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9. Nun die Kunstfertigkeiten, in deren
Ausübung die Zirkusspiele bestehen. Was die Anwendung der Rosse betrifft, so
wurde sie ehedem einfach beirieben8) im Sattel gelenkt, und der
allgemeine Gebrauch hat sicher nichts Böses verschuldet. Aber indem man ihn in
die Spiele hineinzog, wurde er aus einer Gabe Gottes zu einer Dienstleistung
für den Teufel, Und so wurde diese Mode dem Kastor und Pollux zugeschrieben,
welchen Stesichorus die von Merkur zugeteilten Pferde abrichtete. Auch Neptun,
den die Griechen Hippios nennen, ist eine Pferdegottheit, Was die Jochpferde
betrifft, so hat man die Viergespanne dem Sonnengott, das Zwiegespann der Luna
geheiligt. Aber „als der erste wagte es Erichthonius, Wagen und vier Pferde zu
verbinden und in reißender Schnelle als Sieger auf dem Gefährt zu
stehen"9), Erichthonius, ein Sohn der Minerva und des
Vulkan, und zwar infolge der zur Erde herabgefallenen Brunst, ist ein
dämonisches Scheusal oder vielmehr der Teufel selbst, jedoch keine Schlange.
Für den Fall aber, daß der Argiver Trochilus der Verfertiger des ersten Wagens
gewesen wäre, so hat er dies sein Werk der Juno gewidmet. Wenn aber zu Rom
Romulus zuerst mit einem Wagen aufgetreten ist, so ist er, vermute ich, wenn er
derselbe mit Quirinus ist, auch unter die Götzen eingetragen worden. Die
Viergespanne, die von solchen Erfindern ausgegangen sind, haben ihre Lenker nun
auch in die Farben des Götzendienstes gekleidet. Denn anfangs waren es ihrer
nur zwei, die weiße und die rote. Die weiße war dem Winter wegen der Weiße des
Schnees, die rote dem Sommer wegen der Röte der Sonnenglut geweiht. Später
aber, nachdem sowohl die Vergnügungssucht als auch der Aberglaube zugenommen
hatte, widmete man die rote Farbe dem Mars, die weiße den Zephyren, die grüne
aber der Mutter Erde oder dem Frühling und die blaue dem - 115 -
Himmel, dem Meere oder dem Herbste,
Da nun aber jegliche Art des Götzendienstes von Gott verdammt ist, so wird
natürlich auch diejenige von Gott verdammt, welche den Bestandteilen der Welt
dargebracht wird.
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