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Richard Wagner
Das Liebesverbot

IntraText - Konkordanzen

(Hapax - Wörter, die nur einmal vorkommen)
trat-zweit

                                                        Fettdruck = Main text
     Akt                                                Grau = Kommentar
1001 1 | ins Kloster als Novize trat, ~entließ sie mich aus ihrem 1002 2 | Alle ~| Wem soll man trau'n von diesen zwei'n? ~\ 1003 2 | Claudio und Alle ~Reißt alle Trauerhäuser ein! ~Für Lust und Freude 1004 2 | bunte Scherze mehr ~als eure traurigen Gesetze! ~Alle ~Herbei, 1005 2 | la! ~Und hin zur Hölle Traurigkeit, ~la! ~Wer sich nicht freut 1006 1 | Fürchterlich! ~Der Tod am Kreuze treffe dich! ~Pontio ~Signor, - 1007 2 | Kann ich dich nirgends treffen? ~Dorella ~So? Gleich ein 1008 1 | Mich ekelte das sündenvolle Treiben, ~als mich des Königs Huld 1009 2 | ihn nicht mehr los! ~| Sie treibt ihn bis zur Raserei! ~| 1010 1 | Ich folge, noch einmal tret' ich in die Welt! ~Luzio ~ 1011 2 | davon. ~Isabella und Mariana treten auf, beide in einer ganz 1012 1 | Weib, ~als die der Liebe? ~Treulosigkeit des Mannes, den ich innig 1013 1 | ab.] ~Gerichtssaal, mit Tribünen und Galerien. Brighella 1014 1 | Schweig! Dich und Julia trifft der Tod! ~/ Alle ~| Der 1015 2 | und Erfrischungen aus. Man trinkt und jubelt. ~Antonio, Angelo, 1016 1 | allen vier Seiten hin die Trommel. ~Alle ~Seid still! Was 1017 1 | Erinnerung. ~[singt] Tambour, so trommle denn zur Ruh, ~und ihr hört 1018 2 | dem albernen Verbot zum Trotz ~den Karneval froh zu begehen. ~ 1019 1 | es dir geraten sein, ~zu trotzen dem Verbote blind? ~Dorella [ 1020 1 | gefesselt hält, ~| und niemand trotzt dem frechen Mann, ~| daß 1021 1 | Stellvertreter mich zurück, ~und trug mir den Versuch auf, euch 1022 1 | und jedes Vergehen des Trunkes sowie der Liebe werde fortan 1023 1 | diesen Frechen, ~und haut sie tüchtig über's Ohr! ~Luzio ~Potztausend, 1024 2 | überreicht. Beide bleiben an der Türe stehen. ~Friedrich ~Von 1025 1 | schreit nach den Fenstern und Türen.] ~Herbei, betrognes Volk, 1026 2 | vernimm! ~Ein Scheusal, ein Tyrann ist der, ~der das Gesetz 1027 2 | wie schimpflich seine Tyrannei! ~Isabella ~Ich habe auch 1028 2 | Stürzt ihn, den schändlichen Tyrannen! ~[Luzio kommt.] ~Auf, Luzio! 1029 1 | Grund und die Wurzel des Übels zu vertilgen. Wir befehlen 1030 2 | Mariana, ~und dem Statthalter überbringst du jenen; - ~den Zutritt 1031 1 | ich ihm sein Weib, ~ich überführ' ihn durch die Tat, ~und 1032 1 | Heuchelei! ~| Wenn ich ihn überführen könnte, ~| und durch sein 1033 1 | will ich euch dem König übergeben! ~Alle ~Mit welcher Salbung 1034 1 | entwürdigt durch das greuliche Überhandnehmen abscheulicher Liederlichkeiten 1035 1 | Stadt! ~Chor ~Wir sind der Übermüt'gen satt! ~Antonio ~Was 1036 1 | Isabella ~Du hast mich mächtig überwältigt, ~was kann ich tun, ein 1037 