herrlichsten und
verbreitetsten unter den Schauspielen. Totenspende (munus) wird es genannt von
dem Dienst, weil Dienst ein andrer Ausdruck für Spende ist. Einen Dienst aber
glaubten die Alten durch diese Spiele den Toten zu erweisen, nachdem sie den
Charakter derselben gemildert hatten durch eine gelindere Art von Grausamkeit,
Früher kaufte und opferte man bei den Leichenbegängnissen Gefangene oder böse
Sklaven, weil man glaubte, die Geister der Toten durch Menschenblut zu
versöhnen. Späterhin zog man es vor, diese Ruchlosigkeit zu einer
Ergötzlichkeit zu gestalten. Und so wurden Leute, welche man beschafft hatte,
bloß um zu lernen, wie man sich müsse totschlagen lassen, in dem Gebrauch der
Waffen unterrichtet, so gut wie es damals ging, und dann alsbald am
festgesetzten Tage der Totenopfer bei den Grabhügeln verwendet13). So tröstete man sich über
den Tod durch Morde, Dies ist der Ursprung der sog. Toten spenden. Nach und
nach jedoch nahmen diese an Beliebtheit in dem Grade zu, als sie unmenschlicher
wurden, indem nämlich Bestien des Vergnügens nicht eher genug hatten, wenn
nicht auch Menschenleiber durch wilde Tiere zerrissen würden. Was also den
Verstorbenen geopfert wurde, das sah man als einen Totendienst an. Dies ist
auch deswegen ein Götzendienst, weil der ganze Götzendienst nur eine Art von
Totendienst ist. Sowohl der eine als der andere ist an verstorbene Personen
gerichtet14). In den Idolen der Verstorbenen aber sitzen die
Dämonen.
Um auch die Titel zu
berücksichtigen, — obwohl diese Art Veranstaltungen von der Ehrenerweisung
gegen die Verstorbenen auf die Ehrenstellen der Lebendigen ist übertragen
worden — zur Ehre, sage ich, der Quästoren, Magistrate, Flamines und Priester,
— um also auch die Titel zu berücksichtigen, so muß, weil sogar auch die Würde
des Namens in das Verbrechen der Idololatrie verstrickt ist, auch das, was
unter dem