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Naturwissenschaften, Technik,
Bioethik und Ökologie
35. Trotz aller
Mißverständnisse haben die Kirche und die ganze Gesellschaft seit
Jahrhunderten von den qualifizierten Arbeiten versierter Christen in den
exakten und in den experimentellen Wissenschaften profitiert. Nach der
Prüfung des Szientismus, dessen Postulate heute in der Regel abgelehnt
werden, muß die Kirche auf die Beiträge bzw. neuen Fragen und
Herausforderungen der Naturwissenschaften, Technik und neuen Biotechniken
achten. Es ist daher nicht nur wichtig, die laufende Entwicklung der Paradigmen
der Ars Medica zu verfolgen, sondern es gilt auf einem für die
menschliche Person so grundlegenden Gebiet vor allem auch, sich auf die
Arbeiten von anerkannten Fachleuten und verläßliche Moraltheologen
zu stützen. Die Entwicklung einer interdisziplinären und
kohärenten Lehre hilft, ein für den in den letzten Jahrzehnten
begonnenen Dialog zwischen Naturwissenschaft und Glaube günstiges Terrain
zu schaffen. Der Erfolg der Kulturpastoral hängt in dieser Hinsicht ab
von:
- der Ausbildung qualifizierter
Berater, die sich nicht nur in Physik, Chemie und Biologie auskennen, sondern
auch in Theologie und Philosophie, damit sie zu Beiträgen im Internet, im
Radio oder im Fernsehen imstande sind und sich zu Streitfragen und
Auseinandersetzungen, die zwischen dem Glauben und den Naturwissenschaften
bestehen, äußern können: creatio ex nihilo und creatio
continua, Evolution, dynamische Natur der Welt, Auslegung der Heiligen
Schrift und wissenschaftliche Studien, Stellung und Rolle des Menschen im
Kosmos, Beziehung zwischen dem Ewigkeitsbegriff und der raum-zeitlichen
Struktur des physikalischen Universums, unterschiedliche Erkenntnislehren, usw.
- einer Einführung der
Seminaristen und ständigen Fort- und Weiterbildung der Priester, die ihnen
hilft, fundiert auf die Fragen der Gläubigen zu antworten, die ihre
Kenntnis von der Lehre der Kirche vertiefen wollen, um in einem oft fremden,
wenn nicht sogar feindlichen kulturellen Kontext bestehen zu können.
- Kommunikationsnetzen unter
katholischen Gelehrten, die in höheren katholischen Bildungseinrichtungen,
staatlichen Universitäten, privaten Einrichtungen und privaten
Forschungszentren lehren, sowie unter wissenschaftlichen Akademien,
Fachverbänden und Bischofskonferenzen.
- der Gründung von Akademien
für das Leben oder speziellen Arbeitsgemeinschaften in diesem Bereich, zu
denen anerkannte und kirchentreue katholische Fachleute gehören.
- einer weit verbreiteten
katholischen Presse und von katholischen Veröffentlichungen in
Zusammenarbeit mit qualifizierten Fachleuten auf diesen Gebieten.
- katholischen Buchhandlungen,
die fachkundig durch die vielen Sammlungen, Zeitschriften und
wissenschaftlichen Veröffentlichungen führen können.
- Pfarrbibliotheken und Pfarrvideotheken,
die in Fragen zur Beziehung von Naturwissenschaft, Technik und Glauben
konsultiert werden können.
- einer Pastoral, welche die
Wissenschaftler zu einem tiefen geistlichen Leben führt oder sie darin
bestärkt.
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