1 | Brighella ~Du hast mich überwunden, ~mein Richteramt ist hin. ~ 1038 1 | zusammen. Der Chor und die übrigen nähern sich ihr teilnahmsvoll. ~ 1039 1 | hiermit: Der Karneval, dieses üppige und lasterhafte Fest, ist 1040 2 | Claudio ~Isabella, ich umarme dich! ~Leb wohl, nimm diesen 1041 1 | noch einmal auf sie zu und umarmt sie.] ~Du Ärmste! ~Dann 1042 1 | hat dich ihr Zauber nie umflossen ~mit ihrem Leid und ihrer 1043 2 | eh' mich der düstre Tod umhüllt, ~der Tod mit seinem kalten 1044 1 | hat je ein Arm dich fest umschlungen, ~gabst je du dich der liebe 1045 1 | unterstehn, ~unglimpflich mit mir umzugehn? ~Du Heuchler, du Narr, 1046 2 | mich verfolgt? ~Luzio tritt unbefangen auf ihn zu. ~Luzio ~Ganz 1047 1 | Liebe, ~doch er, der arm und unbekannt ~Sizilien einst betrat, ~ 1048 1 | vom Gesetze gehn! ~Alle ~O unbeugsame Grausamkeit! ~Brighella ~ 1049 1 | seine Treue, ~den strengen, unbeugsamen Sinn, ~und setzt ihn deshalb 1050 1 | O Schwester, welch ein Ungemach! ~Luzio ~Sprecht, Isabella, 1051 1 | Wort! ~Brighella ~Bekenne, ungeratnes Kind, ~wieviel Untaten du 1052 1 | dem frechen Mann, ~| daß ungestraft ein solcher Wicht ~| die 1053 2 | Wankelmut ~sei er durch Ungewißheit seines Schicksals, ~das 1054 1 | dich ferner unterstehn, ~unglimpflich mit mir umzugehn? ~Du Heuchler, 1055 1 | schweige jetzt, ~zu deinem Unglück sprächst du nur! ~Isabella 1056 1 | wohl gefunden, ~daß ich unschuldig bin? ~Brighella ~Daß du 1057 | unserer 1058 | unsern 1059 1 | ungeratnes Kind, ~wieviel Untaten du begingst? ~Dorella ~Was 1060 2 | maskieren von oben bis unten! - Ihr Heiligen, was macht 1061 1 | Gott, wenn dein Bruder unterliegt! ~Isabella ~Den Bruder, 1062 2 | Hier, das Patent! 's ist unterschlagen, ~ich hab's für euch gestohlen! ~ 1063 1 | Dorella ~Wirst du dich ferner unterstehn, ~unglimpflich mit mir umzugehn? ~ 1064 2 | sterb' ich selbst! ~[Er unterzeichnet ein Urteil und überreicht 1065 1 | diesem Blick, der frech und unverschämt ~verspottet das Band der 1066 2 | Er unterzeichnet ein Urteil und überreicht dies Brighella.] ~ 1067 2 | italienische Charaktermasken usw. Alles wogt bunt durcheinander. 1068 2 | tralalalalala! ~Es gibt nicht Vater und nicht Sohn, ~tralalalalala! ~ 1069 1 | beraubt der Mutter und des Vaters, ~suche ich Schutz in diesen 1070 2 | für die Schuld, ~daß du verachtet meine Huld. ~Isabella kommt 1071 1 | Lebenslust! ~Ach, schon verband des Priesters Hand ~das 1072 1 | Hinaus! Hinaus! ~| Pontio ~| Verbannt und ehrlos, ~\ ich halt' 1073 1 | die du der Schwester stets verbargst; ~verlangst du Trost, o 1074 1 | gern durch ein ehrend Band verbessern, ~doch kennst du nicht ein 1075 2 | will mir der Statthalter verbieten? Den Teufel in sein Liebesverbot! 