5. Zukomme dein Rei eh geht auf dasselbe
Ziel, wie „dein Wille geschehe", nämlich in uns. Denn wann wäre denn die
Zeit, wo Gott nicht regiert, er, in dessen Hand die Herzen aller Könige
sind17) ? Was wir
uns auch immer wünschen, auf
ihn richtet sich unsere Erwartung, ihm schreiben wir zu, was wir von ihm
erwarten. Wenn daher die Verwirklichung des Reiches des Herrn sich auf den
Willen Gottes und auf unsern Ungewissen Zustand bezieht, wie können manche
einen Aufschub für die Welt verlangen18), da ja das Reich Gottes, um
dessen Ankunft wir bitten, auf die Vollendung der Welt hinarbeitet? — Wir
wünschen früher zu regieren und nicht länger mehr zu dienen. Auch wenn im Gebete
keine Vorschrift, um die Ankunft des Reiches zu bitten, vorgezeichnet wäre, so
müßten wir von freien Stücken diesen Wunsch aussprechen, indem wir den
Gegenstand unserer Hoffnung in die Arme zu schließen eilen. Es schreien ja die
Seelen der Märtyrer unter dem Altare mit Unwillen zum Herrn: ,,Wie lange noch,
o Herr, wirst Du unser Blut nicht rächen an den Bewohnern der
Erde?"19). Denn die Rache für sie ist vom Ende der Welt abhängig.
Ja recht bald, o Herr, möge Dein Reich, der Gegenstand der Wünsche der
Christen, zu uns kommen zur Beschämung der Heiden, zur Freude der Engel. Um
seinetwillen werden wir angefeindet, oder richtiger, um seinetwillen beten wir.