeres eines Ende schlägt!~Das 371 | meines 372 6 | toll? Wer fragt Dich was Du meinst? ~NAHALAL: Herrin zu groß 373 4 | verschloßenen Tür)~Höre Mensch, bist Du von Sinnen? Weißt 374 1 | wo ich als Kind iff einer mild'ren Sonne mit meinen Eltern 375 2 | gelaßen und lehnt keuchend und müde an der Mauer.)~...Wenn sie 376 4 | noch nicht, daß Du heulen müßtest wie ein Hund. ~SISERA: Du 377 4 | bist Du's nicht mehr: ~(Er nähert sich Rahab)~BAR TAN: Man 378 5 | ich nach Deiner Hand~und näm'sie in meine und leises 379 1 | kann es erzählen ~wer ihnen nahet den erchlägt das Schwert. ~ 380 1 | sind ihrer zwölf Stämme mit Namen~Bleiche Gesichter sagst 381 7 | noch Deinem Vater vertrag'ne Geschenke übergeben. ~RAHAB: ( 382 | neben 383 4 | uns auf!~Wehe, Wehe, Sie nehmen sich unsre Weiber. ~CHOR: 384 6 | Angst?~(Rahab sticht Nahalal neider. Diese fällt mit einem Schrei 385 2 | Du vom Blute der Erschlag'nen. ~HIRAM: Ein Stein, ein 386 1 | wenn man so ruht vergang'ner Tage...~in diese fremden 387 1 | Vergargne Tage... Unvergeß'nes Los...~(Rahab sammelt sich 388 4 | steta hier. ~AHELAB: Habt nichtsge hört? ~JABIN: Habt gar geschlafen? ~ 389 5 | sieht Hiram lange an und nimmt seine Hände) ~RAHAB: So 390 | ob 391 4 | und geht. ~(Der Sclavinnen offnen die Tür im Hintergrund und 392 7 | schonst um der Liebe Wilen oh Gott! Dann soll mein Mund 393 7 | ab.) ~Vorhang.~Ende der Oper.~ 394 1 | NAHALAL: Man sollte mehr opfern und länger...~(Sie hält 395 7 | Du auch anders von diesem Orte gehn.~War er absichtsvoll 396 per| Personen~ ~Rahab (Sopran)~Hiram, 397 6 | RAHAB: So hast Du Angst, und plapperst in der Angst?~(Rahab sticht 398 2 | ist vorbei. ~RAHAB: (mit plözlichem Entschluß) Geh hier hinein 399 6 | höre: Willst Du ihn nicht preis geben, sag ichs den Bürgern 400 7 | solchen Wellen durch die Pulse mir... als...~Deines Aug' 401 4 | dringt in mein Haus wie die Räuber. ~AHELAB: Du hörst doch: 402 1 | in der Wüste~daß ich am Rand des steingefaßten Brunnens ~ 403 4 | BAR TAN: Fort Weib! Gieb Raum! ~RAHAB: Zurück! (sie zieht 404 4 | wird Dir sagen, daß ich reich bin. ~RAHAB: (Spöttisch) 405 1 | der von fern der langen Reise Ziel erreicht.~Was denkt 406 2 | ihr ein Wort nur sprecht reiß'ich mit glühenden Zangen ~ 407 1 | als Kind iff einer mild'ren Sonne mit meinen Eltern 408 5 | entlaßen willst! ~(Rahab richtet sich in die Kniee auf, sieht 409 2 | Ich will es nicht! Ganz rot bist Du vom Blute der Erschlag' 410 7 | ausgesandt, ~daß Du nicht rückkehrst und nicht Kunde bringst, ~ 411 1 | ruht auf ihrem Lager. Etwas rückwärts kauern die beiden Sklavinnen. 412 2 | Schnell, hier hinen, und rühr'Dich nicht.~(Rahab verschließt 413 6 | willst Du? ~NAHALAL: (sie rührt Rahab ängstlich an der Schulter) 414 4 | zitternd dahinein!