Selbst das stumme und
unvernünftige Getier erkennt die ihm von Gott bestimmten Heilmittel zur rechten
Zeit. Der von einem Pfeil getroffene Hirsch weiß, daß er Diptam21) anwenden muß, um das Eisen
und die festsitzenden Widerhaken aus der Wunde los zu werden. Die Schwalbe
weiß, wenn ihre Jungen erblindet sind, sie wieder mit Schwalbenwurz sehend zu
machen. Und der Sünder, der da weiß, daß die Exomologese zu seiner
Wiederherstellung vom Herrn eingesetzt ist, sollte sie verabsäumen, sie, die
jenem bekannten Könige von Babylon wieder zu seiner Herrschaft verholfen hat?
Lange Zeit hindurch hat derselbe dem Herrn seine Bussübung aufgeopfert und in
siebenjähriger Trauer Exomologese geleistet; seine Nägel waren verwildert nach
Art von Adlerklauen, sein vernachlässigtes Haupthaar bot den schrecklichen
Anblick eines Bären. Fürwahr eine üble Behandlung! Da sich die Menschen vor ihm
entsetzten, so nahm Gott ihn wieder auf.
Der ägyptische
Herrscher dagegen, der das Volk Gottes lange Zeit bedrückte, der sich lange
Zeit weigerte, es seinem Herrn herauszugeben, der sich zu dessen Verfolgung in
einen Kampf stürzte, obwohl nach den Beweisen der vielen Plagen noch die
Teilung des Meeres stattfand, welches dem Volke allein den Durchgang gestattete
— der kam durch die zurückströmenden Fluten um. Er hatte auch die Buße und
deren Leistungen, die Exomologesis, von sich gewiesen.
Warum aber bin ich
bei Behandlung dieser beiden rettenden Planken zum Heile der Menschen noch
länger fast mehr auf Übung meiner Feder als auf meine Gewissenspflicht bedacht?
Weil ich mit jeder Art von Sünden behaftet und für nichts anderes, als Buße zu
tun, geboren bin, so kann ich über das nicht schweigen, wovon selbst Adam, der
Erstling des Menschengeschlechts und der erste Sünder gegen den Herrn, durch
die Exomologese wieder in sein Paradies zurückversetzt, nicht schweigt.