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Päpstlicher Rat für die Kultur
Kulturpastoral

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  • II. HERAUSFORDERUNGEN UND ANSATZPUNKTE
    • Eine neue Epoche der Menschheitsgeschichte (Gaudium et spes, Nr. 54)
      • Galoppierende Verstädterung und kulturelle Entwurzelung
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Galoppierende Verstädterung und kulturelle Entwurzelung

8. Unter verschiedenen Zwängen wie der Armut, ja der Unterentwicklung der ländlichen Gebiete, wo es an unentbehrlichen Gütern und Dienstleistungen fehlt, aber auch in bestimmten Ländern, wo Millionen von Menschen wegen bewaffneter Konflikte zum Verlassen ihrer Familie und ihres kulturellen Umfelds gezwungen sind, erleben wir einen großen Exodus aus den ländlichen Gebieten, der die großen städtischen Ballungszentren maßlos anwachsen läßt. Zu diesen wirtschaftlichen und sozialen Zwängen kommen Faszination, Wohlstand und Vergnügen, welche die Stadt bietet und mit denen die sozialen Kommunikationsmittel locken. Wegen fehlender Planung bilden sich am Stadtrand bzw. in den Vorstädten oft sogenannte Gettos, riesige Ansammlungen von gesellschaftlich entwurzelten, politisch ungebildeten, wirtschaftlich ausgegrenzten und kulturell einsamen Menschen.

Die kulturelle Entwurzelung, die vielfältige Ursachen hat, macht im Kontrast dazu die fundamentale Rolle der kulturellen Wurzeln deutlich. Der haltlose Mensch, dessen kulturelle Identität angeschlagen oder verlorengegangen ist, neigt leichter zu unmenschlichem Handeln. Der Mensch hat im 20. Jahrhundert wie nie zuvor so viele Fähigkeiten und Begabungen erkennen lassen. Gleichzeitig wurde aber die menschliche Würde noch nie zuvor in der Geschichte so oft verneint und verletzt, was die bittere Folge der Leugnung oder Ablehnung Gottes ist. Wenn die Werte in die Privatsphäre verbannt werden, steht die Moral auf dem Kopf, und das geistliche Leben ist geschwächt. Der grauenhafte Begriff "Kultur des Todes" prangert eine Anti-Kultur an, die den unheimlichen Widerspruch zwischen erklärtem Lebenswillen und hartnäckiger Ablehnung Gottes, der Quelle allen Lebens (vgl. Evangelium vitae, Nr. 11-12 und 19-28) deutlich hervortreten läßt.

"Die städtische Kultur zu evangelisieren, stellt für die Kirche eine riesige Herausforderung dar. So wie sie es im Laufe der Jahrhunderte verstanden hat, die ländliche Kultur zu evangelisieren, ist sie auch heute aufgerufen, durch die Katechese, Liturgie und die Gestaltungsweise ihrer pastoralen Strukturen eine methodische und engmaschige Evangelisierung der Stadt durchzuführen" (Ecclesia in America, Nr. 21).




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