wahren Züchtigkeit abgeht,
weil an denen, die Gott, den Herrn und Lehrer der Wahrheit nicht kennen,
überhaupt keine Wahrheit ist. Auch da, wo man bei den Heidinnen etwas
Sittsamkeit unterstellen kann, ist sie sicher so unvollkommen und schwächlich,
daß sie, wenn sie sich in gewissem Grade auch in der Gesinnung behauptet, sich
doch wiederum selbst aufgibt durch eine zu freie Kleidung und man, der
verkehrten Art der Heiden entsprechend, Verlangen nach dem zeigt, dessen
Ausübung man vermeidet. So gibt es wenige, welche nicht wünschten, sogar
fremden Männern zu gefallen, wenige, welche sich nicht schminken ließen und die
es abwiesen, ein Gegenstand der Begierde zu werden. Auch ist es bei der
Sittlichkeit der Heiden etwas Gewöhnliches, sich zwar nicht zu verfehlen, es
aber trotzdem zu begehren, oder es nicht zu begehren, aber es doch nicht
abzuschlagen. Was Wunder auch! Alles, was nicht von Gott kommt, ist ja in sich
verkehrt.
Mögen also die,
welche am Guten nicht ganz festhalten, zusehen, daß sie nicht etwa dem, was sie
noch festhalten, Böses beimischen, was leicht geschehen kann. Ihr aber müßt
notwendig, wie in ändern Dingen, so auch in der äußern Erscheinung Euch von
ihnen unterscheiden, weil Ihr vollkommen sein sollt, wie Euer himmlischer Vater
vollkommen ist.