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Richard Wagner
Das Liebesverbot

IntraText - Konkordanzen

(Hapax - Wörter, die nur einmal vorkommen)
16-grusse | gunst-trage | trat-zweit

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1 | 16 2 2 | gar noch aus! ~Dorella ist abgeeilt. Luzio wirft sich wie rasend 3 2 | ich fragen, ~wie alles abgelaufen sei? ~Isabella ~Ich kann 4 2 | tralalalalala! ~Die Alltagskleider abgetan, ~tralalalalala! ~Die Larven 5 1 | hieherberufen; ~ich gab ihm meinen Abscheu zu erkennen, ~er fühlte 6 1 | bezwingst! ~Isabella ~Ha, der Abscheuliche, der Verruchte! ~Gott gibt 7 2 | Leb wohl, nimm diesen Abschiedskuß; ~so büße ich das schöne 8 1 | Galerien. Brighella mit einer Abteilung von Sbirren, die er am Eingang 9 per| Friedrich, ein Deutscher, in Abwesenheit des Königs Statthalter von 10 1 | du stets, nicht wert mich achtend, ~zu teilen einer Schwester 11 1 | sag mir an, ~ob du noch achtest Zucht und Scham? ~Dorella ~ 12 1 | kränken zu dürfen meint; ~| er achtet ihrer Schmerzen nicht, ~\ 13 1 | wagen! Still! ~Und ihr gebt Achtung den Gesetzen! ~Alle ~Seid 14 2 | geh, wohin du willst! - Addio! - ~Brighella ~Ja, ja, ich 15 2 | erglühen, ~| mir füllt die Adern Angst und Graus; ~| ich 16 1 | Isabella ~Kann ich es ändern, muß ich nicht? ~Friedrich ~ 17 2 | Schurken! ~Macht euch auf Ärgeres gefaßt! ~Verderbt mir nichts, - 18 1 | nicht! ~Dorella ~Du liebes Affenangesicht! ~/ Dorella ~| Nun ist's 19 1 | nicht geirrt! ~Brighella ~Ah! - ich vergesse das Verbot! ~ 20 1 | Dorella wird gebracht.] ~Aha! Du bist's! Nur näher 'ran, ~ 21 1 | Was Neu's von Friedrichs Alberei'n! ~Brighella [liest das 22 2 | haben wir beschlossen, ~dem albernen Verbot zum Trotz ~den Karneval 23 2 | Versprechen? ~Luzio ~Wenn ich von alledem was wisse! ~Dorella ~Willst 24 1 | füllt diese Szene durch allerhand komische Verteidigungsmaßregeln 25 2 | ihr getan, ~ich bete eure Allmacht an! ~Dorella ~Das ist zuviel, 26 2 | heran, ~tralalalalala! ~Die Alltagskleider abgetan, ~tralalalalala! ~ 27 2 | entsetzt über Brighellas Anblick] ~Herr! - Wie siehst du 28 2 | einzigen sein; noch ganz andere Leute, als wir zwei, werden 29 2 | ist dahin! Was sollt' ich anfangen? Man braucht Sbirren, man 30 2 | Glockengeläute verkünden die Ankunft des Königs. Der Zug kommt 31 2 | Lusthäuser mit parkähnlichen Anlagen; ein Zelt mit Erfrischungen 32 2 | Schwüre, Versprechungen, Anträge, Liebkosungen jedoch sind 33 1 | wer wird dir glauben? ~Den Antrag gebe ich sogleich ~für eine 34 1 | Befehl? Antworte mir! ~Alle ~Antwortet schnell, was für Befehl? ~ 35 1 | und Tabagien Verwüstungen anzurichten; sie reißen die Aushängeschilder 36 1 | ihr Schurken, laßt die Arbeit sein! ~Schlagt auf sie los 37 2 | Signor, ~| daß ihr die Arme so verlaßt; ~| es geht aus 38 2 | ein Weib aus dir gemacht! ~Armseliger, wohin ist das System, ~ 39 2 | kommen mehrere Sbirren.] ~Arretiert dieses Ungeheuer! Macht 40 2 | Häuser ein! ~Verbrennt zu Asche die Gesetze! ~Frisch auf! 41 1 | einem Weibe? ~Friedrich [aufbrausend, schnell] ~Entfernet euch! ~ 42 2 | laßt mich, ich bin nicht aufgelegt, ~ich komme später auf dem 43 2 | hervor, ~\ daß man mir völlig aufgepaßt! ~Isabella ~Welch ein Verbrecher 44 1 | Isabella ~O seid nur heiter, aufgeräumt! ~Das ist ja Spaß, was ihr 45 2 | Pontio [indem ihm die Sbirren aufhelfen und ihn forttragen] ~Jedes 46 2 | Sbirren, man bietet mir die Aufnahme in ihre noble Gesellschaft 47 2 | ein Kerl? ~Pontio [sich aufrichtend] ~Seid ihr gescheit? Was 48 | aufs 49 1 | aller Heuchler ~vor euren Augen euch entlarven! ~Friedrich ~ 50 2 | Begnadigung, ~geschärft zum augenblicklichen Volzug ist der Befehl! ~ 51 1 | das Friedrichs Torheit ausersann, ~wonach ein so geringer 52 2 | sizilianischer Charaktertanz ausgeführt. ~Luzio ~Ihr junges Volk, 53 2 | doch hätte man mich ausgelacht. ~Wer glaubt denn wohl an 54 1 | anzurichten; sie reißen die Aushängeschilder herunter, zerschlagen Möbel 55 2 | Liebesverbot! Kann er's aushalten, so ist er Deutscher! Ich 56 1 | sowie zur Verhütung größerer Ausschweifungen bewogen, mit exemplarischer 57 2 | glaubte jetzt nur Prügel austeilen zu dürfen, - statt dessen 58 2 | tausendste der Schwüre! ~Luzio [ausweichend] ~Daß ich nicht eins ins 59 2 | heuchlerischen Schurkereien auszuführen! Laß mich zu Claudio! ~Pontio ~ 