Förderung
der Berufungspastoral
40.
Die unersetzliche Rolle des Priesters in der Gemeinde muß allen Kindern der
Kirche in Amerika die Bedeutung der Berufungspastoral ins Bewußtsein rufen. Der
amerikanische Kontinent zählt auf eine zahlenmäßig starke Jugend, die reich an
menschlichen und religiösen Werten ist. Deshalb muß den Lebensbereichen, in
denen die Berufungen zum Priestertum und zum Ordensleben entstehen, besondere
Beachtung geschenkt werden. Die christlichen Familien sollen eingeladen werden,
ihren Kindern zu helfen, wenn sie den Ruf vernehmen, diesen Weg zu gehen
131. In der Tat sind die Berufungen „ein
Geschenk Gottes“ und „entstehen innerhalb der Glaubensgemeinschaften, besonders
aber in den Familien und Pfarreien und in den katholischen Schulen und anderen
kirchlichen Organisationen. Den Bischöfen und Priestern obliegt die besondere
Verantwortung, solche Berufungen durch persönliche Einladung und hauptsächlich
durch das eigene zielgerichtete, frohe, enthusiastische und heiligmäßige
Lebenszeugnis zu fördern. Die Verantwortung, Priesterberufungen
hervorzubringen, obliegt dem ganzen Gottesvolk und erfährt seine höchste
Erfüllung im ständigen und demütigen Gebet um Berufungen“ 132.
In den
Seminaren, als den Orten der Aufnahme und Ausbildung der zum Priestertum
Berufenen, müssen die zukünftigen Diener der Kirche vorbereitet werden, damit
sie „in einer soliden Spiritualität
der Gemeinschaft mit Christus, dem Hirten, einer Spiritualität der
Hellhörigkeit für das Wirken des Heiligen Geistes leben, wodurch sie besonders
zur Unterscheidung der Erwartungen des Gottesvolkes und der verschiedenen
Charismen sowie zur gemeinsamen Arbeit befähigt werden“ 133. Deshalb muß in den Seminaren „besonders auf die spirituelle Unterweisung Wert gelegt
werden, so daß die Kandidaten sich durch ständige Umkehr, durch ihr Gebetsleben
und durch den Empfang der Sakramente der Eucharistie und der Buße auf die
Begegnung mit dem Herrn vorbereiten und sich für eine großzügige seelsorgliche
Hingabe stärken“ 134. Die für die
Ausbildung Verantwortlichen müssen dafür sorgen, daß die Seminaristen begleitet
und zur Reife angeleitet werden, die sie befähigt, den priesterlichen Zölibat
anzunehmen und mit ihren zum Priesteramt berufenen Brüdern in Gemeinschaft zu
leben. Es muß auch ihre Fähigkeit gefördert werden, die sie umgebende
Wirklichkeit kritisch zu beobachten um Werte von Gegenwerten unterscheiden zu
können, denn dies ist unerläßlich, um einen konstruktiven Dialog mit der Welt
von heute einzugehen.
Besondere
Aufmerksamkeit soll den Berufungen unter der einheimischen Bevölkerung
geschenkt werden, und es wäre gut, ihnen eine Ausbildung zukommen zu lassen,
die sie nicht ihrer eigenen Kultur entfremdet. Diese Priesteramtskandidaten
dürfen während ihrer theologischen und spirituellen Ausbildung die Wurzeln
ihrer eigenen Kultur nicht verlieren 135.
Die
Synodenväter wollten all denen danken und sie segnen, die sich in ihrem Leben
der Ausbildung der zukünftigen Priester in den Seminaren widmen. Deshalb haben
die Synodenväter die Bischöfe eingeladen, für diese Aufgabe ihre geeignetsten
Priester abzustellen, nachdem sie ihnen eine besondere Ausbildung haben
zukommen lassen, die sie zu einer solch anspruchsvollen Aufgabe befähigt
136.
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