~Du aber rüttelst am Griff als war's die Tür 415 4 | verhallenden Schritte und Rufe)~EINIGE MÄNNERSTIMMEN (hinter 416 4 | Herbei! ~BAR TAN (nach hinten rufend): Habt ihr ihn? ~(Ein durch 417 7 | Lippen, die auf Deinen Lippen ruh'n. ~HIRAM: Mein Herz klopft 418 4 | keinen Fremden? ~RAHAB (ruhig): Lange schon kommt kein 419 5 | Nacht, ganz dunkel, ~und Du sähest bloß das Glänzen meiner 420 4 | sei aus Babylonien.~Ich sage Dir: Ein Mädchen! ~Jung 421 7 | Wärst Du nicht blind so sagest Du Dir's selbst. ~HIRAM: 422 4 | Skavin gekauft, ~der Händler sagte sie sei aus Babylonien.~ 423 5 | sehen Hiram. ~HIRAM: Du sagtest doch der Wall sei unbewacht! ~ 424 7 | Brennende Sterne, wie ich sie sah, zum Himmel~schauend in 425 5 | Josua von Sittim her;~Doch sahn sie mich zu früh' und jagten 426 5 | mich. ~RAHAB: Was Du nicht sahst das sag' ich Dir; ~zwar 427 4 | BAR TAN (atemlos): Weiber! Saht ihr keinen Fremden? ~RAHAB ( 428 1 | Sklavinnen. Nahalal spielt ein Saiteninstrument mit langem Griff. Esthemoa 429 7 | wie das Meer mit bittrem Salz. ~Sonst aber hab' ich nichts!~ 430 1 | Unvergeß'nes Los...~(Rahab sammelt sich aus ihrer Erregung) ~ 431 7 | Stirn ist heiß ~als käm'ein Sandsturm. ~RAHAB: Weiter, sprich 432 5 | geschlichen? ~HIRAM: Mich sandt' auf Kundschaft Josua von 433 5 | so lang an einem Ort es saß nur einem Gott, ~auch gibt 434 2 | sucht dich?~Frag' nicht und schau mich nicht so lange an!~ 435 7 | ich sie sah, zum Himmel~schauend in sehnsücht'gen Nächten, 436 4 | Die eine aber dort, die scheint versperrt.~(Rahab stürtzt 437 4 | wie der Tag.~Sie kost und schertzt, kann singen und tanzen 438 5 | denn das Volk ist feig und scheut den Kampf. ~HIRAM: Wie find 439 1 | die des Meeres eines Ende schlägt!~Das andre aber ruht an 440 2 | Sie hebt den Vorhang zum Schlafgemach, öffnet die Türe und stößt 441 4 | Tür das ist?~Sie führt zum Schlafgemache der Rahab; ~die Fürsten 442 2 | HIRAM: Ein Stein, ein Schleuderschuß mein eignes Blut...~was 443 4 | aufatmend auf ihr Lager) ~RAHAB: Schließt auf! Führt mir ihn her und 444 1 | hierher,~der Hauch eines schlimmen Gottes! ~NAHALAL: Man sollte 445 7 | meine Schönheit ist mit Schmach vermengt als wie das Meer 446 1 | es Abend,~und ich hab den Schmuck mit mir noch nicht angelegt,~ 447 1 | steingefaßten Brunnens ~in meinem Schmukke heut nicht sitzen mag,~eines 448 7 | harrend, ~dem sie ihres Schmukkes und ihrer ~Schönheit willen 449 2 | und stößt Hiram hinein.)~Schnell, hier hinen, und rühr'Dich 450 1 | se'in von hohen Wuchs und schönem Israel.~RAHAB: Es sind ihrer 451 1 | nicht sitzen mag,~eines schönen fremden Mannes harrend,~ 452 5 | meinen Mund im Dunkeln. Du Schöner,~und thu'mit mir nach Deines 453 7 | Rahab. ~RAHAB: Wenn Du mich schonst um der Liebe Wilen oh Gott! 454 7 | erbarmte, denn die mich schonte um der Liebe Wilen, Rahab. ~ 455 6 | hier Du verborgen hältst! (schreiend vor Angst) ~RAHAB: So hast 456 7 | mein Blut nach Deinem Blute schreit, ~das ist und darum