tiefer zu ergründen, und zwar
nirgendwo andersher als aus den Hilfsmitteln der heidnischen Literatur, Es sind
noch viele Schriftsteller erhalten, welche über diesen Gegenstand Abhandlungen herausgegeben
haben. Sie geben über den Ursprung der Spiele folgendes: Die Lydier hätten
sich, wie Timäus berichtet, als Ankömmlinge aus Asien in Etrurien
niedergelassen unter der Führung des Tyrrhenus, welcher seinem Bruder im
Streite um die Herrschaft unterlegen sei. In Etrurien führten sie neben ihren
ändern abergläubischen Gebräuchen unter dem Vorwande der Religion auch die
Schauspiele ein. Die Römer entlehnten von ihnen herbeigerufene Handwerker und
Künstler sowie die Zeit und die Benennung, so daß also der Name Spiele, ludi,
von Lydi herkäme. Wenn auch Varro den Namen ludi von ludo d. h. vom Spielen
ableitet, wie man die Luperci auch Ludier nannte, weil sie im Spiel hin und her
laufen, so gehört doch diese letztere Art Spiel der Jünglinge nach seiner eigenen
Meinung für die Festtage, in die Tempel und zu den religiösen Feierlichkeiten,
Es handelt sich aber nicht mehr um den Namen, da das, um was es sich bei der
Sache selbst handelt, der Götzendienst ist. Denn da die Spiele den gemeinsamen
Namen Liberalia führen, so gereicht schon der Klang des Namens dem Vater Liber
zur Ehre. Denn sie wurden zuerst von den Landlauten für den Vater Liber
gehalten wegen der Wohltat, die sie ihm zuschrieben, auf die Lieblichkeit des
Weines hingewiesen zu haben. In der Folge hießen die Spiele, welche von Anfang
an zur Ehre des Neptun dienten, Consualia; denn man nannte ihn auch Consus,
Sodann ordnete Romulus für den Mars die Equiria an, wiewohl man auch die
Consualia auf Romulus zurückführt, weil er sie dem Gott Consus geweiht habe,
der, wie man meint, der Gott des Rates ist, jenes Rates nämlich, daß er den
Raub der Sabinischen Jungfrauen aussann, um sie zu Weibern seiner Soldaten zu
machen. Ein ehrenwerter Rat fürwahr, der auch noch bei den Römern selbst, um
nicht zu sagen bei den Göttern, gerecht und erlaubt ist! Denn auch das gereicht
ihrer Entstehung zur Befleckung, daß man nicht für gut halten kann, was von