1076 1 | geraten sein, ~zu trotzen dem Verbote blind? ~Dorella [lachend] ~ 1077 1 | lehrst, wie himmlisch sein Verbrechen! ~Isabella ~O Gott, was 1078 2 | aufgepaßt! ~Isabella ~Welch ein Verbrecher seid ihr doch, ~daß ihr 1079 2 | reißt seine Häuser ein! ~Verbrennt zu Asche die Gesetze! ~Frisch 1080 1 | Auf dir ruht gräßlicher Verdacht, ~du schlossest Eh'n für 1081 1 | das Volk scheint sehr verdächtig mir! ~| Ihr Droh'n verwirrt 1082 1 | Leichtsinn ist's, ~den ich verdamme wie das Laster selbst. ~ 1083 2 | Durch Schande? ~Claudio ~Verdammst du mich, weil ich gefehlt? ~' 1084 1 | Angelo ~Zum Teufel das verdammte Haus! ~Luzio ~Wer hat die 1085 2 | euch auf Ärgeres gefaßt! ~Verderbt mir nichts, - geht auseinander! ~ 1086 1 | in unserer gottlosen und verderbten Stadt, fühlen uns zur Wiederherstellung 1087 1 | ist! ~Friedrich ~O, der Verderbtheit; dieser Leichtsinn ist's, ~ 1088 2 | mich! ~Brighella ~Für dies Verdienst wird dir ein Orden! ~Antonio, 1089 2 | Stärke, ~ob er das Leben auch verdient, ~verschweig' ich ihm, was 1090 2 | tralalalalala! ~Zum Teufel fahre der Verdruß, ~la! ~Und hin zur Hölle 1091 2 | ist der Mensch, der mich verfolgt? ~Luzio tritt unbefangen 1092 1 | Ha ha ha ha! ~Brighella ~Verführtest du in jenem Haus ~die Männer 1093 1 | geräumt werden, und jedes Vergehen des Trunkes sowie der Liebe 1094 1 | unsrer heißen Luft ~vor Frost vergehn, wir bleiben heiß, ~und 1095 1 | geirrt! ~Brighella ~Ah! - ich vergesse das Verbot! ~Fassung, Brighella, 1096 2 | der Pflicht und Ehre zu vergessen, ~zwingt mich ihre rächende 1097 1 | der Begierden? ~Nur nach Vergnügen, Freude steht eu'r Trachten, ~ 1098 2 | verhindern läßt, ~am Karneval vergnügt zu sein! ~Angelo ~Das läßt 1099 1 | inkommodieren; ~weil dieser Name so verhaßt, ~so sollt' ich ihn purifizieren! ~ 1100 2 | und gib mir's. ~Pontio ~Verheimlichen? Das geht nicht! ~Isabella [ 1101 2 | Wein! ~Laßt sehn, wer uns verhindern läßt, ~am Karneval vergnügt 1102 1 | tritt ein. Isabella sie verhüllt sich. ~Isabella ~Es ist 1103 1 | vertrau dem Munde ~die lang' verhüllten Schmerzen an! ~Wir liebten 1104 1 | gottgefälligeren Wandels, sowie zur Verhütung größerer Ausschweifungen 1105 1 | Wohin hat sich dein Schmerz verirrt! ~Isabella ~So lacht und 1106 2 | täuschest du mich Armen! ~Wie verkannt ich dich! ~Isabella ~Laßt 1107 1 | Friedrich ~| Ha, wie verklärt der Schmerz ~| die schöne 1108 1 | die Liebe, die du mir verkündet, ~faß ich mit heißer Glut 1109 1 | dich Lügen! ~Friedrich ~Verkündetest du Härte, Strenge, ~ja, 1110 2 | kein Brief von Isabella? ~Verlang' ich nicht danach, wie nach 1111 1 | Schwester stets verbargst; ~verlangst du Trost, o so vertrau dem 1112 2 | Zur Lösung meines Bruders ~verlangte Friedrich das von mir, ~ 1113 2 | hat im Hintergrunde den verlarvten Friedrich und Mariana ergriffen; 1114 1 | Tat, ~und feßle ihn an die Verlaßne! ~Triumph, Triumph! Du bist 1115 1 | Gott möge ihr den Sieg verleihn! ~Alle gehen ab außer Friedrich 1116 2 | Brighella! Ha ha ha! Welch ein verliebter Pierrot! ~Angelo und mehrere 1117 1 | ihn die Schuldigkeit, ~| Verliebtheit zieht ihn her zu mir! ~| 1118 1 | Wir befehlen kraft der uns verliehenen Gewalt hiermit: Der Karneval, 1119 2 | voll Reue mir zurück! ~Sie verliert sich in einem der Laubgänge. 