Ich will auch nicht
unterlassen, an jenen nachsichtigen Vater zu erinnern, der seinen
verschwenderischen Sohn zurückruft, den bußfertigen, nachdem er Mangel
gelitten, gern aufnimmt, das fetteste Kalb hergibt und eine Freudenmahlzeit
anordnet. Warum auch nicht? Er hatte ja seinen Sohn wiedergefunden, der
verloren war; da er ihn wieder gewonnen, war er seinem Herzen besonders teuer.
Wen haben wir nun unter jenem Vater zu verstehen? Nur Gott, natürlich. Niemand
ist so sehr Vater, niemand so voll Liebe, Er wird also dich, seinen Sohn, auch
wenn du das von ihm empfangene Erbteil verschwendet haben, auch wenn du ohne Kleider
zurückkehren solltest, wieder aufnehmen, bloß weil du zurückgekehrt bist, und
er wird sich mehr über deine Rückkehr als über die Mäßigkeit des ändern Sohnes
freuen; — aber nur, wenn es dich herzlich reuet, wenn du dein Hungerleiden mit
dem Überfluß der Taglöhner deines Vaters vergleichst, wenn du die Schweine, das
unreine Vieh, verlassest, wenn du den Vater wieder aufsuchest, obwohl er
beleidigt ist, und sagst: „Vater, ich habe gesündigt und bin nicht wert, dein
Kind zu heißen," Das Bekenntnis der Sünden verringert sie in dem Maße, als
das Verheimlichen sie verschlimmert. Denn das Bekennen geht aus dem Wunsche
nach Genugtuung hervor, das Verheimlichen aber aus Eingebung der Verstocktheit.