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| Richard Wagner Das Liebesverbot IntraText - Konkordanzen (Hapax - Wörter, die nur einmal vorkommen) |
Fettdruck = Main text
Akt Grau = Kommentar
501 1 | hier zu suchen? ~Luzio ~O günst'ger Zufall, - ich bin Luzio, ~
502 2 | Glück; - ~o bringt ihn, güt'ge Sterne, ~voll Reue mir
503 1 | klug war! Ich danke für die gütige Erinnerung. ~[singt] Tambour,
504 1 | betrat, ~gewann des Königs Gunst und stieg so hoch, ~daß
505 1 | Alle ~Er lebe hoch, der gute Christ! ~Brighella ~Gott,
506 1 | Alle ~Seid ruhig jetzt und habet acht, ~denn der hat niemals
507 1 | du rasend? ~Isabella ~Du hältst mich nicht! ~Friedrich ~
508 2 | mich der Statthalter morgen hängen lassen, - der Teufel hole
509 2 | tritt Luzio in den Weg, hängt sich an seinen Hals und
510 | hätte
511 1 | und alle Tränen auf ihn häufest, ~daß seine Starrheit du
512 2 | Frisch auf; reißt seine Häuser ein! ~Verbrennt zu Asche
513 2 | und Frauen, alle meistens halb oder ganz maskiert, italienische
514 1 | Chor ~Ihr Galgenvögel, haltet ein, ~ihr Schurken, laßt
515 2 | ihn.] ~Willst du weichen, Halunke, ~oder ich würge dich! ~
516 2 | ich geliebt, - ~o, es ist hart, ach Isabella! ~Isabella ~
517 1 | das Schwesterflehn den harten Sinn ~erweiche diesem kalten
518 1 | Der Tod! O Gott, welch hartes Los! ~| Brighella ~\ Der
519 1 | von diesen Frechen, ~und haut sie tüchtig über's Ohr! ~
520 1 | allein! ~[Zu den Sbirren] ~Heda, ihr Kerls, bringt sie herein! ~
521 1 | dergleichen. ~Von außen heftige Schläge und Stöße gegen
522 2 | Isabella [allein, geht mit heftigen Schritten auf und ab.] ~
523 1 | vor der großen Mitteltür; heftiger, wachsender Tumult] ~/ Macht
524 2 | ihm heute Mariana, ~die heimlich ihm vermählt, und die ~er
525 1 | Frost vergehn, wir bleiben heiß, ~und fürchten soll er unsre
526 1 | Narr! ~Mag er in unsrer heißen Luft ~vor Frost vergehn,
527 1 | Isabella ~O seid nur heiter, aufgeräumt! ~Das ist ja
528 1 | und tust mir leid, ~ich helf' dir gern, wenn mir man
529 1 | lachend aus dem Weinhaus herausgeschlagen. ~Luzio, Antonio, Angelo [
530 1 | traf einzeln uns manch herb Geschick; ~beraubt der Mutter
531 2 | nacht! - 's wird lustig hergehen, ich kann mir's denken! -
532 1 | Luzio ~Wer hat die Schufte hergeschickt? ~Verwüstet wird, wohin
533 2 | zu Ende jetzt! ~Luzio ~O herrlich Weib, wie täuschest du mich
534 1 | Mariana ~Der jetzt hier herrschet, Friedrich war's! ~Isabella ~
535 1 | errichtet, die Sbirren um sich herumpostiert und dergleichen. ~Von außen
536 | herunter
537 2 | mit Mariana ab.] ~Luzio [hervorbrechend] ~Zum Teufel, ja, sie war'
538 2 | sich stoßend] Laßt die Heuchlerin! Laßt sie nur rasen! ~Alle ~
539 2 | Lumpengesindel braucht man, um seine heuchlerischen Schurkereien auszuführen!
540 1 | als mich des Königs Huld hieherberufen; ~ich gab ihm meinen Abscheu
541 1 | euch Müh' ersparen, ~ich hielt Gericht, fand Widerstand - ~
542 | hiermit
543 2 | böses Katzenherz! ~Dorella ~Hilf Gott! Ein Scheusal! Ein
544 1 | selbst ~mich lehrst, wie himmlisch sein Verbrechen! ~Isabella ~
545 1 | s nich aus! ~Pontio wird hinausgeworfen. ~Brighella ~Ein schweres
546 | hinein
547 2 | das du so wohl geordnet, hingeflohen? ~Ein Hauch von ihrem warmen
548 2 | Begnadigung, ~Befehl zur schnellen Hinrichtung! ~Alle ~Ha, Bösewicht! ~
549 2 | Danieli. Man sieht nach hinten in den Korso hinab. Angelo,
550 | hinter
551 2 | Pontio stellt sich im Hintergrund an einem Pavillon als Wache
552 2 | schrei'n? ~Pontio hat im Hintergrunde den verlarvten Friedrich
553 2 | Isabella ~O nur Geduld, so hitzig nicht! ~Für dich leist'
554 2 | Luzio ~In Jubelsrausch und Hochgenuß, ~tralalalalala! ~Ertränkt
555 1 | Gesetz, ~| das frech er höhnet, ihn bestrafen? ~| Doch
556 2 | Lüge! ~Isabella ~Luzio, höret mich, ~wie jämmerlich sind
557 1 | Freund! ~Isabella ~Luzio? Ich hörte oft von euch, ~von eurem
558 1 | vereinet! ~Isabella ~Geheilet, hoff' ich, ist die Wunde, ~die
559 1 | der ich Trost und Liebe hoffe! ~Welch andre Schmerzen
560 1 | auf in Begleitung mehrerer hohen Staatsbeamten. ~Friedrich ~
561 2 | hängen lassen, - der Teufel hole seine Liebesverbote! - Ich
562 2 | Gefangnen zu befrei'n; - ~holt Claudio im Triumph hieher! ~
563 1 | sich über sie her und sucht ihne Einhalt zu tun. Es kommt
564 1 | genannt, ~darf euch dies nicht inkommodieren; ~weil dieser Name so verhaßt, ~
565 1 | Treulosigkeit des Mannes, den ich innig liebte, ~zerstörte alle
566 per| Weinhauses ~Dorella, früher Isabellas Kammermädchen, in Danielis
567 2 | Wein, ~wenn jauchzend ganz Italien bebt, ~sei auch Sizilien
568 2 | halb oder ganz maskiert, italienische Charaktermasken usw. Alles
569 2 | tralalalalala! ~Die Larven vor, die Jacken an! ~La! ~Die bunten Wämser
