von geflochtenem und gewebtem
Haarwerk an, bald in der Form eines Hutes, gleichsam als Futteral für den Kopf
und zur Bedeckung für den Scheitel, bald hinten als Wulst auf dem Nacken. Ein
Wunder nur, daß nicht gegen Vorschriften des Herrn angegangen wird. Es gibt
einen Ausspruch, niemand könne seinem Körpermaße etwas hinzufügen. Ihr fügt
Eurem Gewichte noch eine Art von Kopfputz in der Form von Borten und
Schildbuckeln hinzu17), die am Nacken angeheftet werden
müssen. Wenn Ihr Euch nicht wegen deren Größe schämt, so möget Ihr Euch ihrer
befleckenden Unreinlichkeit schämen und nicht den Abfall von einem fremden
Kopfe, vielleicht von einem unreinen, von einem verbrecherischen und der Hölle
verfallenen Haupte auf ein heiliges und christliches Haupt aufbauen. Verbannt
vielmehr von dem freien Haupte den ganzen knechtischen Putz! Es ist zwecklos,
daß Ihr Euch bemüht, geputzt zu erscheinen und die erfahrensten Haarkünstler
herbeizieht. Gott will, daß Ihr verschleiert sein sollt. Vermutlich, damit man
die Köpfe mancher Damen nicht sehe. Möchte ich Ärmster an jenem Tage des
Triumphes der Christen auch nur unter Euren Fußsohlen mein Haupt erheben
dürfen! Dann würde ich sehen, ob Ihr mit der weißen und roten Schminke, mit dem
Safran und den Türmen auf dem Kopfe auferstehen werdet, ob Frauen, die so
ausgemalt sind, von den Engeln in die Wolken hinaufgehoben werden, Christo
entgegen. Wenn diese Dinge im gegenwärtigen Leben gut und Gott wohlgefällig
sind, dann werden sie sich auch den auferstehenden Leibern zugesellen und an
ihnen wieder eine Stätte finden. Nur ein lediger und reiner Leib und Geist kann
auferstehen. Verworfen ist alles, was am Leibe und Geiste nicht aufersteht,
denn es ist nicht von Gott. Von dem, was verworfen ist, haltet Euch auch jetzt
schon fern! Möget Ihr jetzt schon vor Gottes Augen so erscheinen, wie Ihr
alsdann erscheinen werdet.