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I.
So oft sich Gelegenheit geboten hat, haben
wir uns der Pflicht unseres erhabenen Amtes erinnert und auf dieses Gebiet die
Aufmerksamkeit nicht nur des Episkopates und des Klerus gelenkt, sondern auch
aller jener rechtschaffenen Menschen, denen das öffentliche Wohl am Herzen
liegt.
Schon in dem Rundschreiben Divini illius
Magistri haben wir darüber geklagt, daß "validissima eiusmodi ad
quidvis evulgandum subsidia, quae, si ad sana principia apte regantur,
erudititioni magnopere atque educationi prodesse queant, saepe - proh dolor -
provehendis vitiorum illicitis sordidisque quaestibus serviunt"1
(die gewaltigsten Propagandamittel dieser Art, die so sehr dem Unterricht und
der Erziehung nützen könnten, wenn sie nach den richtigen Grundsätzen angewandt
würden, oft - leider - dem Anreiz der Laster und schmutziger Leidenschaften
dienen).
Wir erinnern ferner an unsere Ausführungen
vor einer Vertretung der Internationalen Vereinigung der Filmpresse im Jahre
1934. Wir warfen damals einen Blick auf die außerordentlicke Bedeutung, die
diese Art von Schauspielen in unsern Tagen gewonnen hat, und auf den
weitreichenden Einfluß, den sie als Anreiz zum Guten oder zum Bösen ausüben.
Schließlich machten wir darauf aufmerksam, wie es notwendig sei, auf das
Filmwesen die höchste Norm anzuwenden, die das große Geschenk der Kunst
beherrschen und leiten soll, das Gesetz der Moral, wobei wir nicht immer an die
christliche Moral denken, sondern einfach an die natürliche gute Sitte.
Es hat eben die Kunst die wesentliche
Aufgabe, die aus ihrem eigenen Daseinsgrund schon hervorgeht, daß sie nämlich
eine Vervollkommnung des Menschen darstellt, der ein moralisches Wesen ist, daß
sie infolgedessen selber moralisch sein muß. Wir schlossen damals unter dem
lauten Beifall dieser auserlesenen Persönlichkeiten - noch erinnern wir uns an
sie mit herzlicher Freude - mit der Betonung der Notwendigkeit, den Film
moralisch zu machen, zu einem "Lehrer der Moral, zu einem Erzieher".
Und noch jüngst, im April des laufenden
Jahres, als wir eine Gruppe des in Rom tagenden Interniationalen Kongresses der
Filmpresse in einer Audienz willkommen hießen, haben wir von neuem die Schwere
dieses Problems betrachtet; mit warmen Worten haben wir alle, die guten Willens
sind, im Namen der Religion, aber auch im Namen des wahren moralischen und bürgerlichen
Wohles der Völker aufgefordert, all ihr Können, gerade auch das der Presse,
aufzubieten, damit die Filmkunst zu einem wertvollen Element der Belehrung und
der Erholung werde und nicht mehr zu einem der Zerstörung und des Untergangs
der Seelen.
Aber der Gegenstand ist von solcher
Bedeutung, nicht bloß seiner selbst wegen, sondern auch wegen der
Lebensbedingungen der heutigen Gesellschaft, daß wir es für notwendig erachten,
noch einmal darauf zurückzukommen. Und zwar soll das nicht bloß unter besonderen
Gesichtspunkten geschehen, wie bei den früheren Gelegenheiten, sondern mit
einem umfassenden Blick auf die Erfordernisse nicht nur in Euren Diözesen,
Ehrwürdige Brüder und Schwestern, sondern des ganzen Erdkreises.
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