570 2 | Luzio, höret mich, ~wie jämmerlich sind wir betrogen! ~Luzio ~
571 1 | Jugend, ~doch seit drei Jahren schon getrennt ~traf einzeln
572 per| Handlung: Palermo, im 16. Jahrhundert. ~ ~
573 2 | begeistre uns der Wein, ~wenn jauchzend ganz Italien bebt, ~sei
574 2 | Nicht wahr? ~Friedrich ~Jawohl! Doch bitt' ich euch: ~laßt
575 1 | Hals; ~geliefert bist du jedenfalls! ~Ich sprech' dich aller
576 2 | Versprechungen, Anträge, Liebkosungen jedoch sind falsch; ~treulos ist
577 2 | willkommen sein, ~in Freud' und Jubel zieh' er ein! ~Luzio ~Zieht
578 2 | gibt es Lust! ~Luzio ~In Jubelsrausch und Hochgenuß, ~tralalalalala! ~
579 2 | Brighella ~O liebenswürd'ger junger Mann! ~Antonio ~Was soll'
580 2 | ausgeführt. ~Luzio ~Ihr junges Volk, macht euch heran, ~
581 2 | die ich einst treulos, kalt verließ! ~Doch als mir Isabella
582 per| Dorella, früher Isabellas Kammermädchen, in Danielis Diensten ~Pontio
583 2 | Und wenn ich selbst im Kampfe bliebe, ~ich ruf' es durch
584 1 | So treff' ich dich? ~Wie kamst du hierher, sprich? ~Dorella ~
585 1 | Fleh'n nicht nach? ~Luzio ~Kamt ihr nicht seiner Narrheit
586 1 | Claudio ~Du nur allein kannst mich erretten! ~Luzio ~Sie
587 2 | Vordergrund den Korso hinab. Kanonenschüsse und Glockengeläute verkünden
588 2 | Ich sing' euch jetzt ein Karnevalslied, ~es ist das tollste aller
589 2 | Ungeheuer! ~Verworfnes, böses Katzenherz! ~Dorella ~Hilf Gott! Ein
590 2 | Dorella ~Sehr leicht; - der Kauz Brighella ist sterblich
591 2 | sich nicht nahte mit seiner kecken Art. ~Mich liebt' er auch! ~
592 2 | vor Scham! ~Isabella ~Doch Keckheit wird allein uns frommen. ~
593 1 | Ha, wie verwegen! ~Luzio ~Kehr zurück! Mich biet' ich dir! ~
594 2 | gelandet, ~noch heute nacht kehrt er zurück! ~Alle ~Der König
595 2 | ganzen Rest, ~den ganzen Keller voll von Wein! ~Laßt sehn,
596 2 | leugnest es? ~Luzio ~Ich kenn' dich nicht! ~Dorella ~Weh
597 1 | mich, mein Luzio! - ~Du kennest jenen stillen Ort, ~das
598 1 | auf, euch zu bessern! ~Ihr kennet das Gesetz, das ich erlassen, ~
599 2 | Luzio ~Die Frechheit dieses Kerles macht mich rasend! ~Er prügelt
600 1 | den Sbirren] ~Heda, ihr Kerls, bringt sie herein! ~Doch
601 1 | nach Haus, ~| dort laßt ihn keusch und nüchtern sein. ~| Brighella ~|
602 2 | erkennen, ~zwingt ihn, den keuschen Mann, zum neuen Bund ~und
603 1 | Brighella ~Bekenne, ungeratnes Kind, ~wieviel Untaten du begingst? ~
604 1 | auf der anderen nach der Kirche. Im Mittelgrunde die Pforte. ~
605 2 | Gut! ~Die Sache ist mir klar, - ~ich weiß, woran ich
606 1 | Brighella ~| Dieses kleine Schelmenauge ~| macht mich
607 1 | auf der einen Seite in den Klostergarten, auf der anderen nach der
608 1 | mühe Bahn durch das Volk. ~Klosterhof im Kloster der Elisabethinerinnen.
609 1 | ihr! ~| Ich kenne ihren klugen Sinn ~| und ihre Treu' bringt
610 2 | der alle Lust und Freude knickt, ~die dieses Leben schön
611 1 | Wut und Verzweiflung kocht in mir! ~| So eines einz'
612 1 | so denkt man auch: ~sie können warten! ~Das wird ein Tag,
613 1 | Claudio ~Mit solcher Härte könntet ihr betrachten so geringen
614 1 | wird mir doch! ~Dorella [kokett] ~Ha, nur Geduld, ich sag'
615 1 | diese Szene durch allerhand komische Verteidigungsmaßregeln aus,
616 1 | ha ha ha! ~Brighella ~Wie konnt' es dir geraten sein, ~zu
617 2 | doch, ~daß ihr es wagen konntet, ~mir euer Herz und eure
618 1 | Schlagt auf sie los mit kräft'ger Faust, ~bei Rock und
619 1 | solcher Wicht ~| die Ärmste kränken zu dürfen meint; ~| er achtet
620 1 | dort bringt man sie beim Kragen! ~Pontio ~Fort, Kerl! ~Danieli ~
621 1 | Fürchterlich! ~Der Tod am Kreuze treffe dich! ~Pontio ~Signor, -
622 1 | schlag' euch Arm und Beine krumm! ~Brighella ~Nur vorwärts,
623 2 | dich, ~ich küsse dich! [er küßt sie.] Jetzt laß mich los! ~
624 1 | Brighella ~Zum Teufel, was lachst du mich aus? ~Dorella ~Signor! ~
625 2 | dich geliebt! ~Dorella, lässest du ihn mir? ~Dorella ~Ich
626 2 | mich gehn! - ~Ich bin den läst'gen Schwätzer los! ~Wo bleibst
627 2 | zur Raserei! ~| Von diesem lästigen Gekos', ~| wer macht mich
628 1 | geläutet. ~Isabella ~Man läutet, - keine Pförtnerin? ~Geh
629 2 | winkt mir von ferne ~nach langem Gram ein Glück; - ~o bringt
630 2 | allein sei. Er legt seinen langen Mantel und großen Degen
631 2 | Heuchelei! ~| Dorella ~| Ich lass' dich Schelmen nicht mehr
632 1 | doch, was legt man dir zur Last? ~Claudio ~So viel nur,
633 1 | den ich verdamme wie das Laster selbst. ~Nicht einen Schritt
634 1 | Karneval, dieses üppige und lasterhafte Fest, ist aufgehoben, und
635 1 | abscheulicher Liederlichkeiten und Lasterhaftigkeiten in unserer gottlosen und
636 2 | verliert sich in einem der Laubgänge. Friedrich kommt maskiert.
