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4. Es wird hinreichen, diese Sache
oberflächlich berührt zu haben, woraus auch als der erste innere Grund . für
die Taufe der zu entnehmen ist, der sich schon damals als Vorbild der Taufe
sogar in der äußeren Hallung im voraus bemerklich machte, nämlich daß der Geist
Gottes, der über den Wassern daherfuhr, daselbst als der Eintaucher verharren
würde2). Nun aber schwebte offenbar Heiliges nur über Heiligem,
oder aber, was als Unterlage diente, entlehnte von dem, was darüber schwebte,
die Heiligkeit. Denn es ist ja eine Naturnotwendigkeit, daß jedes Ding, welches
die untere - s279 -
Stellung einnimmt, von der Eigenschaft
des darüber Befindlichen etwas an sich ziehe, besonders das Materielle
vom Geistigen, und daß letzteres wegen der Zartheit seiner Substanz ersteres
leicht durchdringe und darauf ruhe. So hat die Substanz des Wassers, vom
Heiligen geheiligt, selber auch die Kraft, zu heiligen, empfangen. Niemand
sage: Werden wir denn in gerade dasselbe Wasser eingetaucht, welches damals im
Uranfang existierte? Allerdings nicht in dasselbe, als insofern die Gattung nur
eine, die Arten hingegen viele sind. Die Eigenschaft aber, welche der Gattung
mitgeteilt worden ist, geht auch auf die Arten über. Und daher verschlägt es
nichts, ob jemand im Meere oder in einem Sumpfe, in einem Flusse oder in einer
Quelle, in einem See oder in einem Wasserbecken abgewaschen wird, und es ist
kein Unterschied zwischen denen, welche Johannes im Jordan, und denen, welche
Petrus im Tiber getauft hat. Es müßte denn etwa auch jener Verschnittene,
den Phi-lippus auf dem Wege in zufällig vorgefundenem Wasser taufte, mehr oder
weniger Heilswirkung davon getragen haben. Folglich erlangt jedes Wasser
vermöge der alten Prärogative seines Ursprungs die geheimnisvolle Wirkung, zu
heiligen durch die Anrufung Gottes1). Denn es kommt sofort der
Geist vom Himmel darüber herab und ist über den Wassern, indem er sie aus sich
selbst heiligt, und so geheiligt, saugen sie die Kraft des Heiligmachens ein.
Indessen auch rücksichtlich des Aktes an sich stimmt die Ähnlichkeit. Nur sind
wir anstatt des Schmutzes mit Vergehungen besudelt und werden durch das Wasser
abgewaschen. Aber die Vergehungen sind nicht am Fleische sichtbar; denn niemand
trägt die Flecken des Götzendienstes, der Hurerei oder des Betrugs auf seiner
Haut, sondern solche Leute sind im Geiste, welcher der Urheber des Vergehens
ist, befleckt. Denn der Geist ist der Herr, das Fleisch der Diener, Aber sie
beide teilen sich die Verschuldung - s280 -
einander gegenseitig mit, der
Geist durch das Befehlen, der Leib durch das Ausführen. Also wird, nachdem die
Gewässer durch Dazwischenkunft des Engels gewissermaßen mit Heilkräften
versehen sind, auch der Geist im Wasser leiblich abgewaschen und das Fleisch
ebendaselbst geistig gereinigt.
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