16. Ebenso sehe ich dafür, daß einige nach
Beendigung des Gebets sich hinzusetzen pflegen, nur Gründe,
wie sie die Kinder lieben46). Wie denn? Wenn jener
Hermas, dessen Schrift in der Regel „Pastor" betitelt wird, nach
Beendigung seines Gebetes sich nicht auf das Bett niedergesetzt, sondern etwas
anderes getan hätte, würden wir es dann auch zur Nachachtung festhalten?
Offenbar nicht. Denn es heißt im Ton einer fortschreitenden Erzählung und nicht
zum Zwecke einer Unterweisung ganz einfach: „Da ich gebetet und mich auf das
Bett niedergesetzt hatte"47). Andernfalls dürfte man ja
auch nirgendwo beten, als wo ein Bett steht. Im Gegenteil, man würde vielmehr
gegen die Schrift handeln, wenn man sich auf einen Stuhl oder eine Bank setzen
wollte. Ferner, da die Heiden ebenso handeln, d, h, sich, wenn sie ihre Puppen
angebetet haben, hinsetzen, so verdient es gerade deswegen getadelt zu werden,
weil es bei den Götzenbildern so gehalten wird. Darum kommt es auch dem Fehler
der Unehrerbietigkeit nahe, was sogar die Heiden selbst einsehen müßten, wenn
sie Verstand hätten. Denn eine Unehrerbietigkeit ist es denn doch, sich vor dem
Angesichte dessen zu setzen, den man vor allen fürchtet und verehrt, um wieviel
mehr ist vor dem Angesichte des lebendigen Gottes und wenn der Gebets-Engel
noch da steht, eine solche Handlungsweise höchst religionswidrig! Es müßte denn
sein, daß wir Gott in der Weise eines Vorwurfs zu verstehen geben wollten, daß
uns das Gebet müde gemacht hat.