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13. Hier werfen nun ruchlose Menschen
Fragen auf. Mithin, sagen sie, ist die Taufe für die nicht notwendig, denen der
Glaube genug ist? Denn auch Abraham war Gott wohlgefällig nicht durch irgend
ein Sakrament des Wassers, sondern des Glaubens. -- Ich antworte, in allen
Dingen ist das Spätere das Abschließende und das Nachfolgende überwiegt das
Frühere an Wirksamkeit. Abraham mag früherhin, vor dem Leiden und der
Auferstehung des Herrn, sein Heil gefunden haben durch den nackten Glauben.
Dagegen, sobald der Glaube an Umfang gewonnen hatte durch den Glauben an
Christi Geburt, sein Leiden und seine Auferstehung, kam auch eine Erweiterung
durch das Sakrament hinzu, die Be-siegelung durch die Taufe, als äußere Hülle
für den Glauben, der vorher gleichsam nackt war, und jetzt kann er nicht
bestehen ohne das dazu gehörige Gebot. Das Gebot zu taufen wurde nämlich
hinzugefügt und die Form vorgeschrieben. „Gehet hin", sprach er, „lehret
die Heiden und taufet sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl.
Geistes"2). Diesem Gebot wurde folgende Enderklärung
hinzugefügt: „Wenn jemand nicht wiedergeboren ist aus dem Wasser und dem
Geiste, so wird er nicht eingehen in das Himmelreich"3). Sie hat den Taufzwang an
den Glauben geknüpft. Also wurden von da an alle Gläubigen getauft. Da wurde
nun auch Paulus, so bald er glaubte, getauft. Und das ist es, was ihm der Herr
bei der Plage der Beraubung des Augenlichtes befahl: „Stehe auf und gehe nach
Damaskus hinein; dort wird dir gezeigt werden, was du tun sollst"4), nämlich sich taufen lassen,
was ihm einzig noch fehlte. In bezug auf das Übrige hatte er ja - s292 -
hinreichend eingesehen, daß der Nazarener der
Sohn Gottes sei.
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