1120 2 | ganzen Verstand darüber verloren! ~Dorella ~Ach, das wäre 1121 2 | Mariana, ~die heimlich ihm vermählt, und die ~er schändlich, 1122 1 | befreit! ~Isabella ~Was ich vermag als treue Schwester, ~sei 1123 2 | Nehmt eure Larven ab. Vermeidet ~noch jetzt den Streit mit 1124 1 | erforschen! ~Isabella ~Ha, wie verrucht! Ich straf' dich Lügen! ~ 1125 1 | Ha, der Abscheuliche, der Verruchte! ~Gott gibt mir Kraft, ihn 1126 2 | Alle zerstreuen sich nach verschiedenen Seiten. Die Sbirren, in 1127 1 | sucht sich der Liebe zu verschließen! ~O, öffne der Erdenliebe 1128 2 | folg' dir nach! ~O, wie verschling' ich die Gedanken, ~die 1129 1 | war dein Herz denn stets verschlossen, ~drang Liebe nie in deine 1130 1 | der Liebe stilles Glück verschmähte ~und mich, die Gattin, bald 1131 2 | welcher Friedrich und Mariana verschwanden. ~Isabella [tritt heftig 1132 2 | Der Tanz ist nach jedem Verse immer feuriger und wilder 1133 1 | ein Wind der Wüste euch versengt! ~Rein will ich euch dem 1134 1 | der frech und unverschämt ~verspottet das Band der Sittsamkeit! ~ 1135 2 | Preis meiner Entehrung ~versprach er Gnad' und Leben dir! ~ 1136 1 | versprichst mir? ~Isabella ~Ich verspreche! ~Friedrich ~Entzücken! 1137 2 | recht heftig; seine Schwüre, Versprechungen, Anträge, Liebkosungen jedoch 1138 1 | ich nicht? ~Friedrich ~Du versprichst mir? ~Isabella ~Ich verspreche! ~ 1139 2 | habe schon meinen ganzen Verstand darüber verloren! ~Dorella ~ 1140 2 | und beobachtet in einem Versteck Luzio und Dorella. ~Luzio ~ 1141 2 | Mantel und großen Degen ab, versteckt beides in das Gebüsch und 1142 1 | Verbannen! Verbannen? ~| Das versteh' ich nicht! ~| Brighella [ 1143 2 | ne Maske! ~Pontio ~Das verstehe, wer da will! ~Brighella ~ 1144 1 | zurück, ~und trug mir den Versuch auf, euch zu bessern! ~Ihr 1145 1 | Volk! Seid ihr denn ganz ~versunken im Pfuhl der Lüste, ~im 1146 1 | durch allerhand komische Verteidigungsmaßregeln aus, indem er sich mit Stühlen 1147 1 | die Wurzel des Übels zu vertilgen. Wir befehlen kraft der 1148 1 | verlangst du Trost, o so vertrau dem Munde ~die lang' verhüllten 1149 1 | Pontio ~Signor, - ach, ich verwechselt mich! ~Wenn mich die Eltern 1150 1 | Blick! ~Isabella ~Ha, wie verwegen! ~Luzio ~Kehr zurück! Mich 1151 2 | Luzio [mit zunehmender Verwegenheit] ~Ich weiß nicht, wie ich 1152 2 | reizenden Maske. ~Isabella ~Verweile hier, hier muß er kommen! ~ 1153 1 | Isabella ~Es ist ein Mann; - verweilt, ich geh', ~die Pförtnerin 1154 1 | um die ihr Leben sie verweint! ~Es wird an der Pforte 1155 2 | dazu nahm man dich, den verworfensten Spitzbuben in ganz Sizilien? ~ 1156 1 | die Schufte hergeschickt? ~Verwüstet wird, wohin man blickt! ~ 1157 1 | Belustigungsörtern und Tabagien Verwüstungen anzurichten; sie reißen 1158 2 | Hast Pontio um, der ihm verwundert zugesehen hat.] ~Was ist 1159 1 | hat er ihr vertraut? ~| Verwundrung erfüllt mein Herz, ~| dem' 1160 2 | die Flamme in der Brust; ~verzehrt mich auch die wilde Glut, ~ 1161 1 | gut; ~bewege sie, daß sie verzeih', ~dann bau' ich ganz auf 1162 1 | ist geschehen? ~Brighella ~Verzeiht, ich wollt' euch Müh' ersparen, ~ 1163 2 | Für dich leist' ich darauf Verzicht! ~Mein süßes Bräutchen, 1164 1 | Ärger glühen wir! ~| Wut und Verzweiflung kocht in mir! ~| So eines 1165 | vier 1166 2 | mir hervor, ~\ daß man mir völlig aufgepaßt! ~Isabella ~Welch 1167 2 | melde Mariana, ~wie sie den Vogel fängt, der ihr entfloh'n! ~ 1168 2 | Todesfurcht! ~Triumph! Triumph! Vollendet ist der Plan! ~Ich spiele 1169 1 | Luzio ~Jetzt wird sie vollends gar verwirrt! ~Claudio ~ 1170 2 | Masken all, ~gejubelt sei aus voller Brust; ~wir halten dreifach 1171 2 | geschärft zum augenblicklichen Volzug ist der Befehl! ~Durch welchen 1172 2 | Eröffnung des Karnevals. Voran das Musikkorps. Friedrich 1173 1 | Brighella ~| Nun ist's vorbei! Was fang ich an? ~| Gibt 1174 2 | folgen. Man zieht über den Vordergrund den Korso hinab. Kanonenschüsse 1175 2 | noch nicht! ~Gebt ihnen vorderhand noch nach! ~Nehmt eure Larven 1176 2 | erwarten, ~wird Claudio vorenthalten, ich fang' es auf ~und laß 1177 2 | Kommt heran, ~ein lustig Vorfest halten wir! ~Angelo ~Dann 1178 2 | sing! So sing! ~Während des Vorspiels und der Nachspiele wird 1179 1 | Erster Akt~ ~Vorstadt mit Belustigungsörtern aller 1180 1 | Beine krumm! ~Brighella ~Nur vorwärts, liederliches Pack, ~hat 1181 1 | euch diese Bittschrift vorzulegen; ~wir bitten, daß der Karneval, ~ 1182 1 | ich erlassen, ~und strenge wach' ich, daß erfüllt es werde! ~ 1183 1 | großen Mitteltür; heftiger, wachsender Tumult] ~/ Macht auf, macht 1184 2 | Antonio ~So recht, ihr wackern jungen Leute! ~Einmütig 1185 2 | gleich! So sing! So sing! ~Während des Vorspiels und der Nachspiele 1186 1 | nicht länger warten hier, ~| währt es denn eine Ewigkeit? ~| 1187 1 | auf, macht auf! Wie lange währts? ~| So tut doch eure Schuldigkeit, ~| 1188 2 | Jacken an! ~La! ~Die bunten Wämser angetan! ~La! ~Heut ist 1189 2 | verloren! ~Dorella ~Ach, das wäre schade! - Du liebst mich? ~ 1190 2 | Isabella ~Greift zu den Waffen! Auf, zur Rache! ~Stürzt 1191 1 | sprich, bist du toll? ~Du wagst's, hier so zu mir zu sprechen! ~ 1192 1 | Dies Feuer spottet deiner Wahl, ~und Torheit nennt sie 1193 2 | mich? ~Brighella ~Bis zum Wahnsinn! - Kann ich dich nirgends 1194 2 | Brighella [springt wie ein Wahnsinniger auf Dorella los] ~Das ist 1195 2 | gern! ~Isabella ~Triumph, wahrhaft ist seine Liebe! ~Luzio ~ 1196 2 | ganz Sizilien? ~Pontio ~Wahrt eure Zunge! - Sagt, was 1197 2 | durchzucken. ~Im Fieber wallet mir das Blut, ~ich bin mir 1198 1 | hören, ~es ist