637 2 | Straßen aus, ~ich schrei' es laut von Haus zu Haus, ~wie schändlich
638 1 | liebte, ~zerstörte alle Lebenslust! ~Ach, schon verband des
639 2 | was soll's? ~Claudio ~Du lebst im Kloster, ~und kennst
640 1 | Bruder, wenn du selbst ~mich lehrst, wie himmlisch sein Verbrechen! ~
641 1 | meinen Trost, ~Ergebung lehrt mein neuer Stand; ~die Schwester
642 2 | du finden! ~Dorella ~Sehr leicht; - der Kauz Brighella ist
643 1 | oft von euch, ~von eurem leichten, tollen Leben. ~Luzio ~Desto
644 1 | der Verderbtheit; dieser Leichtsinn ist's, ~den ich verdamme
645 2 | trostlos allein in deinen Leiden ~bräch' auch dir das Herz! ~[
646 2 | hitzig nicht! ~Für dich leist' ich darauf Verzicht! ~Mein
647 2 | Ich liebte nie, - das lernte Mariana, ~die ich einst
648 2 | sondergleichen! ~Dorella ~Du leugnest es? ~Luzio ~Ich kenn' dich
649 2 | auseinander! ~Brighella ~O liebenswürd'ger junger Mann! ~Antonio ~
650 1 | selber nicht! ~Dorella ~Du liebes Affenangesicht! ~/ Dorella ~|
651 2 | Doch dir, mein süßer Liebesantipode, ~bereit' ich eine List,
652 1 | Friedrich ~Die höchste Liebesgunst von dir, ~und frei, frei
653 1 | durch schnöden Sauf- und Liebeshandel? ~Auf dir ruht gräßlicher
654 1 | gab er nicht Liebe und Liebeslust! ~Dem Weib gab Schönheit
655 1 | Rat und Hilfe mir? ~| Hier Liebesnot, dort Schuldigkeit! ~\ Und
656 2 | schmolz das Eis in tausend Liebestränen! ~Ja, glühend, wie des Südens
657 2 | verbieten? Den Teufel in sein Liebesverbot! Kann er's aushalten, so
658 2 | der Teufel hole seine Liebesverbote! - Ich bin in dich verliebt
659 2 | Isabella ~Ach, welche zarte Liebeszeichen! ~Luzio ~Nein, das ist Frechheit
660 2 | Ach, das wäre schade! - Du liebst mich? ~Brighella ~Bis zum
661 2 | seiner kecken Art. ~Mich liebt' er auch! ~Isabella ~Was
662 1 | verhüllten Schmerzen an! ~Wir liebten uns seit früher Jugend, ~
663 1 | Ich liebte nur! ~Luzio ~Du liebtest nur? Und nun? ~Claudio ~
664 2 | es ist das tollste aller Lieder! ~Antonio, Angelo, Danieli,
665 2 | Tugend und wache über alle liederlichen Leute. ~Luzio ~So ist es
666 1 | Brighella ~Nur vorwärts, liederliches Pack, ~hat man mit euch
667 1 | Überhandnehmen abscheulicher Liederlichkeiten und Lasterhaftigkeiten in
668 2 | Mann, zum neuen Bund ~und liefert dann ihn meiner Gnade aus! ~
669 1 | jetzt Neapel zugeeilt, ~ließ er als Stellvertreter mich
670 1 | bist gefangen, ~ein Weib lockt dich ins eigne Netz! ~Friedrich ~
671 1 | tausendfache Glut mir weckte, ~wie löschest du die Flamme mir? ~Isabella ~
672 2 | sagst du? ~Luzio ~Es ist Lüge! ~Isabella ~Luzio, höret
673 1 | verrucht! Ich straf' dich Lügen! ~Friedrich ~Verkündetest
674 1 | sondergleichen! ~Luzio ~Zurück, ihr Lümmel, wollt ihr's wagen! ~[zum
675 1 | versunken im Pfuhl der Lüste, ~im Schlamme der Begierden? ~
676 1 | Mag er in unsrer heißen Luft ~vor Frost vergehn, wir
677 2 | Luzio ~So ist es recht! Lumpengesindel braucht man, um seine heuchlerischen
678 2 | des Korso; im Vordergrunde Lusthäuser mit parkähnlichen Anlagen;
679 1 | Isabella ~Du hast mich mächtig überwältigt, ~was kann ich
680 1 | haben, ~nicht Rache solchem Männervolk! ~Mariana ~Laß mir die Träne,
681 1 | wenn ich dir folgen soll, ~magst du dich nie mehr so erfrechen! ~/
682 1 | ist! ~Es lebe Friedrichs Majestät! ~Alle ~Er lebe hoch, der
683 | manch
684 1 | Schönheit die Natur, ~dem Manne Kraft, sie zu genießen, ~
685 1 | Liebe? ~Treulosigkeit des Mannes, den ich innig liebte, ~
686 2 | sei. Er legt seinen langen Mantel und großen Degen ab, versteckt
687 1 | in der Falle ~| für deine Marrheit, deine Heuchelei! ~| Ich
688 2 | wagen, ~verbot ich nicht das Maskenfest? ~Sollt' ich zum zweiten
689 2 | und entspringt über die Mauer. ~Pontio [indem ihm die
690 1 | suche ich Schutz in diesen Mauern; ~hier treff' ich dich in
691 1 | tritt auf in Begleitung mehrerer hohen Staatsbeamten. ~Friedrich ~
692 2 | Bruders Leben! ~Isabella ~Meinst Du? Und einer Schwester
693 2 | Männer und Frauen, alle meistens halb oder ganz maskiert,
694 2 | Der Plan ist gut; ich melde Mariana, ~wie sie den Vogel
695 2 | Friedrich ~Wer ist der Mensch, der mich verfolgt? ~Luzio
696 2 | seine Mühseligkeiten, das merke ich nun wohl! Ich glaubte
697 2 | Karneval, ~dem stoßt das Messer in die Brust! ~Tralalala,
698 2 | der Chor teilt sich in der Mitte, man sieht Pontio sich mit
699 2 | noch diese Nacht, kein Mittel sonst! ~Luzio ~Entsetzlich;
700 1 | anderen nach der Kirche. Im Mittelgrunde die Pforte. ~Chor der Nonnen [
701 1 | von außen vor der großen Mitteltür; heftiger, wachsender Tumult] ~/
702 1 | und Stöße gegen die große Mitteltüre. ~Die Tür springt, alles
703 1 | Aushängeschilder herunter, zerschlagen Möbel und Gefäße, und so weiter.