60 1 | macht Ernst, die Sache auszugleichen! ~| Begnadigt uns und macht 61 2 | bieten, ~da euch schon süße Bande fesseln! ~Dorella ~Was höre 62 2 | sich wie rasend auf eine Bank. ~Pontio kommt. ~Isabella ~ 63 1 | daß sie verzeih', ~dann bau' ich ganz auf ihren Mut! ~/ 64 2 | geht! ~Isabella ~Nun denn, beacht' es wohl! ~Signor, lebt 65 1 | Widerstand - ~Friedrich ~Beachte deine Pflicht, doch weiter ~ 66 1 | Bittschrift. ~Antonio ~Ich bin beauftragt von dem Volk, ~euch diese 67 2 | wenn jauchzend ganz Italien bebt, ~sei auch Sizilien neu 68 1 | Übels zu vertilgen. Wir befehlen kraft der uns verliehenen 69 1 | Antonio ~Was für Befehl befolgt ihr hier? ~Luzio ~Was für 70 1 | Wenn auch, wir wollen ihn befrein! ~Claudio ~Ihr kennt nicht 71 1 | hast mich jetzt besiegt, ~befürchte nichts, doch eile fort, ~ 72 2 | Trotz ~den Karneval froh zu begehen. ~Chor ~Bereit sind wir 73 2 | bin, ~noch eine Sünde zu begehn. ~Luzio ~Noch eine Sünde! 74 2 | das Fest hinein, ~zur Lust begeistre uns der Wein, ~wenn jauchzend 75 1 | Lüste, ~im Schlamme der Begierden? ~Nur nach Vergnügen, Freude 76 1 | ein Fehler sei, ~was ich beging, ich mach' ihn gut; ~bewege 77 1 | Friedrich tritt auf in Begleitung mehrerer hohen Staatsbeamten. ~ 78 2 | Sie will den Glühendsten beglücken, ~mir Sel'gem ihre Liebe 79 2 | sollt ihn ganz erkennen! ~Begnad'gen wollt er meinen Bruder ~ 80 1 | Sache auszugleichen! ~| Begnadigt uns und macht uns frei! ~| 81 2 | meiner Gnade aus! ~Doch, das Begnadigungspatent des Bruders, ~das ich noch 82 1 | zur Wache] ~| Macht's ihm begreiflich, jagt ihn fort! ~| Pontio ~| 83 2 | großen Degen ab, versteckt beides in das Gebüsch und zeigt 84 1 | Ich schlag' euch Arm und Beine krumm! ~Brighella ~Nur vorwärts, 85 2 | ein Schurke! ~Isabella [beiseite] ~So recht, zwar fest steht 86 1 | jedes Wort! ~Brighella ~Bekenne, ungeratnes Kind, ~wieviel 87 2 | zu dürfen, - statt dessen bekomme ich sie noch, nach wie vor! - 88 2 | wie würde mir die Liebe bekommen! ~[Geht ab.] ~Der Ausgang 89 1 | verboten; alle Wirtschaften und Belustigungsörter sollen aufgehoben ~und geräumt 90 2 | Isabella, ohne Dorella zu bemerken. ~Luzio ~Wie glücklich, 91 1 | Brighella ~Packt diesen Bengel sondergleichen! ~Luzio ~ 92 2 | von der anderen Seite und beobachtet in einem Versteck Luzio 93 1 | uns manch herb Geschick; ~beraubt der Mutter und des Vaters, ~ 94 1 | Wie warm ihr Atem, wie beredt ihr Ton; - ~bin ich ein 95 2 | Schicksals, ~das ich so lang ihm berge, streng bestraft! - ~Doch 96 2 | wohl an Friedrichs Liebe? ~Beruhigt euch, nichts hilft das Toben! ~ 97 1 | Schar von Sbirren sind damit beschäftigt, in den Belustigungsörtern 98 2 | Leute! ~Einmütig haben wir beschlossen, ~dem albernen Verbot zum 99 2 | bin sittsam geworden, ich beschütze die Tugend und wache über 100 2 | die Heiligen mögen euch beschützen! ~Brighella [hält sie] ~ 101 1 | Erlaubt mir, daß ich mich beschwere, ~Signor, was bin ich ohne 102 1 | Daß du die Schönste bist, ~beschwöre ich als Christ. ~Dorella ~ 103 2 | ihn sprechen, ich muß ihn beschwören, eher sein Leben als seiner 104 1 | den Versuch auf, euch zu bessern! ~Ihr kennet das Gesetz, 105 1 | bei! ~Ihr schwurt mir ja beständig Treu', ~und ich zog euch 106 2 | Isabella ~Ich kann das Beste euch nur sagen, - ~noch 107 2 | sich lange nicht; ~derweil bestell' ich Friedrich für die Nacht! ~ 108 2 | Claudio betrifft, ~hieher bestellen; verschweig es meinem Bruder, ~ 109 2 | nimm! Hier diesen Brief bestellst du an Mariana, ~und dem 110 1 | Friedrich ~Wie ich's bestimmt - ~Brighella ~Ach so! ~Friedrich ~ 111 2 | habt Wunder ihr getan, ~ich bete eure Allmacht an! ~Dorella ~ 112 1 | solcher Härte könntet ihr betrachten so geringen Fehler, ~des 113 1 | wird gebracht. Friedrich betrachtet ihn lange mit strengem Blicke. ~ 114 1 | Laßt los! ~Dorella ~Was für Betragen! ~Luzio ~Helft mir, ich 115 1 | unbekannt ~Sizilien einst betrat, ~gewann des Königs Gunst 116 2 | Ihr wollt doch nie es mehr betreten! ~Isabella ~Gewiß! Ich werde 117 2 | das meinen Bruder Claudio betrifft, ~hieher bestellen; verschweig 118 1 | Isabella, eile fort, ~und nie betritt mehr diesen Ort! ~Isabella ~ 119 1 | Signor! ~Brighella [prallt betroffen zurück] ~Verdammt, wie wird 120 2 | wie jämmerlich sind wir betrogen! ~Luzio ~Entehrtes Weib, 121 1 | das Opfer sein?! - ~\ O du betrogne Mariana! ~Mariana! Mariana! - ~[ 122 1 | Fenstern und Türen.] ~Herbei, betrognes Volk, herbei! ~Sprengt alle 123 2 | allein! ~| Sie kennt ja nur Betrügerei'n! ~| Alle ~| Wem soll man 124 2 | gleich auf, den Lumpenkerl! ~Bewach ihn! 