zu viel! Mir wallt das Blut, ~ich bin mir meiner 1199 1 | Purifizieren, - durch solchen Wandel, ~durch schnöden Sauf- und 1200 1 | reineren und gottgefälligeren Wandels, sowie zur Verhütung größerer 1201 2 | Mariana ~Wie glüht die Wange mir vor Scham! ~Isabella ~ 1202 1 | Wut und Scham glühn meine Wangen, ~| bin ich so elend, bin 1203 1 | ein Mann? Weh' mir, ich wanke schon! ~Isabella ~O, war 1204 2 | sei's! Für seinen feigen Wankelmut ~sei er durch Ungewißheit 1205 | wann 1206 2 | Antonio ~Was soll's? Wir waren schon im Zug! ~Angelo ~Was 1207 2 | hingeflohen? ~Ein Hauch von ihrem warmen Atem nur, ~und wie ein frost' 1208 1 | davongeführt. ~Claudio ~Du warst mir lieb und tust mir leid, ~ 1209 1 | die tausendfache Glut mir weckte, ~wie löschest du die Flamme 1210 | Weder 1211 2 | fallen über Luzio her; er wehrt sich eine Zeitlang, schlägt 1212 1 | fürchtet euch vor einem Weibe? ~Friedrich [aufbrausend, 1213 1 | den Heuchler. - Oh, - der Weiberschmach, ~daß wir nur weiche Tränen 1214 1 | Friedrich ~Nichts nützen Weibertränen mehr. ~Doch sei's! - Ihr 1215 2 | erwischt, gefangen! ~Ein Weibsbild! Eine Maske! Halt! Halt! 1216 1 | Weiberschmach, ~daß wir nur weiche Tränen haben, ~nicht Rache 1217 2 | soll sie sein; - wo mag sie weilen? ~Luzio ~Er ist's, ich habe 1218 1 | Elisabeth; ~die treue Schwester weilet dort ~und weiht sich einsamem 1219 per| Sbirren ~Danieli, Wirt eines Weinhauses ~Dorella, früher Isabellas 1220 2 | Pierrot, der er noch die weiße Gesichtslarve zufügt. Er 1221 1 | wir sind hier! ~Isabella weist sie mit einer stummen Gebärde 1222 2 | Volzug ist der Befehl! ~Durch welchen Zufall hab' ich, mein Claudio, 1223 | Wem 1224 2 | nicht an! ~Antonio ~Auf, werft sie nieder! ~Angelo, Danieli, 1225 1 | schweigst du stets, nicht wert mich achtend, ~zu teilen 1226 | wider 1227 2 | ist geschehn? ~Was ist dir widerfahren, sprich! ~Isabella ~Greift 1228 1 | ich hielt Gericht, fand Widerstand - ~Friedrich ~Beachte deine 1229 2 | Liebkosungen aller Art den Widerstrebenden zurückzuhalten. ~Dorella ~ 1230 1 | verderbten Stadt, fühlen uns zur Wiederherstellung eines reineren und gottgefälligeren 1231 | Wieso 1232 | wieviel 1233 2 | euch bereit, ~so toll und wild den Karneval ~zu end'gen, 1234 2 | verzehrt mich auch die wilde Glut, ~genieß' ich doch 1235 1 | Sie reißt uns wider Willen alle ~| zum Strudel wilder 1236 1 | euch kühlen, ~die wie ein Wind der Wüste euch versengt! ~ 1237 2 | an mein Herz. ~Und doch winkt mir von ferne ~nach langem 1238 2 | und wie ein frost'ger Wintertraum zerflossen! ~O, nicht zum 1239 2 | Sünde scheu'n! ~Doch laß ich wirklich Claudio frei? ~Darf das 1240 1 | Zucht und Scham? ~Dorella ~Wirst du dich ferner unterstehn, ~ 1241 per| Chef der Sbirren ~Danieli, Wirt eines Weinhauses ~Dorella, 1242 2 | Ein Kluger tut, als wiss' er nichts! ~| Luzio ~\ 1243 2 | Wenn ich von alledem was wisse! ~Dorella ~Willst du die 1244 