704 1 | ich gut, einmal allein ~möcht' ich doch gern barbarisch
705 2 | Angst und Graus; ~| ich möchte Gift und Flammen sprühen, ~\
706 1 | laßt sie allein; ~Gott möge ihr den Sieg verleihn! ~
707 2 | Brighella, - die Heiligen mögen euch beschützen! ~Brighella [
708 2 | Freude aus! ~| Dorella ~| Was mögt ihr euch nur so erglühen, ~|
709 2 | das Gesetz gab, das dich mordet; ~kein größrer Heuchler
710 1 | Verzeiht, ich wollt' euch Müh' ersparen, ~ich hielt Gericht,
711 1 | ihren Gefangenen mit großer mühe Bahn durch das Volk. ~Klosterhof
712 2 | forttragen] ~Jedes Amt hat seine Mühseligkeiten, das merke ich nun wohl!
713 2 | durch strenge Buße sühnen müssen, ~weil ich zuvor gezwungen
714 2 | neu belebt! ~Luzio ~Ihr muntres Volk, wer seid ihr all? ~
715 1 | herb Geschick; ~beraubt der Mutter und des Vaters, ~suche ich
716 2 | Während des Vorspiels und der Nachspiele wird ein feuriger sizilianischer
717 1 | Der Chor und die übrigen nähern sich ihr teilnahmsvoll. ~
718 2 | Schließer! ~Luzio ~Und dazu nahm man dich, den verworfensten
719 2 | Palermo, ~dem er sich nicht nahte mit seiner kecken Art. ~
720 1 | die Sizilianerin! ~| Der Narrennebel schwindet bald, ~| ich mach'
721 2 | Prozession! ~Friedrich ~Zu einer Narrenprozession? ~Luzio ~Wieso? Ich denk'
722 1 | Dem Weib gab Schönheit die Natur, ~dem Manne Kraft, sie zu
723 1 | wie ich! ~Und da er jetzt Neapel zugeeilt, ~ließ er als Stellvertreter
724 1 | Gott, welche Frechheit nehm' ich wahr! ~Dorella ~Jetzt
725 2 | Korso. ~Luzio ~Nun gut. Ich nehme euch beim Wort. ~Ihr führt
726 2 | ihnen vorderhand noch nach! ~Nehmt eure Larven ab. Vermeidet ~
727 1 | Schrei'n? ~Isabella ~Ich nenne einen Heuchler euch! ~Friedrich ~
728 1 | Weib lockt dich ins eigne Netz! ~Friedrich ~Nun, Isabella,
729 2 | den keuschen Mann, zum neuen Bund ~und liefert dann ihn
730 1 | und ehrlos, ~\ ich halt's nich aus! ~Pontio wird hinausgeworfen. ~
731 2 | Leben dir! ~Claudio ~Ha, niederträchtig, welch ein Schurke! ~Isabella [
732 2 | Luzio ~Entsetzlich; ha, nimmermehr, ~für eure Ehre sterb' ich
733 | nirgends
734 2 | mir die Aufnahme in ihre noble Gesellschaft an, ich werde
735 1 | Mittelgrunde die Pforte. ~Chor der Nonnen [hinter der Szene] ~Salve
736 1 | dort laßt ihn keusch und nüchtern sein. ~| Brighella ~| Jetzt
737 1 | entfernen! ~Friedrich ~Nichts nützen Weibertränen mehr. ~Doch
738 | oben
739 1 | in unsre Brust; ~o wie so öde das Leben bliebe, ~gab er
740 1 | Mariana ganz ab. Isabella öffnet. ~Luzio tritt ein. Isabella
741 2 | sie gibt sich dann ihm offen zu erkennen, ~zwingt ihn,
742 1 | Isabella ~Luzio? Ich hörte oft von euch, ~von eurem leichten,
743 1 | falschen Mann, ~den Heuchler. - Oh, - der Weiberschmach, ~daß
744 2 | seiner Schwester Ehre zu opfern! ~Pontio ~Laßt ihm doch
745 2 | dies Verdienst wird dir ein Orden! ~Antonio, Angelo, Danieli,
746 2 | sind aufgehoben, alles wird ordentlich, mein Gewerbe ist dahin!
