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Stylianos G. Papadopoulos
Beitrag zur Theologie der Einheit

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  • 3. GLOSSEN ZU EINZELNEN PUNKTEN DES DEKRETS
    • c) Abschluß
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c) Abschluß 

Unter ähnlichen Voraussetzungen wie den oben dargelegten könnte man noch zu vielen Punkten des Ökumenismusdekretes Stellung nehmen. Ich möchte daher meine Ausführungen mit Hervorhebung des wertvollsten Gesichtspunktes, der in das Dekret Aufnahme gefunden hat, beschließen

Im Artikel II lesen wir: "Beim Vergleich der Lehren soll man nicht vergessen, daß es eine Rangordnung oder 'Hierarchie der Wahrheiten' innerhalb der katholischen Lehre gibt, je nach der verschiedenen Art ihres Zusammenhangs mit dem Fundament des christlichen Glaubens". Diese Initiative stellt einen positiven Riesenschritt der römisch-katholischen Kirche zur Schaffung eines Raumes des theologischen Erfahrungsaustausches dar<37>. Wir wollen aber hoffen, daß diese Empfehlung ein Zeichen des Wachstums des Leibes der römisch- katholischen Kirche und nicht nur einfache Kompromißbereitschaft den anderen Kirchen gegenüber ist, was ihre Bedeutung auf ein Minimum reduzieren würde

Von römisch-katholischer Seite ist diese "hierarchische" Sicht der Wahrheiten dieser Kirche vielleicht der für unsere Zeit beste Beitrag zur Sache der Einheit. Nur diese Aussage des Ökumenismusdekrets gibt praktisch und grundsätzlich dem Dialog eine Chance, obwohl das Dekret den großen Fehler begeht, die Bischöfe zur Wach- und Schließgesellschaft der Wahrheiten der Kirche zu machen, die Theologen "unter ihren Gliedern jedoch zu freien Diskutanten. Zweimal wird in dem Dekret mit Nachdruck hervorgehoben, daß die Theologen "unter der Aufsicht"<38> der bischöflichen Inhaber des Hirtenamtes zu wirken hätten, so als wären Theologie und Priestertum streng zu trennen. Freilich kennt unsere Zeit diesen Zwiespalt, er stellt jedoch eine Verfallserscheinung dar und muß um jeden Preis überwunden werden, wenn wir in Wahrheit um das Wachstum des Leibes der Kirche ringen. Die Hirten (Priester! Bischöfe) werden entweder selbst als Theologen Stellung nehmen oder nur die Polizeiaufsicht über den Erfahrungsaustausch der Theologen führen, die sie aber, wenn sie nicht selbst Theologen sind, aus Unverständnis mißverstehen müssen. Sind die Theologen als Glieder der Kirche mit den Bischöfen so verbunden, wie das der heilige Ignatius von Antiochien fordert, verlangen sie nach dem Segen und der Heiligung des Bischofs, den sie als Zeugen ihres Mühens um den Ausdruck des Lebens in Christus anrufen. Der Bischof kann nicht Schatzmeister der Wahrheiten des Glaubens sein, da diese Wahrheiten und unsere Überlieferung nur real gegenwärtig sind und nur als Gegenwart Bedeutung haben. Der Bischof wird diese Wahrheiten und die Überlieferung entweder in Präsenz leben, und dann ist er selbst Theologe oder wird Zeuge der Theologie, oder er lebt diese nicht und ist ein leerer Bischof ohne Profil und Format

 




37 Wir ziehen die Formulierung "theologischer Erfahrungsaustausch" dem heute im Übermaß von allen gebrauchten Begriff "Dialog" vor, da diese Formulierung die Heilstatsache des Lebens in Christo bezeichnet, während der Dialogbegriff nur das Gesprächsverhältnis von zwei Menschen zum Ausdruck bringt und in keiner Beziehung zur religiösen Wirklichkeit stehen muß. Es ist der Mühe wert und besonders notwendig, daß die Glieder der Kirchen ihre diesbezügliche Erfahrung austauschen, da die zwischenkirchlichen Beziehungen vielleicht bereits in die Sackgasse geraten sind. 



38 Art. 4, 9. 




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