'ne Maske! ~Pontio ~ 125 2 | gleich auf, den Lumpenkerl! ~Bewache ihn! 'ne Maske!'' Gut! ~ 126 2 | Friedrich soll ich hier bewachen! ~He, Pontio! ~Pontio [entsetzt 127 2 | so hast du Mut und Kraft bewährt! ~Claudio ~Hör mich, 's 128 1 | beging, ich mach' ihn gut; ~bewege sie, daß sie verzeih', ~ 129 1 | ein, ~laßt uns die Lust bewilligt sein! ~Wir bitten, daß der 130 1 | größerer Ausschweifungen bewogen, mit exemplarischer Strenge 131 2 | sie lacht euch doch bezeiten aus! ~| Luzio ~| Vor Wut 132 1 | daß seine Starrheit du bezwingst! ~Isabella ~Ha, der Abscheuliche, 133 2 | euer Herz und eure Hand zu bieten, ~da euch schon süße Bande 134 2 | Man braucht Sbirren, man bietet mir die Aufnahme in ihre 135 2 | Isabella ~Ha, ein vortrefflich Bild, ich muß gestehn! - ~Wer 136 2 | herein, welche Friedrich ein Billett überreicht. Beide bleiben 137 2 | Schließer. ~[Luzio lacht bitter.] ~Was ist da zu lachen? 138 1 | Friedrich [zerreißt das Blatt heftig] ~Das sei die Antwort 139 1 | Doch sei's! - Ihr aber, - bleibet hier! ~Isabella ~Laßt sie 140 2 | läst'gen Schwätzer los! ~Wo bleibst du, Isabella? ~Mariana zeigt 141 1 | betrachtet ihn lange mit strengem Blicke. ~Friedrich ~Ha, ihr seid 142 2 | ich zum Scheine bloß, ~ich blieb dir treu, ich liebe dich, ~ 143 1 | zu trotzen dem Verbote blind? ~Dorella [lachend] ~Ha 144 2 | Ungeheuer! ~Verworfnes, böses Katzenherz! ~Dorella ~Hilf 145 2 | fangen, ~für Narrheit und für Bosheit dich bestrafen! ~Der Plan 146 2 | denken, ~er ist verlarvt, brach sein Gesetz! ~Wer ist das 147 2 | allein in deinen Leiden ~bräch' auch dir das Herz! ~[Isabella 148 2 | darauf Verzicht! ~Mein süßes Bräutchen, lebe wohl! ~Mariana ~Novizenschwester, 149 1 | Männer nicht zu Saus und Braus? ~Dorella [lachend] ~Ha 150 2 | Wohlan! Ich grüße dich als Braut, ~denn Flitterwochen bist 151 2 | glühend, wie des Südens Hauch ~brennt mir die Flamme in der Brust; ~ 152 2 | Pontio [entsetzt über Brighellas Anblick] ~Herr! - Wie siehst 153 2 | Leben, ~o rede schnell, was bringst du mir? ~Isabella ~Ein schönes 154 1 | Priesters Hand ~das stille Bündnis unsrer Liebe, ~doch er, 155 2 | diesen Abschiedskuß; ~so büße ich das schöne Leben, ~von 156 2 | schließer kommt mit einigen Bütteln herbei. ~Claudio ~Was tust 157 2 | keuschen Mann, zum neuen Bund ~und liefert dann ihn meiner 158 2 | Charaktermasken usw. Alles wogt bunt durcheinander. Es ist Abend. ~ 159 2 | führt ihn an! ~Ihn freuen bunte Scherze mehr ~als eure traurigen 160 2 | Lustbarkeit! ~Danieli ~Ihr buntes Volk, macht euch heran! ~ 161 1 | Brighella ~Dein Name, Bursche, nenn ihn schnell! ~Pontio ~ 162 2 | sehr viel ~durch strenge Buße sühnen müssen, ~weil ich 163 2 | aller Art und von allen Charakteren folgen. Man zieht über den 164 2 | ganz maskiert, italienische Charaktermasken usw. Alles wogt bunt durcheinander. 165 2 | feuriger sizilianischer Charaktertanz ausgeführt. ~Luzio ~Ihr 166 per| Novize im Kloster ~Brighella, Chef der Sbirren ~Danieli, Wirt 167 2 | Ab mit einem Teile des Chores. Mehrere Sbirren bringen 168 1 | der Szene] ~Salve regina coeli! Salve! ~Isabella und Mariana 169 2 | ich die Gedanken, ~die wie Dämonen mich durchzucken. ~Im Fieber 170 | dafür 171 1 | meinem Bruder! ~Friedrich ~Dahingeschmolzen ist das Eis, ~vor ihrem 172 1 | es werde! ~Ich will ein Damm sein eurer Leidenschaft, ~ 173 | danach 174 2 | tat Wunderkraft; ~Ich bin dankbar zu eurem Dienst geweiht. ~ 175 1 | früher so klug war! Ich danke für die gütige Erinnerung. ~[ 176 2 | Isabella ~Bringt ihn von dannen! ~Pontio ~He, ihr Leute, 177 2 | mich dem Gesetz ~als Opfer dar, eh'r sterb' ich selbst! ~[ 178 | daran 179 | darauf 180 | darin 181 2 | schon meinen ganzen Verstand darüber verloren! ~Dorella ~Ach, 182 | darum 183 1 | mit allen ~gefangen und davongeführt. ~Claudio ~Du warst mir 184 2 | langen Mantel und großen Degen ab, versteckt beides in 185 | deines 186 2 | Narrenprozession? ~Luzio ~Wieso? Ich denk' ihr seid ein Kluger, ~und 187 2 | Geduld, ich sag' es dir! - ~Denkst du noch an die Schwüre, 188 1 | und niemand störe! ~Eine Deputation von