747 2 | wir zum Feste schon, ~wir ordnen bald die Prozession! ~Antonio ~
748 2 | niemals ende seine Lust! ~Man ordnet den Festzug nach den Gebräuchlichkeiten
749 1 | Staatsbeamten. ~Friedrich ~Zur Ordnung! Was muß ich gewahren! ~
750 1 | Nur vorwärts, liederliches Pack, ~hat man mit euch doch
751 2 | Ein Zimmer in Friedrichs Palast. ~Friedrich allein. ~Friedrich ~
752 2 | Vordergrunde Lusthäuser mit parkähnlichen Anlagen; ein Zelt mit Erfrischungen
753 2 | Die Sbirren, in einzelne Patrouillen verteilt, folgen ihnen. ~
754 1 | Brighella [er zieht ein großes Pergament hervor] ~Halt! Hier ist
755 per| Personen der Handlung~ ~Friedrich,
756 1 | gern tät' ich dann meine Pflichten, ~sehr gern, - ~und forderte
757 1 | denn ganz ~versunken im Pfuhl der Lüste, ~im Schlamme
758 1 | ich! ~Brighella ~Pontius Pilatus? Fürchterlich! ~Der Tod
759 1 | man mit euch doch Not und Plack! ~Dorella ~Laßt mich, ich
760 1 | Sie springt von einem plötzlichen Gedanken ergriffen, schnell
761 2 | verboten ist ~der ganze Plunderkarneval! ~Angelo ~Hört ihn nicht
762 1 | Pilato heiße ich! ~Brighella ~Pontius Pilatus? Fürchterlich! ~
763 1 | die er am Eingang an ihren Posten stellt ~Brighella ~Wie lang
764 1 | tüchtig über's Ohr! ~Luzio ~Potztausend, welch ein großes Glück! ~
765 1 | Dorella ~Signor! ~Brighella [prallt betroffen zurück] ~Verdammt,
766 1 | Ach, schon verband des Priesters Hand ~das stille Bündnis
767 2 | meine List, ~doch um zu prüfen seine Stärke, ~ob er das
768 2 | Kerles macht mich rasend! ~Er prügelt ihn, die Sbirren fallen
769 2 | Liebe aus, ~| erst soll er quälen sich und mühen, ~| dann
770 2 | bewußt! - ~Wie trag' ich Qualen und Entzücken, ~es harret
771 2 | vergessen, ~zwingt mich ihre rächende Gewalt! ~Ich liebte nie, -
772 1 | Aha! Du bist's! Nur näher 'ran, ~nur näher, näher komm
773 2 | hilft das Toben! ~Luzio ~Ich rase! Ist dies Isabella? ~Dorella ~
774 2 | Heuchlerin! Laßt sie nur rasen! ~Alle ~Was sagst du? ~Luzio ~
775 1 | einz'gen Narren Sinn ~| raubt alle Lust und Freiheit hier! ~|
776 1 | steht eu'r Trachten, ~in Rausch und Wollust kennt ihr nur
777 2 | Freunde, und seid ruhig, - ~rechtfert'gen will ich sicher mich! ~
778 2 | Luzio ~Noch eine Sünde! Redet, welche? ~Isabella ~So wißt! ~
779 1 | hinter der Szene] ~Salve regina coeli! Salve! ~Isabella
780 1 | Bruder, ha, ihn zu befrei'n, ~reich mir die Hand! ~Luzio ~Hier,
781 1 | der Wüste euch versengt! ~Rein will ich euch dem König
782 1 | Wiederherstellung eines reineren und gottgefälligeren Wandels,
783 1 | Verwüstungen anzurichten; sie reißen die Aushängeschilder herunter,
784 2 | maskieren soll? - Ob dies meinen Reiz erhöhen soll? - Ihr Heiligen,
785 2 | in einer ganz gleichen, reizenden Maske. ~Isabella ~Verweile
786 2 | Dorella ~So? Gleich ein Rendezvous? - Nun gut - so komm heute
787 2 | mit mir! Fluch ihnen! ~[Er rennt in der Hast Pontio um, der
788 2 | biet' euch meinen ganzen Rest, ~den ganzen Keller voll
789 2 | Leidenschaft! ~| Wohlan, so rett' ich gern dein Leben, ~|
790 1 | bin ich jetzt. ~Isabella, rette deinen Bruder! ~Isabella ~
791 2 | ich dir, ~sei Held und Retter meiner Ehre! ~Claudio ~Was
792 1 | könnt' ich nur ein wenig richten, - ~könnte ich! - ~Was gäb
793 1 | hast mich überwunden, ~mein Richteramt ist hin. ~Dorella ~Habt
794 2 | Bösewicht! ~Friedrich ~So richtet mich nach meinem eigenen
795 1 | Isabella, was ist dir? ~Du riefst nach uns, und wir sind hier! ~
796 2 | den Brief, kennst du den Ring? ~Isabella ~Ach, welche
797 2 | nach dem Vordergrunde zu ringen. ~Pontio ~Halt! - Halt,
798 1 | mit kräft'ger Faust, ~bei Rock und Haar die Flegel zaust! ~
799 1 | einem Weib gelungen, ~zu rühren deinen kalten Sinn, ~hat
800 1 | gelassen zu! ~Der Tambour rührt nach allen vier Seiten hin
801 2 | selbst im Kampfe bliebe, ~ich ruf' es durch die Straßen aus, ~
802 1 | und Liebeshandel? ~Auf dir ruht gräßlicher Verdacht, ~du
803 1 | stürzen in Verwirrung zum Saale und auf die Galerien herein. ~
804 1 | wozu ~bist du entschlossen? Säume nicht! ~Isabella ~Du hast
805 2 | Diener? Ha, vortrefflich! ~Sahst du nicht Luzio? ~Dorella ~
806 1 | übergeben! ~Alle ~Mit welcher Salbung spricht der Mann, ~der Teufel
807 2 | gebraucht' ich nun, ~und sandt' ihm heute Mariana, ~die
808 1 | Wandel, ~durch schnöden Sauf- und Liebeshandel? ~Auf dir
809 1 | Haus ~die Männer nicht zu Saus und Braus? ~Dorella [lachend] ~
810 2 | Alle ~Ha, seht doch nur den Sbirrenchef! ~Danieli ~Er ist maskiert,
811 2 | Dorella ~Ach, das wäre schade! - Du liebst mich? ~Brighella ~
812 2 | Sonst ging' es an ein Schädelspalten! ~Brighella erblickt, auf
813 2 | frei? ~| Brighella ~| Die Schändliche läßt gar nicht los, ~| sie
814 2 | Rache! ~Stürzt ihn, den schändlichen Tyrannen! ~[Luzio kommt.] ~
815 1 | Claudio! ~Isabella ~Ha, Schändlicher, Abscheulicher! Herbei!
