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Kongregation für den Klerus
Priester, Hirte und Leiter der Pfarrgemeinde

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  • TEIL 1 Gemeinsames Priestertum und Weihepriestertum
    • 2. Zentrale Grundzüge des Dienstes und Lebens der Priesters
      • f) Sinn für das Ganze im Einzelnen
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f) Sinn für das Ganze im Einzelnen 

17. „Der Priester muß sich dessen bewußt sein, daß seine Zugehörigkeit zu einer Teilkirche ihrem Wesen nach ein kennzeichnendes Element ist, um eine christliche Spiritualität zu leben. In diesem Sinne findet der Priester gerade in seiner Zugehörigkeit und Hingabe an die Teilkirche eine Quelle für Sinngehalte, für Unterscheidungs- und Aktionskriterien, die sowohl seiner pastoralen Sendung als auch seinem geistlichen Leben Gestalt geben[60]. Es handelt sich um eine wichtige Materie, in welcher man sich ein weitreichendes Verständnis erwerben muß, das der Tatsache Rechnung trägt, daß „die Zugehörigkeit zur Teilkirche und die Hingabe an sie die Tätigkeit und das Leben des Priesters nicht auf die Teilkirche einengen: Sie können sie in der Tat gar nicht einengen sowohl wegen der Natur der Teilkirche wie der des priesterlichen Dienstes[61].

Der Begriff der Inkardination, wie er durch das Zweite Vatikanische Konzil geändert wurde und im Codex des kanonischen Rechtes ausgedrückt ist [62], erlaubt, die Gefahr der Einengung des Priesteramtes innerhalb enger Grenzen – nicht so sehr geographische, sondern vielmehr psychologische oder sogar theologische – zu überwinden. Die Zugehörigkeit zu einer Teilkirche und der pastorale Dienst an der Gemeinschaft in ihrem innerenElemente ekklesiologischer Ordnungbilden auch existenziell den Rahmen für das Leben und die Aktivität der Priester und geben ihnen eine Physiognomie, die aus spezifischen pastoralen Ausrichtungen, Zielsetzungen, persönlicher Hingabe in bestimmten Aufgaben, pastoralen Begegnungen und geteilten Interessen zusammengesetzt ist. Um die Teilkirche als auch die Zugehörigkeit zu ihr und die Hingabe an sie wirklich zu verstehen und zu lieben, indem man ihr dient und sich für sie bis zur Hingabe des eigenen Lebens aufopfert, ist es notwendig, daß sich der geistliche Amtsträger immer mehr bewußt wird, daß die Gesamtkirche „eine jeder einzelnen Teilkirche ontologisch und zeitlich vorausliegende Wirklichkeit ist“ [63]. In der Tat bildet nicht die Summe der Teilkirchen die Gesamtkirche. Die Teilkirchen, in der Gesamtkirche und von ihr ausgehend, müssen immer für eine Wirklichkeit wahrer Gemeinschaft von Personen, Charismen und spiritueller Traditionen offen sein, ohne geographische, intellektuelle oder psychologische Grenzen [64]. Dem Priester muß wohl klar sein, daß die Kirche eine einzige ist! Die Universalität oder Katholizität muß von sich aus die Einzelheit erfüllen. Die tiefe, wahre und lebendige gemeinschaftliche Bindung mit dem Stuhl Petri bildet die Garantie und die notwendige Bedingung von all dem. Dieselbe begründete Aufnahme, Verbreitung und treue Anwendung der Dokumente des Papstes und der Dikasterien der römischen Kurie ist ein Ausdruck davon.

Wir haben das Wesen und das Handeln eines jeden Priesters schlechthin betrachtet. Nun gilt unsere Reflexion eingehender dem Priester in seinem Amt als Pfarrer.

 




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