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e) Der Priester in der
kirchlichen Gemeinschaft
16. Um der Kirche –
einer Gemeinschaft, die organisch aus Gläubigen strukturiert ist, die mit
derselben Taufwürde, aber mit verschiedenen Charismen und Aufgaben
ausgestattet sind – zu dienen, muß man sie kennen und lieben, nicht, wie
sie die vorübergehenden Moden des Denkens oder die verschiedenen
Ideologien wollen, sondern wie sie Jesus Christus wollte, der sie gestiftet
hat. Ausgehend von der Gleichgestaltung mit Christus dem Haupt, verlangt die
Amtsfunktion des Dienstes an der Gemeinschaft, die Besonderheit der Rolle der
Laien zu kennen und zu respektieren, indem man die Übernahme der
Verantwortung der einzelnen auf alle mögliche Weise fördert. Der
Priester dient der Gemeinde, wird aber auch von seiner Gemeinde getragen. Er
braucht den Beitrag der Laien, nicht nur für die Organisation und
Verwaltung seiner Gemeinde, sondern auch für den Glauben und die Liebe: Es
besteht eine Art Osmose zwischen dem Glauben des Priesters und dem Glauben der
anderen Gläubigen. Die christlichen Familien und die eifrigen Gemeinden
haben den Priestern in Momenten der Krise oft geholfen. Aus demselben Grund ist
es ebenso wichtig, daß die Priester die Eigenschaften kennen,
schätzen und respektieren, die der Nachfolge im Ordensstand eigen sind,
der einen äußerst wertvollen Schatz der Kirche und in ihr ein
Zeugnis der fruchtbaren Wirktätigkeit des Heiligen Geistes darstellt.
Je mehr die Priester
lebendige Zeichen und Diener der kirchlichen Gemeinschaft sind, umso mehr
fügen sie sich in die lebendige Einheit der Kirche in der Zeit ein, welche
die heilige Überlieferung ist, deren Wächter und Garant das Lehramt
ist. Der fruchtbare Bezug zur Tradition verleiht dem Priesteramt die Fertigkeit
und Objektivität des Zeugnisses von die Wahrheit, die in Christus gekommen
ist, um sich in der Geschichte zu offenbaren. Dies hilft ihm, jenen Reiz des
Neuen zu fliehen, der die Gemeinschaft schädigt und die Ausübung des
Priesteramtes an Tiefe und Glaubwürdigkeit entleert.
Der Pfarrer insbesondere
muß ein geduldiger „Weber“ der Gemeinschaft der eigenen Pfarre mit ihrer
Teilkirche und der Universalkirche sein. Er müßte ebenso ein wahres
Beispiel der Zustimmung zum ständigen Lehramt der Kirche und zu ihrer
großartige Disziplin sein.
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