816 2 | keine Reue? ~Brighella ~Ich schäume bald vor Wut und Grimm! ~
817 1 | mehr Verlegenheit? ~| Wie schaff' ich Rat und Hilfe mir? ~|
818 1 | Richterpflicht, ~| denn wer diesen Schalk gesehen, ~\ der denkt nicht
819 1 | Kann man so frech und schamlos sein! ~| Bin ich aus dem
820 1 | Stühlen und Tischen eine Schanze errichtet, die Sbirren um
821 2 | der Tod mit seinem kalten Schauer, ~der alle Lust und Freude
822 per| Masken. Ein Musikkorps. ~Schauplatz der Handlung: Palermo, im
823 2 | mich: ~Untreu war ich zum Scheine bloß, ~ich blieb dir treu,
824 2 | Heiligen, was macht so ein Schelm nicht alles aus mir! ~Dorella ~
825 2 | Dorella ~| Ich lass' dich Schelmen nicht mehr los! ~| Sobald
826 1 | Brighella ~| Dieses kleine Schelmenauge ~| macht mich wahrlich ganz
827 2 | aus! ~/ Isabella ~| Die Schelmin läßt ihn nicht mehr los! ~|
828 1 | euch auch allen vor; ~ich schenk' euch gern das Eh'versprechen, ~
829 2 | Darf ich noch eine Sünde scheu'n! ~Doch laß ich wirklich
830 2 | den Tod jetzt nicht mehr scheue - ~| sag' dir die Glut,
831 1 | Isabella ~So sei's, ich schick' euch das Billet, ~es sag'
832 2 | Isabella bleibt; - sie wird das Schicksal, ~das meiner harret, mir
833 2 | durch Ungewißheit seines Schicksals, ~das ich so lang ihm berge,
834 2 | Friedrichs Heuchelei, ~wie schimpflich seine Tyrannei! ~Isabella ~
835 1 | dergleichen. ~Von außen heftige Schläge und Stöße gegen die große
836 1 | Einhalt zu tun. Es kommt zu Schlägereien. ~Chor ~Ihr Galgenvögel,
837 2 | wehrt sich eine Zeitlang, schlägt sich durch, tritt Pontio
838 1 | Lachen um! ~Danieli ~Ich schlag' euch Arm und Beine krumm! ~
839 1 | laßt die Arbeit sein! ~Schlagt auf sie los mit kräft'ger
840 1 | im Pfuhl der Lüste, ~im Schlamme der Begierden? ~Nur nach
841 1 | Brighella ~Ach, ach, - wie schlank, wie voll! ~Dorella ~Nun,
842 2 | Friedrich kommt maskiert. Luzio schleicht ihm nach. ~Friedrich ~Hier
843 2 | Schließer, eile an dein Amt; ~schließ den Gefangnen wieder ein! ~
844 1 | Fleisch, noch warmes Blut ~schließt seine steife Seele ein; ~
845 1 | Claudio ~Gefangen! s'ist das Schlimmste nicht, ~fragt nur noch weiter,
846 1 | gräßlicher Verdacht, ~du schlossest Eh'n für eine Nacht! ~Pontio ~
847 2 | so erwisch ich sie! ~Wie schlottern mir vor Wut die Knie! ~Dorella ~
848 1 | nenn' ich Spaß! ~Luzio ~Man schlug mir aus der Hand das Glas. ~
849 2 | Gefolge an der Spitze. Zum Schlusse eine Gewehrshalve. ~
850 1 | für dich! - ~Isabella ~Du schmähest jene andre Liebe, ~die Gott
851 2 | die Schwüre, Küsse, ~die Schmeicheleien, die Versprechen? ~Luzio ~
852 2 | Erdenliebe erschloß, ~da schmolz das Eis in tausend Liebestränen! ~
853 1 | schickt ihn in seinen Schnee nach Haus, ~| dort laßt
854 2 | Begnadigung, ~Befehl zur schnellen Hinrichtung! ~Alle ~Ha,
855 1 | durch solchen Wandel, ~durch schnöden Sauf- und Liebeshandel? ~
856 2 | bringst du mir? ~Isabella ~Ein schönes Los bereit' ich dir, ~sei
857 1 | Liebeslust! ~Dem Weib gab Schönheit die Natur, ~dem Manne Kraft,
858 1 | gravitüatisch.] ~Jetzt naht mein schönster Augenblick! ~[Pontio wird
859 2 | Mein Haar sträubt sich vor Schreck und Graus. ~Isabella ~Dorella
860 1 | wie und wo! ~Isabella ~Das schreib' ich euch! ~Friedrich ~Ha,
861 2 | Ein Lump!'' ~Isabella ~Wie schreibt der gnäd'ge Herr? ~Pontio ~``'
862 2 | ich würge dich! ~Pontio [schreiend] ~Zu Hilfe! Zu Hilfe! Herbei!
863 2 | allein, geht mit heftigen Schritten auf und ab.] ~So sei's!
