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Kongregation für den Klerus
Priester, Hirte und Leiter der Pfarrgemeinde

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  • TEIL 1 Gemeinsames Priestertum und Weihepriestertum
    • 2. Zentrale Grundzüge des Dienstes und Lebens der Priesters
      • d) Die Treue des Priesters gegenüber der kirchlichen Disziplin
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d) Die Treue des Priesters gegenüber der kirchlichen Disziplin

15. Das „Bewußtsein, Diener zu sein“, bringt auch das Bewußtsein des einheitlichen Handelns des Leibes Christi mit sich. Tatsächlich erfordern das Leben und die Sendung der Kirche zu ihrer Entfaltung eine Ordnung, Regeln, Gesetze des Verhaltens, das heißt eine disziplinäre Ordnung. Man muß jegliches Vorurteil gegenüber der kirchlichen Disziplin überwinden, angefangen vom Begriff selbst, wie auch jegliche Furcht und jeglichen Komplex, sie zu zitieren und im angebrachten Fall auf ihre Erfüllung zu pochen. Wenn die Beobachtung der Normen und Kriterien, welche die kirchliche Disziplin bilden, zur Geltung kommt, werden jene Spannungen vermieden, die andernfalls den einheitlichen pastoralen Einsatz, dessen die Kirche bedarf, um ihren Verkündigungsauftrag wirkungsvoll zu erfüllen, komprimittieren würden. Die reife Annahme der eigenen amtlichen Verpflichtung beinhaltet die Gewißheit, daß die Kirche „der Richtlinien bedarf, damit ihre hierarchische und organische Struktur sichtbar wird und die Ausübung der ihr von Gott anvertrauten Dienste, insbesondere der geistlichen Gewalt und der Verwaltung der Sakramente ordnungsgemäß geregelt wird“ [52].

Außerdem schließt das Bewußtsein, Diener Christi und seines mystischen Leibes zu sein, die Verpflichtung zur treuen Erfüllung des Willens der Kirche, der konkret in den Normen zum Ausdruck kommt [53], mit ein. Die Gesetzgebung der Kirche hat eine größere Vollkommenheit des christlichen Lebens zum Ziel, zu einer besseren Erfüllung des Heilsauftrags und muß daher mit aufrichtigem Sinn und gutem Willen gelebt werden.

Unter allen Aspekten verdient jener der Fügsamkeit gegenüber den liturgischen Gesetzen und Dispositionen der Kirche eine besondere Beachtung, d. h. die treue Liebe zu einer Normgebung, die dem Zweck dient, die Liturgie in Übereinstimmung mit dem Willen des Ewigen Hohenpriesters und seines mystischen Leibes zu ordnen. Die heilige Liturgie wird als Ausübung des Priestertums Jesu Christi [54] angesehen, als heilige Handlung schlechthin, als „der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt[55]. Dies ist folglich das Gebiet, in welchem das Bewußtsein größer sein muß, Diener zu sein und gemäß den gegenüber Gott und der Gemeinschaft frei und feierlich übernommenen Verpflichtungen zu handeln. „Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu. Diese Autorität liegt beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechts beim Bischof. (…) Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern[56]. Willkür, subjektive Ausdrucksformen, Improvisationen und Ungehorsam in der eucharistischen Feier bilden ebenfalls offenkundige Widersprüche zum Wesen selbst der Heiligen Eucharistie, die das Opfer Christi ist. Dasselbe gilt für die Feier der übrigen Sakramente, vor allem für das Bußsakrament, mittels welchem die Sünden vergeben werden und man mit der Kirche versöhnt wird [57].

Entsprechende Aufmerksamkeit mögen die Priester der authentischen und bewußten Teilnahme der Gläubigen an der heiligen Liturgie widmen, von deren Förderung die Kirche nicht abläßt [58]. In der heiligen Liturgie gibt es Funktionen, die von Gläubigen, die das Weihesakrament nicht empfangen haben, ausgeübt werden können; andere Funktionen hingegen sind den geweihten Amtsträgern eigen und ausschließlich vorbehalten [59]. Die Achtung der verschiedenen Eigenheiten des jeweiligen Standes und deren komplementären Rollen für den Sendungsauftrag erfordern die Vermeidung jeglicher Verwirrung in diesem Bereich.




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