laß 457 4 | aus seinem Versteck und schreitet langsam zum Lager der Rahab.) ~ 458 4 | hört auf die verhallenden Schritte und Rufe)~EINIGE MÄNNERSTIMMEN ( 459 1 | Wer soll uns jetzt noch schützen? ~~NAHALAL: Ihnen allein 460 2 | weiß ich nicht ob ich Dich schüzen kann;~(Sie hebt den Vorhang 461 6 | rührt Rahab ängstlich an der Schulter) Herrin... es ist nicht 462 1 | Ihnen allein war unser Schutz vertragen. ~ESTHEMOA: Der 463 4 | Herrin! Herrin! ~RAHAB: Schweig! ~SISERA (zu Jabin): S'ist 464 6 | hälst! ~RAHAB: Du geh und schweige! ~NAHALAL: Herrin, es ist 465 1 | Wall ist wohl fest, s'ist schwer ihn zu stürmen; ~vielleicht 466 1 | ihnen nahet den erchlägt das Schwert. ~ESTHEMOA: Man sagt diese 467 7 | gefallen meine Brüder mit dem Schwerte~hier mich erschlagen! ~RAHAB: 468 4 | Du nicht so gehs Du, ich schwör Dir's,~Lebend nicht von 469 5 | Kopf an ihre Brust. Die Sclavin Nahalal tritt leise aus 470 4 | ihn her und geht. ~(Der Sclavinnen offnen die Tür im Hintergrund 471 4 | Du hörst doch: ein Feind sclich hier in die Stadt. ~RAHAB: 472 1 | Angesichtern dunkle Augen ~und se'in von hohen Wuchs und schönem 473 | Sechs 474 7 | Angesicht so anders meine Seele angerührt, ~sollst Du auch 475 1 | nach dem es ohne ~Mast un Segel hoffnungslos getrieben;~ 476 5 | gleich? ~RAHAB: Man könnt es sehen Hiram. ~HIRAM: Du sagtest 477 7 | ich blind so mach' mich sehend; rede: ~RAHAB: Um Dich zu 478 7 | noch nichts Dein Herz mit Sehnsucht und Verlangen angerührt?~ 479 7 | zum Himmel~schauend in sehnsücht'gen Nächten, Duft Deines 480 5 | sehn, ~laß ich an langem Seile Dich hinab. ~Well erst die 481 | seine 482 | seines 483 7 | Wenn sich Dein Hund gen sinen Herren wendet~un Zähne fletscht, 484 2 | Mund!~Zu trinken! Und jetzt singt! ~ 485 7 | langsam auf den Teppich sinken) ~HIRAM: Warum soll ich 486 5 | auf Kundschaft Josua von Sittim her;~Doch sahn sie mich 487 3 | wirft sich auf ihr Lager. Situation wie zu Anfang. Andauernder, 488 1 | meinem Schmukke heut nicht sitzen mag,~eines schönen fremden 489 4 | Gestern erst hab ich eine Skavin gekauft, ~der Händler sagte 490 7 | Gedanke trieb je mein~Blut mit solchen Wellen durch die Pulse mir... 491 7 | meine Seele angerührt, ~sollst Du auch anders von diesem 492 1 | schlimmen Gottes! ~NAHALAL: Man sollte mehr opfern und länger...~( 493 | Sonst 494 per| Personen~ ~Rahab (Sopran)~Hiram, ein Kundschafter 495 5 | hier bestellt,~und keines Spähers Aug' soll sehn, ~laß ich 496 7 | aufgetürmt zerworfen hat: ~Dann spare des Weibes so wie Sie sich 497 3 | Skavinnen singen ängstlich und spielen mit zitternden Händen. Rahab 498 1 | beiden Sklavinnen. Nahalal spielt ein Saiteninstrument mit 499 4 | Sie schlagen uns tot, sie spießen uns auf!~Wehe, Wehe, Sie 500 4 | ich reich bin. ~RAHAB: (Spöttisch) Lang' bist Du's nicht mehr: ~(


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