war es ohne Zweifel möglich,
daß Noe ihm in der Bestimmung, zu predigen, nachfolgte, schon deshalb, weil er
so wie so nicht über den Ratschluß Gottes, seines Erhalters, und über den Ruhm
seines eigenen Hauses geschwiegen haben würde. Wenn dies nicht so leicht
anging, so dürfte auch folgende Erwägung zur stärkern Beglaubigung jener
Schrift dienen. Er hätte sie, wenn sie durch die Gewalt der Sündflut vernichtet
worden wäre, im Geiste gerade so gut wieder herstellen können, wie nach der
Eroberung und Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier sämtliche Bücher der
jüdischen Literatur anerkanntermaßen durch Esdras wieder erneuert wurden.
Allein da Henoch in derselben Schrift auch vom Herrn gesprochen hat, so haben
wir von dem, was für uns bestimmt ist, durchaus nichts zu verwerfen. Auch lesen
wir, daß jede Schrift, die zur Erbauung dienlich ist, von Gott eingegeben
werde. Die Juden können zu deren Verwerfung denselben Grund gehabt haben, wie
zur Verwerfung alles übrigen, was von Christus handelt. Und es ist fürwahr auch
kein Wunder, wenn sie einige Schriften, die von ihm redeten, nicht angenommen
haben, da sie ja ihn selbst, der in eigener Person zu ihnen redete, nicht
anerkannten. Dazu kommt ferner, daß Henoch bei dem Apostel Judas ein Zeugnis
für sich aufzuweisen hat2).