2 | Charaktermasken usw. Alles wogt bunt durcheinander. Es ist 1245 1 | Friedrichs Torheit ausersann, ~wonach ein so geringer Fehl ~bestraft 1246 1 | Dorella ~Was das für freche Worte sind! ~Brighella ~Und jetzt 1247 2 | Isabella ~Vernimm, mein Freund, worum ich dich jetzt bitte: ~Vor 1248 1 | nichts! Nur Eines bleibt, ~wovon ich Rettung hoffen kann, - ~ 1249 2 | weichen, Halunke, ~oder ich würge dich! ~Pontio [schreiend] ~ 1250 1 | kühlen, ~die wie ein Wind der Wüste euch versengt! ~Rein will 1251 1 | Geheilet, hoff' ich, ist die Wunde, ~die du der Schwester stets 1252 2 | frei! ~Luzio ~O, so habt Wunder ihr getan, ~ich bete eure 1253 2 | entfernt sich. ~Mariana ~Welch wunderbar' Erwarten, ~Gefühl voll 1254 2 | Gewiß, ein Wort von euch tat Wunderkraft; ~Ich bin dankbar zu eurem 1255 1 | Strenge den Grund und die Wurzel des Übels zu vertilgen. 1256 1 | Brighella nähert sich ihr zärtlich. ~Brighella ~Du hast mich 1257 2 | Isabella ~Ach, welche zarte Liebeszeichen! ~Luzio ~Nein, 1258 1 | deine Brust, ~hat dich ihr Zauber nie umflossen ~mit ihrem 1259 1 | Rock und Haar die Flegel zaust! ~Luzio, Angelo und Antonio 1260 2 | her; er wehrt sich eine Zeitlang, schlägt sich durch, tritt 1261 2 | parkähnlichen Anlagen; ein Zelt mit Erfrischungen des Danieli. 1262 2 | ein frost'ger Wintertraum zerflossen! ~O, nicht zum Sklaven bloß 1263 1 | ohne Freude! ~Friedrich [zerreißt das Blatt heftig] ~Das sei 1264 1 | Aushängeschilder herunter, zerschlagen Möbel und Gefäße, und so 1265 1 | den ich innig liebte, ~zerstörte alle Lebenslust! ~Ach, schon 1266 2 | nicht gar zu weit! ~Alle zerstreuen sich nach verschiedenen 1267 2 | halten wir! ~Angelo ~Dann ziehn wir nach dem Korso hin! ~ 1268 2 | schlimmes Amt! ~[Alle ab.] ~Ein Zimmer in Friedrichs Palast. ~Friedrich 1269 1 | beständig Treu', ~und ich zog euch auch allen vor; ~ich 1270 1 | verließ! ~Isabella [voll Zorn] ~Ha, Schändlichkeit! Wer 1271 1 | an, ~ob du noch achtest Zucht und Scham? ~Dorella ~Wirst 1272 2 | die weiße Gesichtslarve zufügt. Er sucht ängstlich nach 1273 1 | Und da er jetzt Neapel zugeeilt, ~ließ er als Stellvertreter 1274 1 | Volk] Ihr Freunde, wacker zugeschlagen! ~Faßt an, und jagt sie 1275 2 | Pontio um, der ihm verwundert zugesehen hat.] ~Was ist das für ein 1276 2 | Isabella ~Sollt' ich nicht euch zulieb' ~das Kloster für immer 1277 2 | Sizilien? ~Pontio ~Wahrt eure Zunge! - Sagt, was sollt' ich 1278 2 | Claudio wird in das Gefängnis zurückgebracht. ~Isabella [allein, geht 1279 2 | Art den Widerstrebenden zurückzuhalten. ~Dorella ~Wohin so eilig? ~ 1280 1 | nur! ~Isabella sinkt stumm zusammen. Der Chor und die übrigen 1281 2 | überbringst du jenen; - ~den Zutritt mußt du finden! ~Dorella ~ 1282 | zuvor 1283 2 | Claudio, end' ich deine Zweifel! ~Brighella ~Wie komm' ich 1284 2 | Zweiter Akt~ ~Gefangnisgarten ~Claudio [


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