der Menschen. In Schmerzen und
Ängsten mußt du gebären, o Weib, zum Manne mußt du dich halten, und er ist dein
Herr, Und du wolltest nicht wissen, daß du eine Eva bist? Noch lebt die
Strafsentenz Gottes über dein Geschlecht in dieser Welt fort; dann muß also
auch deine Schuld noch fortleben. Du bist es, die dem Teufel Eingang verschafft
hat, du hast das Siegel jenes Baumes gebrochen, du hast zuerst das göttliche
Gesetz im Stich gelassen, du bist es auch, die denjenigen betört hat, dem der
Teufel nicht zu nahen vermochte. So leicht hast du den Mann, das Ebenbild
Gottes, zu Boden geworfen. Wegen deiner Schuld, d. h. um des Todes willen,
mußte auch der Sohn Gottes sterben, und da kommt es dir noch in den Sinn, über
deinen Rock von Fellen Schmucksachen anzulegen!? Wohlan, tue es; wofern von
Anfang der Welt an die Milesier Schafe geschoren, die Serer Seide gesponnen,
die Tyrier gefärbte, die Phrygier gestickte und die Babylonier golddurchwirkte
Kleider bereitet haben, wofern die Perlen in weißem und die Rubinen in rotem
Glänze gestrahlt haben, wenn das Gold damals bereits danach begierig war, aus
der Erde gefördert zu werden, der Spiegel bereits lügen durfte und die aus dem
Paradiese verstoßene, bereits, wie mir scheint, tote Eva nach dergleichen
Dingen Verlangen trug! Folglich darf auch jetzt solche Dinge nicht begehren
oder auch nur kennen die, welche Verlangen hat, wieder belebt zu werden und
solche Dinge nicht kannte, als sie lebte. Das alles ist nichts als ein Ballast
für das verurteilte und geistig tote Weib und dient ihr gleichsam als
Leichenpomp.