Errungenschaft des Glaubens,
wenn wir sagen: Vater, der du bist in den Himmeln, Denn wir beten damit Gott an
und legen unsern Glauben dar, von welchem diese Anrede ein Ergebnis ist. Es
steht geschrieben: „Denen, welche an ihn glauben werden, hat er Gewalt gegeben,
daß sie Kinder Gottes genannt werden"5). Auch der Herr selbst hat
uns sehr häufig Gott als den Vater verkündet, ja er hat sogar vorgeschrieben,
keinen ändern auf Erden Vater zu nennen, als nur den, welchen wir im Himmel
haben6). Folglich erfüllen wir, wenn wir so beten, auch ein
Gebot, Glücklich die, welche den Vater erkennen! Das ist es gerade, was Israel
zum Vorwurf gemacht wird und wofür der Geist Himmel und Erde zu Zeugen anruft,
wenn er sagt: „Söhne habe ich gezeugt, und sie erkennen mich nicht
an"7). Wenn wir aber sagen: „Vater", so erkennen wir
damit zugleich auch die Gottheit an. Diese Anrede ist Ausdruck des
Kindesverhältnisses und der Macht, Im Vater wird auch der Sohn angerufen, denn
es heißt: „Ich und der Vater sind eins"8). Nicht einmal die Mutter,
die Kirche, wird übergangen. Im Sohne und im Vater wird ja die Mutter erkannt;
in ihr findet die Benennung Vater und Sohn ihre Grundlage, So ehren wir also in
diesem einen Verwandtschaftsverhältnis oder der einen Bezeichnung Gott mit den
Seinigen, sind eines Gebotes eingedenk und sprechen eine Mißbilligung aus gegen
diejenigen, welche des Vaters vergessen haben.