jungen Edelleuten tritt 189 1 | um sich herumpostiert und dergleichen. ~Von außen heftige Schläge 190 2 | sträubt sich lange nicht; ~derweil bestell' ich Friedrich für 191 | deshalb 192 1 | Todesstrafe jede Gebräuchlichkeit desselben verboten; alle Wirtschaften 193 | dessen 194 1 | leichten, tollen Leben. ~Luzio ~Desto gewicht'ger bin ich jetzt. ~ 195 1 | schweigst! Wie sollen wir das deuten? ~/ Sie schweigt in stummem 196 1 | Was willst du? Nenn es deutlich mir! ~Friedrich ~Die höchste 197 1 | außer Brighella] ~| Der deutsche Narr, auf, lacht ihn aus, ~| 198 2 | Isabella ~Brighella? Herr und Diener? Ha, vortrefflich! ~Sahst 199 1 | Dienst; - ~in jenem Weinhaus dient' ich nun, ~und heute werde 200 2 | nein, so geht nicht das Ding, ~und damit nichts gelogen 201 2 | Isabella ~Ich habe auch schon dran gedacht; - ~doch hätte man 202 1 | denn stets verschlossen, ~drang Liebe nie in deine Brust, ~ 203 2 | uns eben recht! ~Angelo ~Drauf los! ~Brighella ~Weg mit 204 | drei 205 2 | voller Brust; ~wir halten dreifach Karneval, ~und niemals ende 206 1 | sehr verdächtig mir! ~| Ihr Droh'n verwirrt mir ganz den 207 1 | was ihr hier seht; ~der drüben ist mein guter Freund, ~ 208 1 | Gesetz? ~Luzio ~Ich lache drüber, tu es auch! ~Claudio ~Schon 209 2 | ich will sie an den Busen drücken, ~ich will ihr Gott und 210 1 | Du sprichst umsonst! ~[Er drückt sie gewaltsam auf die Seite.] ~ 211 2 | und Grimm! ~Isabella ~Mich dünkt, ihm ist nicht wohl dabei! ~/ 212 1 | Friedrich ~Du gehst zurück, ich dürfte hoffen? ~Isabella ~Kann 213 2 | sie sehn, ~eh' mich der düstre Tod umhüllt, ~der Tod mit 214 2 | Charaktermasken usw. Alles wogt bunt durcheinander. Es ist Abend. ~Antonio ~ 215 2 | der Leidenschaft, die mich durchtobt? ~Eh'r bring' ich selbst 216 2 | Gedanken, ~die wie Dämonen mich durchzucken. ~Im Fieber wallet mir das 217 2 | Antonio ~Der kommt uns eben recht! ~Angelo ~Drauf los! ~ 218 1 | deine Tugend, ~ob sie so echt sei, zu erforschen! ~Isabella ~ 219 1 | Eine Deputation von jungen Edelleuten tritt hervor, Antonio an 220 2 | Mariana ~Wie mir vor solcher Ehe graut! ~O, wär' doch schon 221 2 | gibt's nicht Weib, noch Ehemann, ~tralalalalala! ~Es gibt 222 1 | den Fehl ~gern durch ein ehrend Band verbessern, ~doch kennst 223 1 | uns. ~Claudio ~Er ist ein Ehrenmann! ~Luzio ~Ein Narr! ~Mag 224 1 | stieg so hoch, ~daß er, von Ehrgeiz nur entflammt, ~der Liebe 225 1 | Pontio ~| Verbannt und ehrlos, ~\ ich halt's nich aus! ~ 226 2 | Schwester Ehre? ~Ha, feiger, ehrvergeßner Wicht, ~Elender, und mein 227 2 | Dorella ~Willst du die Eide alle brechen? ~Luzio ~Bei 228 2 | richtet mich nach meinem eigenen Gesetz! ~Alle ~Nein, das 229 1 | ein Weib lockt dich ins eigne Netz! ~Friedrich ~Nun, Isabella, 230 1 | könnte, ~| und durch sein eignes Gesetz, ~| das frech er 231 1 | Luzio ~| Zu deiner Schwester eil' ich hin, ~| durch sie bereit' 232 1 | an Mut und Kraft! ~[Sie eilen ab.] ~Gerichtssaal, mit 233 2 | zurückzuhalten. ~Dorella ~Wohin so eilig? ~Luzio ~Aus dem Weg! ~Dorella ~ 234 1 | nicht selbst zu Friedrich eilst ~und alle Bitten einer Schwester, ~ 235 1 | Abteilung von Sbirren, die er am Eingang an ihren Posten stellt ~ 236 1 | über sie her und sucht ihne Einhalt zu tun. Es kommt zu Schlägereien. ~ 237 2 | als schließer kommt mit einigen Bütteln herbei. ~Claudio ~ 238 2 | ihr wackern jungen Leute! ~Einmütig haben wir beschlossen, ~ 239 | eins 240 1 | weilet dort ~und weiht sich einsamem Gebet! ~O eile, Freund, 241 per| Gerichtsherren. Sbirren. Einwohner jedes Standes von Palermo. 242 1 | Jahren schon getrennt ~traf einzeln uns manch herb Geschick; ~ 243 2 | Seiten. Die Sbirren, in einzelne Patrouillen verteilt, folgen 244 2 | mehr: 's gibt nicht ein einzig Weib hier in Palermo, ~dem 245 2 | wir werden nicht die einzigen sein; noch ganz andere Leute, 246 1 | ihr nur das Leben! - ~Mich ekelte das sündenvolle Treiben, ~ 247 1 | meine Wangen, ~| bin ich so elend, bin ich so schwach! ~| 248 1 | stillen Ort, ~das Kloster der Elisabeth; ~die treue Schwester weilet 249 1 | verwechselt mich! ~Wenn mich die Eltern so genannt, ~darf euch dies 250 1 | Kennst du das Leid der Elternlosen, ~die um des Bruders Leben 251 2 | Eilt her! Zur Rache! Zur Empörung! ~Hört meinen Schrei! Herbei! 