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11. Um in der Reihenfolge fortzufahren,
wollen wir auch die Wettkämpfe einer Besprechung unterwerfen. Ihrem Ursprünge
nach sind sie mit den Spielen verwandt. Daher werden sie ebenfalls als heilige
und als Leichenfeierlichkeiten angestellt und gelten entweder den heidnischen
Göttern oder verstorbenen Personen, Dementsprechend sind ihre Titel: Olympische
Wettkämpfe für Jupiter, — welches zu Rom die Kapitolinischen sind; — die
Nemäischen zu Ehren des Herkules, die Isthmischen zu Ehren des Neptun, die
übrigen dagegen sind Leichenspiele, Was ist es also Auffallendes, wenn sogar
der äußere Apparat der Wettkämpfe durch die Idololatrie befleckt wird, durch
unheilige Kränze, durch den Vorsitzenden aus der Priesterschaft, die dienenden
Genossenschaften und endlich durch das Opferblut eines Ochsen? Um mich auch
über den Ort derselben und den ihnen gemäß ihrer Verbindung mit den Künsten der
Musen, der Minerva, des Apollo und auch des Mars gemeinsamen Schauplatz
auszusprechen, so ahmen sie durch den Wettstreit und das Trompetenblasen im
Stadium dem Zirkus nach. Das Stadium ist natürlich auch ein Tempel, und zwar
eben des Idols, dessen Festlichkeit man begeht. Auch die gymnastischen Künste
sind aus den Anleitungen der Kastoren, des Herkules und des Merkur
hervorgegangen.
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