864 1 | höre mich! ~Für diese Welt schuf Gott nicht dich! ~Dies Feuer
865 2 | ist ein Heuchler und ein Schuft! ~Nicht wahr? ~Friedrich ~
866 1 | Haus! ~Luzio ~Wer hat die Schufte hergeschickt? ~Verwüstet
867 2 | erst mußt du büßen für die Schuld, ~daß du verachtet meine
868 2 | tragen Claudio auf ihre Schultern. ~Angelo ~Triumph! Er ist
869 2 | um seine heuchlerischen Schurkereien auszuführen! Laß mich zu
870 1 | ich so elend, bin ich so schwach! ~| O, wie könnt' ich ihn
871 1 | was kann ich tun, ein schwaches Weib! ~Friedrich ~Du gehst
872 2 | ein Augenblick! ~Isabella ~Schwachmüt'ger, weich von mir zurück! ~
873 2 | welch ein gottvergeßnes Schwärmen! ~Antonio ~Der kommt uns
874 2 | Ich bin den läst'gen Schwätzer los! ~Wo bleibst du, Isabella? ~
875 1 | ich geliebt? ~Friedrich ~Schweig! Dich und Julia trifft der
876 1 | sollen wir das deuten? ~/ Sie schweigt in stummem Schmerz, ~| was
877 1 | hinausgeworfen. ~Brighella ~Ein schweres Amt, ich muß gestehn; - ~
878 1 | Hilfe für mich an, ~das Schwesterflehn den harten Sinn ~erweiche
879 2 | Los sag' ich mich der Schwestertreue! ~\ Ich habe niemals dich
880 1 | Sizilianerin! ~| Der Narrennebel schwindet bald, ~| ich mach' euch
881 2 | gefaßt! ~| Luzio ~| Jetzt schwirrt mir's wahrlich vor dem Ohr, ~|
882 2 | untreu seid! ~Luzio ~Ich schwör's bei meiner Seligkeit! ~
883 2 | gar verlaßt; ~| aus euren Schwüren ging hervor, ~| daß ihr
884 1 | mir, steht mir bei! ~Ihr schwurt mir ja beständig Treu', ~
885 2 | Signor, lebt wohl! - Ich seh' euch diese Nacht! ~[Ab.] ~
886 2 | glaubt, sie in der Ferne zu sehen und läuft ängstlich davon. ~
887 | seines
888 2 | Glühendsten beglücken, ~mir Sel'gem ihre Liebe weihn! ~Mich
889 1 | Brighella ~Nun weiß ich's selber nicht! ~Dorella ~Du liebes
890 1 | die List! ~Statt meiner send' ich ihm sein Weib, ~ich
891 1 | die Pförtnerin zu euch zu senden. ~Luzio ~Nicht doch, du
892 2 | Und doch, ist's nicht das Sicherste? ~Erwartet mich nicht das
893 2 | Brighellas Anblick] ~Herr! - Wie siehst du aus! ~Brighella ~Ich
894 2 | davon.] ~Pontio [tritt auf] ~Signora Isabella, he! ~Hier, das
895 1 | die gütige Erinnerung. ~[singt] Tambour, so trommle denn
896 2 | ist da zu lachen? Ich bin sittsam geworden, ich beschütze
897 1 | verspottet das Band der Sittsamkeit! ~Claudio ~Mit solcher Härte
898 2 | ist er Deutscher! Ich bin Sizilianer, und zwar von erstaunlich
899 1 | mit mir! ~/ Ihr kennt die Sizilianerin! ~| Der Narrennebel schwindet
900 2 | Nachspiele wird ein feuriger sizilianischer Charaktertanz ausgeführt. ~
901 2 | zerflossen! ~O, nicht zum Sklaven bloß macht mich die Liebe, ~
902 2 | Schelmen nicht mehr los! ~| Sobald kommst du nicht wieder frei! ~|
903 | sogar
904 1 | glauben? ~Den Antrag gebe ich sogleich ~für eine List aus, deine
905 2 | gibt nicht Vater und nicht Sohn, ~tralalalalala! ~Und wer
906 1 | Tränen haben, ~nicht Rache solchem Männervolk! ~Mariana ~Laß
907 1 | Brighella ~Purifizieren, - durch solchen Wandel, ~durch schnöden
908 2 | die Schmach? ~Claudio ~Um solches Opfer sollt' ich leben! ~
909 2 | Friedrich allein. ~Friedrich ~So spät, und noch kein Brief von
910 2 | nicht aufgelegt, ~ich komme später auf dem Korso. ~Luzio ~Nun
911 1 | Dorella ~Jetzt wird die Sache spaßhaft gar! ~Luzio ~Was, keine
912 1 | Nicht eher, bis du Gnade spendest! ~Friedrich ~Dein Bruder,
913 2 | Vollendet ist der Plan! ~Ich spiele mit dem Tod wie mit dem
914 2 | spielte erst mit euch, wie spielt ihr jetzt mit mir! Fluch
915 2 | O Weiber, Weiber! Ich spielte erst mit euch, wie spielt
916 2 | dich, den verworfensten Spitzbuben in ganz Sizilien? ~Pontio ~
917 1 | nicht dich! ~Dies Feuer spottet deiner Wahl, ~und Torheit
918 1 | jetzt, ~zu deinem Unglück sprächst du nur! ~Isabella sinkt
919 1 | Ewigkeit? ~| Macht auf, sonst sprengen wir die Tür! ~| Dorella ~|
920 1 | betrognes Volk, herbei! ~Sprengt alle Tore, hört mich an! ~
921 2 | möchte Gift und Flammen sprühen, ~\ und sie lacht mich wohl
922 1 | Begleitung mehrerer hohen Staatsbeamten. ~Friedrich ~Zur Ordnung!
923 2 | doch um zu prüfen seine Stärke, ~ob er das Leben auch verdient, ~
924 1 | Ergebung lehrt mein neuer Stand; ~die Schwester für den
925 per| Sbirren. Einwohner jedes Standes von Palermo. Volk. Masken.