252 2 | sag' dir die Glut, die mir entbrannt! ~| Isabella ~| Nicht acht' 253 1 | Schande ihm! Sag, hat er sie entehrt? ~Luzio ~O nicht doch! ~ 254 2 | sind wir betrogen! ~Luzio ~Entehrtes Weib, was soll dein Schrei' 255 2 | stellt sich, als ob er sich entferne. ~Friedrich ~Schon gut, 256 1 | daß er, von Ehrgeiz nur entflammt, ~der Liebe stilles Glück 257 2 | den Vogel fängt, der ihr entfloh'n! ~Sie ist sein Weib und 258 2 | Zieht ihm im Maskenzug entgegen! ~Signor Statthalter, führt 259 2 | nach der Seite, ab, die der entgegengestzt ist, auf welcher Friedrich 260 1 | sich in der Leidenschaft enthüllt. ~Luzio ~O Himmel, sie ist 261 1 | Heuchler ~vor euren Augen euch entlarven! ~Friedrich ~Weib, bist 262 2 | Mehrere Sbirren bringen den entlarvten Brighella und Dorella. ~ 263 1 | Kloster als Novize trat, ~entließ sie mich aus ihrem Dienst; - ~ 264 2 | Die Feigheit hat dich ganz entmannt! ~| Los sag' ich mich der 265 1 | Isabella, sprich, wozu ~bist du entschlossen? Säume nicht! ~Isabella ~ 266 2 | kein Mittel sonst! ~Luzio ~Entsetzlich; ha, nimmermehr, ~für eure 267 2 | tritt Pontio nieder und entspringt über die Mauer. ~Pontio [ 268 1 | das Gesetz vor] ~Wir, tief entwürdigt durch das greuliche Überhandnehmen 269 2 | Schwester! ~Isabella ~Nicht erbarmenswert; ~so hast du Mut und Kraft 270 1 | Himmelsbraut. ~| Vor Wollust erbebt mein Herz, ~| da ich sie 271 2 | Schädelspalten! ~Brighella erblickt, auf der anderen Seite im 272 2 | Isabella [das Schreiben erbrechend] ~Laßt sehn, - ~Pontio ~ 273 2 | Dank! Es ist noch nicht erbrochen? ~Bald, Claudio, end' ich 274 1 | noch weiter, und gar bald erfahrt ihr, ~was mir nicht lieb! ~ 275 1 | ob sie so echt sei, zu erforschen! ~Isabella ~Ha, wie verrucht! 276 1 | die Träne, meinen Trost, ~Ergebung lehrt mein neuer Stand; ~ 277 1 | wie's ihm nun auch mag ergehen, ~| er denkt nicht mehr 278 2 | tralalalalala! ~Und wer das Glück ergreifen kann, ~la! ~Der trägt es 279 2 | Schmach! ~/ Isabella ~| In dem erhabenen Erglühen ~| spricht sich 280 2 | soll? - Ob dies meinen Reiz erhöhen soll? - Ihr Heiligen, wenn 281 1 | Ich danke für die gütige Erinnerung. ~[singt] Tambour, so trommle 282 2 | Scherz, ~und List und Rache erkämpfen mir den Sieg! ~Dorella kommt. ~ 283 2 | Er ist's, ich habe ihn erkannt! ~Friedrich ~Wer ist der 284 2 | Colombine, - und daß ich dich erkenne, kommst du als Pierrot! ~ 285 1 | kennet das Gesetz, das ich erlassen, ~und strenge wach' ich, 286 2 | scheiden muß! ~Isabella ~Ermanne dich! ~Claudio ~Könnt' ich 287 2 | Schon bin ich ja wieder ganz ermannt! ~| Daß ich den Tod jetzt 288 2 | Musikkorps. Friedrich und Mariana eröffnen den Zug. Masken aller Art 289 2 | Gebräuchlichkeiten der Prozession zur Eröffnung des Karnevals. Voran das 290 1 | Du nur allein kannst mich erretten! ~Luzio ~Sie ist der Gott, 291 1 | und Tischen eine Schanze errichtet, die Sbirren um sich herumpostiert 292 2 | dich maskieren; auch ich erschein' maskiert. ~Brighella ~Ach, 293 2 | so muß er denn verlarvt erscheinen, ~zum zweiten Male brechen 294 1 | wer ich bin, ~und wie du erscheinst! ~Isabella ~Laß mich, Elender! ~ 295 2 | Isabella die Erdenliebe erschloß, ~da schmolz das Eis in 296 1 | Alle ~Den Tod! Ha, wen erschlug er? ~Luzio ~Begingst du 297 2 | verschweig' ich ihm, was ich ersonnen! ~Claudio ~O Isabella, welche 298 1 | Verzeiht, ich wollt' euch Müh' ersparen, ~ich hielt Gericht, fand 299 1 | Danieli, Chor ~| Es fasset uns Erstaunen alle, ~| ist es wohl Ernst, 300 2 | Sizilianer, und zwar von erstaunlich guter Geburt! - - Aber warum 301 2 | davon. ~Brighella [sieht ihr erstaunt nach] ~Und das war nur ein 302 1 | Erster Akt~ ~Vorstadt mit Belustigungsörtern 303 2 | Hochgenuß, ~tralalalalala! ~Ertränkt die gold'ne Freudenzeit, ~ 304 2 | Schande! Isabella ~Claudio, ertrügest du die Schmach? ~Claudio ~ 305 1 | Schwesterflehn den harten Sinn ~erweiche diesem kalten Mann! ~Sag 306 1 | So laßt euch endlich doch erweichen, ~| macht Ernst, die Sache 307 1 | bereit' ich Rettung dir. ~| Erweicht ihr Fleh'n nicht seinen 308 2 | Brighella ~Zum Teufel, so erwisch ich sie! ~Wie schlottern 309 | etwas 310 1 | Vergnügen, Freude steht eu'r Trachten, ~in Rausch und 311 | euer 312 | eurer 313 1 | hier, ~| währt es denn eine Ewigkeit? ~| Macht auf, sonst sprengen 314 1 | Ausschweifungen bewogen, mit exemplarischer Strenge den Grund und die 315 2 | Isabella [ist an eine Fackel