verdemütigen, welche ihm einen
Lebenswandel auferlegt, der geeignet ist, die Erbarmung herabzurufen. In
betreff der Kleidung und Nahrung gebietet sie, in Sack und Asche zu liegen, den
Körper durch Vernachlässigung der Sauberkeit zu verunstalten, den Geist in
Trauer zu versenken, seine Sünden durch das bittere Andenken daran wieder
zurückzunehmen; als Speise und Trank aber nur Ungewürztes zu genießen,
natürlich nicht des Gaumens wegen, sondern um das Leben zu fristen, häufig die
Gebete noch durch Fasten zu verstärken, zu seufzen, zu weinen, Tag und Nacht
zum Herrn zu schreien, vor den Priestern niederzufallen, den Lieblingen Gottes
die Knie zu umfassen und allen Mitbrüdern die Unterstützung unseres Anliegens
anzuempfehlen. Dies alles übt die Exomologesis, um die Sinnesänderung annehmbar
zu machen, Gott durch die Furcht vor der Gefahr18) zu ehren, die Stelle des
Unwillens Gottes zu vertreten, indem sie selbst gegen den Sünder das Urteil
fällt, und durch eine zeitliche, vorübergehende Beschwernis die ewigen Strafen,
ich will nicht sagen, zu vereiteln, aber doch zu ersetzen. Indem sie also den
Menschen darniederwirft, erhebt sie ihn um so mehr; indem sie ihn unsauber und
vernachlässigt erscheinen läßt, reinigt sie ihn um so besser; indem sie ihn
anklagt, entschuldigt sie ihn; indem sie ihn verurteilt, spricht sie ihn los.
In dem Maße, als du keine Schonung mit dir übst, wird Gott, glaube es mir,
deiner schonen.