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19. Es könnte scheinen, als sei in den
vorangehenden Kapiteln auch über den Soldatenstand, welcher zwischen Würde und
Macht in der Mitte steht, schon die Entscheidung gegeben. Allein es fragt sich
gegenwärtig eben, ob Christen sich dem Soldatenstande zuwenden dürfen, ob
Militärpersonen zum Christentum zugelassen v/erden können, und ob sich mit dem
Glauben der Dienst der Gemeinen und der sämtlichen niedern Chargen vereinbaren
lasse, welche nicht zu opfern brauchen und mit Urteilen über Leben und Tod
nichts zu tun haben. Es harmoniert nicht zusammen, unter dem Fahneneid Gottes
und der Menschen, unter dem Feldzeichen Christi und des Teufels, im Lager des
Lichts und in dem der Finsternis zu stehen, eine und dieselbe Seele kann nicht
zweien verpflichtet sein, Christo und dem Teufel. Zwar hat auch Moses, wenn wir
uns auf Scherze einlassen wollen, einen Stab getragen53), Aaron eine Spange, Johannes
gürtete sich mit einem Riemen, Jesus Nave stand an der Spitze eines Heerhaufens
und das Volk hat Krieg geführt. Wie aber wird der, dem der Herr das Schwert
weggenommen hat, Krieg führen, ja auch nur in Friedenszeiten ohne Schwert
Soldat sein? Wenn auch Soldaten zu Johannes kamen und die Richtschnur für ihr
Verhalten hinnahmen, wenn sogar ein Hauptmann gläubig wurde, so hat doch der
Herr in der Entwaffnung des Petrus jedem Soldaten den Degen abgeschnallt. Keine
Tracht, die ein Zubehör unerlaubter Handlungen ist, gilt bei uns als erlaubt.
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