getreten und liest das Schreiben] ~ 316 2 | tralalalalala! ~Zum Teufel fahre der Verdruß, ~la! ~Und hin 317 1 | Dorella ~Signor Brighella, fahret fort, ~ich bin gespannt 318 2 | prügelt ihn, die Sbirren fallen über Luzio her; er wehrt 319 2 | Liebkosungen jedoch sind falsch; ~treulos ist er wie keiner! ~ 320 1 | Isabella ~| Ich fliehe gern die falsche Welt, ~| da ich sie nicht 321 1 | ersparen, ~ich hielt Gericht, fand Widerstand - ~Friedrich ~ 322 2 | eine List, sie soll dich fangen, ~für Narrheit und für Bosheit 323 1 | Angelo, Danieli, Chor ~| Es fasset uns Erstaunen alle, ~| ist 324 1 | Freunde, wacker zugeschlagen! ~Faßt an, und jagt sie in die 325 2 | seinen Füßen sah er mich ~und faßte frevelhafte Glut; ~und um 326 1 | auf sie los mit kräft'ger Faust, ~bei Rock und Haar die 327 2 | Sollt' ich zum zweiten Male fehlen? ~Und doch, ist's nicht 328 2 | ihr seid ein Kluger, ~und feiert unsern Karneval. ~Friedrich ~ 329 2 | So sei's! Für seinen feigen Wankelmut ~sei er durch 330 2 | einer Schwester Ehre? ~Ha, feiger, ehrvergeßner Wicht, ~Elender, 331 2 | mehr auf deine Reue! ~| Die Feigheit hat dich ganz entmannt! ~| 332 1 | Sie schreit nach den Fenstern und Türen.] ~Herbei, betrognes 333 1 | bin ich nah, ach wär' ich fern! ~Brighella ~Dein Name, 334 | ferner 335 2 | da euch schon süße Bande fesseln! ~Dorella ~Was höre ich! ~ 336 1 | ihn durch die Tat, ~und feßle ihn an die Verlaßne! ~Triumph, 337 2 | Chor ~Bereit sind wir zum Feste schon, ~wir ordnen bald 338 1 | Ihr kennt nicht Friedrichs Festigkeit! ~Luzio ~Den Narren, ja, 339 2 | seine Lust! ~Man ordnet den Festzug nach den Gebräuchlichkeiten 340 1 | schuf Gott nicht dich! ~Dies Feuer spottet deiner Wahl, ~und 341 2 | Dämonen mich durchzucken. ~Im Fieber wallet mir das Blut, ~ich 342 2 | den Zutritt mußt du finden! ~Dorella ~Sehr leicht; - 343 2 | ich möchte Gift und Flammen sprühen, ~\ und sie lacht 344 2 | Isabella ~Sprich, ist er so flatterhaft, als man ihn immer nennt? ~ 345 2 | nicht; Gott weiß, wohin er flattert! ~Isabella ~Sprich, ist 346 1 | bei Rock und Haar die Flegel zaust! ~Luzio, Angelo und 347 1 | liebe hin, ~o, so öffne dem Flehen jetzt dein Herz, ~löse durch 348 1 | die um des Bruders Leben fleht, ~du könntest nie zurück 349 1 | kenne ihn! ~Nicht warmes Fleisch, noch warmes Blut ~schließt 350 1 | vereinet! ~| Isabella ~| Ich fliehe gern die falsche Welt, ~| 351 1 | das Eis, ~vor ihrem Atem flieht mein Stolz! - ~Steh auf, 352 2 | grüße dich als Braut, ~denn Flitterwochen bist du nah. ~Mariana ~Wie 353 2 | Pierrot! ~Sie gibt ihm einen flüchtigen Kuß und eilt davon. ~Brighella [ 354 2 | Claudio, du stirbst, - ich folg' dir nach! ~O, wie verschling' 355 1 | Pflichten, ~sehr gern, - ~und forderte nie Löhnung mehr, - ~nie 356 1 | Trunkes sowie der Liebe werde fortan mit dem Tode bestraft. ~ 357 2 | Sbirren aufhelfen und ihn forttragen] ~Jedes Amt hat seine Mühseligkeiten, 358 2 | an seinen Hals und sucht fortwährend durch Liebkosungen aller 359 1 | ist das Schlimmste nicht, ~fragt nur noch weiter, und gar 360 1 | begingst? ~Dorella ~Was das für freche Worte sind! ~Brighella ~ 361 1 | nicht! ~Dorella ~Zurück, du frecher Bösewicht! ~Brighella ~Dorella! ~ 362 1 | Herbei, herbei! ~Ich will den Frechsten aller Heuchler ~vor euren 363 2 | soll willkommen sein, ~in Freud' und Jubel zieh' er ein! ~ 364 2 | tralalalalala! ~Ertränkt die gold'ne Freudenzeit, ~tralalalalala! ~Zum Teufel 365 1 | Ich bin ein Weib, ~und freue mich auf morgen nacht! ~ 366 2 | Statthalter, führt ihn an! ~Ihn freuen bunte Scherze mehr ~als 367 2 | immer lassen? ~Dorella ~Frevelhaft! ~Luzio ~Ihr wollt doch 368 2 | zum Trotz ~den Karneval froh zu begehen. ~Chor ~Bereit 369 2 | ist zuviel, jetzt wird er fromm, ~und gottlos war er stets 370 1 | Luzio ~Nicht doch, du Fromme, sage mir, ~wie sprech' 371 2 | Keckheit wird allein uns frommen. ~Mariana ~Ich weiß nicht, 372 1 | gottlosen und verderbten Stadt, fühlen uns zur Wiederherstellung 373 1 | Luzio ~O nicht doch! ~Er fühlet Reu und will den Fehl ~gern 374 2 | steht es schlimm! ~Dorella ~Fühlst du noch immer keine Reue? ~ 375 1 | Abscheu zu erkennen, ~er fühlte wahrlich ihn so tief wie 376 2 | ich nicht eins ins andre führe, - ~wann, denkt ihr wohl, 377 1 | wir bleiben heiß, ~und fürchten soll er unsre Glut! ~Claudio ~ 378 1 | Brighella ~Pontius Pilatus? Fürchterlich! ~Der Tod am Kreuze treffe 379 1 | dich fest umschlungen, ~gabst je du dich der liebe hin, ~ 380 1 | richten, - ~könnte ich! - ~Was gäb ich gleich um ein Verhör! ~ 381 1 | ich gleich um ein Verhör! ~Gäbe ich! ~Wie gern tät' ich 382 2 | tritt auf und nähert sich galant Isabella, ohne Dorella zu 383 1 | Schlägereien. ~Chor ~Ihr Galgenvögel, haltet ein, ~ihr Schurken, 384 1 | und Mariana kommen aus dem Garten. ~Mariana, Isabella ~Göttlicher 385 2 | zieh' für eine andre ~den Gatten an mein Herz. ~Und doch 386 1 | verschmähte ~und mich, die Gattin, bald verließ! ~Isabella [ 387 1 | Du hast in mich ~niemals geahnte Glut gehaucht; ~die Liebe, 388 2 | Brighella ~So bleib! Ich geb' dir meine halbe Löhnung! ~ 389 1 | weist sie mit einer stummen Gebärde zurück. ~Alle ~Du schweigst! 390 1 | dir glauben? ~Den Antrag gebe ich sogleich ~für eine List 391 1 | und weiht sich einsamem Gebet! ~O eile, Freund, zu ihr 392 2 | Brighella und Dorella sind geblieben. ~Dorella ~Lebt wohl, Signor 393 1 | und bei Todesstrafe jede Gebräuchlichkeit desselben verboten; alle 394 2 | ordnet den Festzug nach den Gebräuchlichkeiten der Prozession zur Eröffnung 395 2 | möglich! ~Isabella ~List gebraucht' ich nun, ~und sandt' ihm 396 2 | zwar von erstaunlich guter Geburt! - - Aber warum ich mich 397 2 | Ich habe auch schon dran gedacht; - ~doch hätte man mich 398 1 | sein! ~| Bin ich aus dem Gedräng' heraus, ~\ dann laß ich 399 2 | Isabella! ~Claudio wird in das Gefängnis zurückgebracht. ~Isabella [ 400 1 | herunter, zerschlagen Möbel und Gefäße, und so weiter. Der Chor 401 1 | Pontio und Dorella als Gefangene aus dem Weinhaus. ~Chor ~ 402 1 | Sbirren brechen sich mit ihren Gefangenen mit großer mühe Bahn durch 403 2 | Zweiter Akt~ ~Gefangnisgarten ~Claudio [allein] ~Wo Isabella 404 2 | Verdammst du mich, weil ich gefehlt? ~'s ist so gering, des 405 1 | kann; ~| wo uns ein Fluch gefesselt hält, ~| und niemand trotzt 406 2 | mit dem König und seinem Gefolge an der Spitze. Zum Schlusse 407 2 | Welch wunderbar' Erwarten, ~Gefühl voll Lust und Schmerz, ~ 408 | gegen 409 2 | Ha, Luzio! ~Angelo ~Sei gegrüßt! ~Antonio, Angelo, Danieli, 410 1 | mich ~niemals geahnte Glut gehaucht; ~die Liebe, die du mir 411 1 | liebend vereinet! ~Isabella ~Geheilet, hoff' ich, ist die Wunde, ~ 412 1 | den Sieg verleihn! ~Alle gehen ab außer Friedrich und Isabella. ~ 413 1 | bitt' euch, Herr, um ein Gehör; ~doch laßt die Andern sich 414 1 | schwaches Weib! ~Friedrich ~Du gehst zurück, ich dürfte hoffen? ~ 415 1 | darin hab' ich nicht geirrt! ~Brighella ~Ah! - ich vergesse 416 2 | herbei, ihr Masken all, ~gejubelt sei aus voller Brust; ~wir 417 2 | Ich habe niemals dich gekannt! ~Claudio ~O Schwester, 418 2 | Von diesem lästigen Gekos', ~| wer macht mich armen 419 1 | denn der hat niemals noch gelacht! ~Friedrich ~Jetzt zum Gericht, 420 1 | Es wird an der Pforte geläutet. ~Isabella ~Man läutet, - 421 2 | Hört mich, der König ist gelandet, ~noch heute nacht kehrt 422 1 | zur Ruh, ~und ihr hört mir gelassen zu! ~Der Tambour rührt nach 423 1 | sprichst dich um den Hals; ~geliefert bist du jedenfalls! ~Ich 424 2 | Ding, ~und damit nichts gelogen sei, - ~kennst du den Brief, 425 1 | Wenn je es einem Weib gelungen, ~zu rühren deinen kalten 426 2 | Glühendsten beglücken, ~mir Sel'gem ihre Liebe weihn! ~Mich 427 2 | Was hat ein Weib aus dir gemacht! ~Armseliger, wohin ist 428 1 | biet' ich dir! ~Sei mein Gemahl! ~Er sinkt aufs knie. ~Isabella ~ 429 1 | Wenn mich die Eltern so genannt, ~darf euch dies nicht inkommodieren; ~ 430 2 | mich auch die wilde Glut, ~genieß' ich doch die heiße Lust! ~ 431 | genug 432 2 | System, ~das du so wohl geordnet, hingeflohen? ~Ein Hauch 433 1 | Belustigungsörter sollen aufgehoben ~und geräumt werden, und jedes Vergehen 434 2 | ich, mein Claudio, dich gerettet! ~Ha, Rache, Rache dem Verruchten! ~ 435 per| Pilato, in Danielis Diensten ~Gerichtsherren. Sbirren. Einwohner jedes 436 1 | Kraft! ~[Sie eilen ab.] ~Gerichtssaal, mit Tribünen und Galerien. 