himmelblauen und die
sogenannten Königsteppiche anstatt der Tünche, während Ihr sie mühsam
auseinandertrennt und anders verwendet, Purpur ist bei ihnen wohlfeiler als
Rötel. Wie könnten Kleider also eine rechtmäßige Wertschätzung beanspruchen
wegen der erborgten, ihnen nicht zukommenden Farben? Gott hat an nichts
Wohlgefallen, was er nicht selber hervorgebracht hat. Konnte er nicht auch
purpurrote oder stahlblaue Schafe erschaffen? Wenn er es vermochte [und nicht
tat], so hat er es eben nicht gewollt; was Gott aber nicht machen wollte, das darf
man auch nicht machen, Gebilde, welche nicht von Gott sind, dem Urheber der
Natur, sind also nicht von Natur die besten. Unter diesen Umständen erkennt
man, daß sie vom Teufel, dem Verfälscher der Natur kommen. Denn was nicht von
Gott ist, kann von keinem ändern herrühren. Was nicht von Gott kommt, muß
notwendig von dessen Widersacher kommen. Außer dem Teufel und seinen Engeln
gibt es aber keinen Widersacher Gottes, Im übrigen aber, obschon jene
Gegenstände selbst wirklich aus Gott sind, so sind es nicht gleich auch die
genannten Anwendungen derselben seitens der Menschen. [Es fragt sich auch,
woher die Muscheln kommen, nach wessen Anordnung sie zum Putz dienen und worin
ihre Schönheit bestehe,]7) Denn die sämtlichen profanen
Vergnügungen der heidnischen Schauspiele, wie wir in dem sie behandelnden Buche
gesagt haben, sowie die Idololatrie selbst kommt nur zustande mit Hülfe von
Dingen, die Gott angehören. Darum darf aber doch der Christ nichts mit der
Raserei des Zirkus, den Grausamkeiten der Arena und den Schändlichkeiten der
Bühne zu tun haben, obschon das Pferd, der Panther und die menschliche Stimme
Gaben Gottes sind, ebensowenig als er darum ungestraft Idololatrie begehen
darf, weil der Weihrauch, der Wein und das Feuer, welches verzehrt, und die
Tiere, welche geopfert werden, Geschöpfe Gottes sind; denn sogar die Materie,
die angebetet wird, ist Gottes.