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28. Mit solchen Süßigkeiten mag der Teufel
seine Gäste sättigen! Ort und Zeit gehören ihm, und er ist ihr Gastgeber. Unser
Gastmahl, unser Hochzeitsmahl ist jetzt noch nicht gekommen. Wir können nicht
mit ihnen zu Tische sitzen; sie auch nicht mit uns. Die Welt dreht sich. Jetzt
haben sie ihre Freude und wir die Bedrängnisse. Heißt es doch: „Die Welt wird
sich freuen, ihr aber werdet traurig sein"40). Trauern wir mithin,
indessen die Heiden lustig sind, damit wir, wenn sie einmal anfangen werden zu
trauern, uns freuen können und nicht dann auch mit ihnen trauern müssen, weil
wir uns jetzt mit ihnen freuen. Wenn du in der Welt Vergnügen begehrst, mein
Christ, so bist du ein Diener der Sinnlichkeit, oder vielmehr du bist ein Tor,
wenn du so etwas für ein Vergnügen hältst! Die Philosophen haben diesen Namen
wenigstens noch der Ruhe und Gleichmütigkeit beigelegt; in ihr finden sie ihre
Freude, Erheiterung, Zerstreuung und sogar ihren Ruhm. Du aber willst nur nach
der Rennbahn, der Bühne, dem Staube und der Arena schmachten? Ich wollte, du
sagtest es nur heraus: Wir sind nicht imstande, ohne Vergnügen zu leben,
während wir doch mit Freuden sterben sollen! - 134 -
Denn was ist anders unser Begehr, als
das des Apostels, aus der Welt hinaus zu gehen und vom Herrn aufgenommen zu
werden41) ? Vergnügen findet man nur beim Gegenstande seiner
Sehnsucht.
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