437 2 | ich gefehlt? ~'s ist so gering, des Bruders Leben! ~Isabella ~ 438 1 | könntet ihr betrachten so geringen Fehler, ~des sich die Jugend 439 1 | ausersann, ~wonach ein so geringer Fehl ~bestraft wird mit 440 2 | Nicht die Begnadigung, ~geschärft zum augenblicklichen Volzug 441 1 | mein Herz, ~| da ich sie so geschaut! ~| Brighella ~| Es war 442 1 | traf einzeln uns manch herb Geschick; ~beraubt der Mutter und 443 2 | Danieli, Chor ~Sagt, was geschieht? ~Luzio ~Verteilt euch jetzt 444 2 | die dieses Leben schön geschmückt! ~Isabella ~Was ficht dich 445 2 | Du bist es, himmlisches Geschöpf! ~[Er eilt mit Mariana ab.] ~ 446 1 | Brighella ~\ Welch ein Geschrei! ~Wollt ihr gleich - ~Friedrich ~ 447 2 | Ich will die Freude euch gesegnen! ~[Er eilt Friedrich nach.] ~ 448 1 | denn wer diesen Schalk gesehen, ~\ der denkt nicht mehr 449 1 | Nur immer näher her, Gesell! ~Pontio ~Schon bin ich 450 2 | die Aufnahme in ihre noble Gesellschaft an, ich werde sogar Schließer. ~[ 451 1 | jene andre Liebe, ~die Gott gesenkt in unsre Brust; ~o wie so 452 1 | Und ihr gebt Achtung den Gesetzen! ~Alle ~Seid ruhig jetzt 453 2 | Pierrot, der er noch die weiße Gesichtslarve zufügt. Er sucht ängstlich 454 1 | Schuldigkeit! ~\ Und das Gesindel vor der Tür! ~Brighella 455 1 | Brighella, fahret fort, ~ich bin gespannt auf jedes Wort! ~Brighella ~ 456 2 | Gott! Ein Scheusal! Ein Gespenst! ~[Sie läuft entsetzt davon.] ~ 457 2 | unterschlagen, ~ich hab's für euch gestohlen! ~Isabella ~Hab Dank! Es 458 1 | doch seit drei Jahren schon getrennt ~traf einzeln uns manch 459 2 | Isabella [ist an eine Fackel getreten und liest das Schreiben] ~ 460 2 | Isabella ~Ich muß es ihm gewähren, ~noch diese Nacht, kein 461 1 | Zur Ordnung! Was muß ich gewahren! ~Brighella, sprich, was 462 1 | umsonst! ~[Er drückt sie gewaltsam auf die Seite.] ~Bedenke 463 1 | Sizilien einst betrat, ~gewann des Königs Gunst und stieg 464 2 | Spitze. Zum Schlusse eine Gewehrshalve. ~ 465 1 | sei deiner Rettung ganz geweight! - ~Ich bitt' euch, Herr, 466 2 | dankbar zu eurem Dienst geweiht. ~Isabella ~So nimm! Hier 467 2 | alles wird ordentlich, mein Gewerbe ist dahin! Was sollt' ich 468 1 | tollen Leben. ~Luzio ~Desto gewicht'ger bin ich jetzt. ~Isabella, 469 2 | Brighella ~Verdammt! Dort ist's gewöhnlich sehr belebt! ~Dorella ~Hilft 470 2 | müssen, ~weil ich zuvor gezwungen bin, ~noch eine Sünde zu 471 2 | dann auf dem Korso auf und gib mir's. ~Pontio ~Verheimlichen? 472 2 | und Graus; ~| ich möchte Gift und Flammen sprühen, ~\ 473 1 | da's des Bruders Rettung gilt! ~Isabella ~Des Bruders 474 1 | schlug mir aus der Hand das Glas. ~Antonio ~Ich teilte wacker 475 2 | merke ich nun wohl! Ich glaubte jetzt nur Prügel austeilen 476 2 | auf, beide in einer ganz gleichen, reizenden Maske. ~Isabella ~ 477 1 | Ich will enthüllen diesen Gleisnerstolz! ~Friedrich ~Hör mich! ~ 478 2 | hinab. Kanonenschüsse und Glockengeläute verkünden die Ankunft des 479 2 | zu bemerken. ~Luzio ~Wie glücklich, schöne Isabella, bin ich, ~ 480 1 | hin, ~| vor Wut und Ärger glühen wir! ~| Wut und Verzweiflung 481 2 | tausend Liebestränen! ~Ja, glühend, wie des Südens Hauch ~brennt 482 2 | Schönste mein! ~Sie will den Glühendsten beglücken, ~mir Sel'gem 483 1 | Isabella ~| Vor Wut und Scham glühn meine Wangen, ~| bin ich 484 2 | Entehrung ~versprach er Gnad' und Leben dir! ~Claudio ~ 485 1 | auf.] ~Mariana; - wie, o Götterlicht! ~Ha, wie begeistert mich 486 2 | tralalalalala! ~Ertränkt die gold'ne Freudenzeit, ~tralalalalala! ~ 487 1 | Wiederherstellung eines reineren und gottgefälligeren Wandels, sowie zur Verhütung 488 2 | jetzt wird er fromm, ~und gottlos war er stets bei mir! ~Luzio [ 489 1 | Lasterhaftigkeiten in unserer gottlosen und verderbten Stadt, fühlen 490 2 | Welch ein Lärmen, ~welch ein gottvergeßnes Schwärmen! ~Antonio ~Der 491 1 | Liebeshandel? ~Auf dir ruht gräßlicher Verdacht, ~du schlossest 492 1 | andern! ~[Er setzt sich gravitüatisch.] ~Jetzt naht mein schönster 493 2 | widerfahren, sprich! ~Isabella ~Greift zu den Waffen! Auf, zur 494 1 | tief entwürdigt durch das greuliche Überhandnehmen abscheulicher 495 2 | schäume bald vor Wut und Grimm! ~Isabella ~Mich dünkt, 496 1 | Du Heuchler, du Narr, du Grobian, ~fängst du aus diesem Tone 497 1 | Wandels, sowie zur Verhütung größerer Ausschweifungen bewogen, 498 2 | das dich mordet; ~kein größrer Heuchler wird gefunden ~ 499 1 | Schläge und Stöße gegen die große Mitteltüre. ~Die Tür springt, 500 2 | Isabella ~Wohlan! Ich grüße dich als Braut, ~denn Flitterwochen


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