angewendet werden kann: „Glücklich
der Mann, der nicht in die Versammlung der Gottlosen geht und auf dem Wege der
Sünder nicht steht und auf dem Stuhle der Pestilenz nicht sitzt". Denn
wenn David auch damit scheinbar jenen Gerechten gepriesen hat, der an der
Versammlung und Ratssitzung der Juden, als sie über die Tötung des Herrn Rats
pflogen, nicht beteiligt war, so hat doch die göttliche Schrift überall da, wo
neben der Beziehung auf das jedesmalige Objekt eine sittliche Lehre begründet
wird, weitgreifende Beziehungen, Daher liegt auch hier dem Ausspruch ein Verbot
der Schauspiele nicht fern. Denn wenn er jene Handvoll Juden damals als eine
Versammlung der Gottlosen bezeichnete, um wieviel mehr denn noch eine so
gewaltige Ansammlung des Heidenvolkes3)! Sind die Heiden etwa
weniger gottlos, weniger Feinde Christi als die damaligen Juden? Auch alles
übrige paßt. Denn auch bei den Schauspielen steht man auf dem Wege, Wege und
Durchgänge4) nennt man nämlich die Abteilungswege der Terrassen
ringsherum und in der Richtung nach unten zur Trennung der Klassen des
Publikums, Gestühl werden die Sitzplätze in der Rundung ringsumher genannt. Und
so ist denn im Gegenteil derjenige unglücklich, der in irgendwelche Versammlung
der Gottlosen geht, auf irgendeinem Wege der Sünder steht oder auf einem Stuhle
der Pestilenz sitzt, welcher es auch immer sei. Sehen wir es als ganz allgemein
gesagt an, wenn etwas eine Beziehung auf die einzelnen Dinge zuläßt! Haben ja
doch selbst manche nur auf das Einzelne lautende Aussprüche einen allgemeinen
Sinn, Wenn Gott die Israeliten zur Ordnung mahnt oder ihnen Vorwürfe macht, so
hat er ganz sicher alle im Auge; wenn er Ägypten oder Äthiopien den Untergang
drohet, so spricht er ein Urteil gegen jedes sündhafte Volk aus. Wenn jegliches
sündige Volk ein Ägypten oder Äthiopien ist, so gehts von der Spezialität zur