926 1 | ihn häufest, ~daß seine Starrheit du bezwingst! ~Isabella ~
927 1 | will ich Statthalter sein; ~Statthaltert er denn nur allein! ~[Zu
928 2 | Beide bleiben an der Türe stehen. ~Friedrich ~Von Isabella,
929 1 | Friedrich ~So bleibt es stehn. ~Ich will nicht vom Gesetze
930 1 | warmes Blut ~schließt seine steife Seele ein; ~der König kennt
931 1 | Neapel zugeeilt, ~ließ er als Stellvertreter mich zurück, ~und trug mir
932 2 | schöne Leben, ~von dem ich sterbend scheiden muß! ~Isabella ~
933 2 | der Kauz Brighella ist sterblich in mich verliebt. ~Isabella ~
934 2 | o bringt ihn, güt'ge Sterne, ~voll Reue mir zurück! ~
935 1 | gewann des Königs Gunst und stieg so hoch, ~daß er, von Ehrgeiz
936 1 | des Priesters Hand ~das stille Bündnis unsrer Liebe, ~doch
937 1 | Luzio! - ~Du kennest jenen stillen Ort, ~das Kloster der Elisabeth; ~
938 1 | nur entflammt, ~der Liebe stilles Glück verschmähte ~und mich,
939 1 | ohne Freude! ~Alle ~Wir stimmen in die Bitte ein, ~laßt
940 2 | Isabella ~Für meine Ehre stirb als Held! ~Claudio ~Ha,
941 2 | Brighella.] ~Claudio, du stirbst, - ich folg' dir nach! ~
942 1 | Luzio ~Ja, Isabella, Claudio stirbt, ~wenn du nicht selbst zu
943 1 | zum Gericht, und niemand störe! ~Eine Deputation von jungen
944 1 | außen heftige Schläge und Stöße gegen die große Mitteltüre. ~
945 1 | vor ihrem Atem flieht mein Stolz! - ~Steh auf, laß mich zu
946 1 | könntest nie zurück sie stoßen, ~die trostlos dann verlassen
947 2 | ihr? ~Luzio [sie von sich stoßend] Laßt die Heuchlerin! Laßt
948 1 | Isabella ~Ha, wie verrucht! Ich straf' dich Lügen! ~Friedrich ~
949 2 | von mir, ~und das er jenen straft! ~Luzio ~Zum Teufel, 's
950 2 | Vermeidet ~noch jetzt den Streit mit jenen Schurken! ~Macht
951 1 | betrachtet ihn lange mit strengem Blicke. ~Friedrich ~Ha,
952 1 | kennt wohl seine Treue, ~den strengen, unbeugsamen Sinn, ~und
953 1 | Die Tür springt, alles strömt durch sie herein. ~Antonio,
954 1 | wider Willen alle ~| zum Strudel wilder Raserei! ~| Ob einer
955 1 | Verteidigungsmaßregeln aus, indem er sich mit Stühlen und Tischen eine Schanze
956 2 | Leben, ~| für deine Freiheit stürbe ich; ~| für dieses männlich
957 1 | eilt, eilt herbei! ~Alle stürzen in Verwirrung zum Saale
958 1 | du nur! ~Isabella sinkt stumm zusammen. Der Chor und die
959 1 | deuten? ~/ Sie schweigt in stummem Schmerz, ~| was hat er ihr
960 1 | Isabella weist sie mit einer stummen Gebärde zurück. ~Alle ~Du
961 2 | verschweig es meinem Bruder, ~such mich dann auf dem Korso
962 1 | Mutter und des Vaters, ~suche ich Schutz in diesen Mauern; ~
963 1 | seid ihr, ~mich hier zu suchen? ~Luzio ~O günst'ger Zufall, -
964 2 | Liebestränen! ~Ja, glühend, wie des Südens Hauch ~brennt mir die Flamme
965 2 | viel ~durch strenge Buße sühnen müssen, ~weil ich zuvor
966 1 | Leben! - ~Mich ekelte das sündenvolle Treiben, ~als mich des Königs
967 2 | wer macht mich armen Sünder frei? ~| Brighella ~| Die
968 2 | zu bieten, ~da euch schon süße Bande fesseln! ~Dorella ~
969 2 | ich darauf Verzicht! ~Mein süßes Bräutchen, lebe wohl! ~Mariana ~
970 2 | Armseliger, wohin ist das System, ~das du so wohl geordnet,
971 1 | den Belustigungsörtern und Tabagien Verwüstungen anzurichten;
972 1 | Verhör! ~Gäbe ich! ~Wie gern tät' ich dann meine Pflichten, ~
973 2 | Luzio ~O herrlich Weib, wie täuschest du mich Armen! ~Wie verkannt
974 2 | Spaß, es war zur Lust! ~Der Tanz ist nach jedem Verse immer
975 2 | da schmolz das Eis in tausend Liebestränen! ~Ja, glühend,
976 1 | ist frei! Doch du, ~die tausendfache Glut mir weckte, ~wie löschest
977 2 | Seligkeit! ~Dorella ~Das ist der tausendste der Schwüre! ~Luzio [ausweichend] ~
978 2 | Triumph hieher! ~Ab mit einem Teile des Chores. Mehrere Sbirren
979 1 | übrigen nähern sich ihr teilnahmsvoll. ~Alle ~Sprich, Isabella,
980 1 | das Glas. ~Antonio ~Ich teilte wacker Prügel aus. ~Angelo ~
981 2 | halbe Löhnung! ~Dorthin! In Teufels Namen! Ach! - ~[läuft wie
982 2 | kommt.] ~Ach, Isabella, teures Leben, ~o rede schnell,
983 2 | Ihr Leute! ~Volk Palermos, tiefgekränktes Volk! ~Eilt her! Zur Rache!
984 1 | er sich mit Stühlen und Tischen eine Schanze errichtet,
985 2 | Beruhigt euch, nichts hilft das Toben! ~Luzio ~Ich rase! Ist dies
986 1 | Liebe werde fortan mit dem Tode bestraft. ~In namen des
987 2 | laß ihn büßen durch die Todesfurcht! ~Triumph! Triumph! Vollendet
988 1 | ist aufgehoben, und bei Todesstrafe jede Gebräuchlichkeit desselben
989 1 | Friedrich ~Hör mich an! ~Du Törin, sprich, wer wird dir glauben? ~
990 1 | euch, ~von eurem leichten, tollen Leben. ~Luzio ~Desto gewicht'
991 2 | Karnevalslied, ~es ist das tollste aller Lieder! ~Antonio,
992 1 | ihr Atem, wie beredt ihr Ton; - ~bin ich ein Mann? Weh'
993 1 | Grobian, ~fängst du aus diesem Tone an! ~Brighella ~Ist das
994 1 | Volk, herbei! ~Sprengt alle Tore, hört mich an! ~Herbei,
995 1 | Vergnügen, Freude steht eu'r Trachten, ~in Rausch und Wollust
996 2 | ergreifen kann, ~la! ~Der trägt es im Triumph davon! ~La! ~
997 1 | Männervolk! ~Mariana ~Laß mir die Träne, meinen Trost, ~Ergebung
998 1 | drei Jahren schon getrennt ~traf einzeln uns manch herb Geschick; ~
999 2 | meiner nicht bewußt! - ~Wie trag' ich Qualen und Entzücken, ~
1000 2 | Leute kommen zurück, sie tragen Claudio auf ihre Schultern. ~