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Johannes Paul II.
Ecclesia in America

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  • KAPITEL IV WEG ZUR GEMEINSCHAFT « Wie Du, Vater, in mir bist und ich in Dir bin, sollen auch sie in uns sein » (Joh 17, 21)
    • Die Herausforderungen für die christliche Familie
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Die Herausforderungen für die christliche Familie 

46. Gott, der Schöpfer hat den ersten Mann und die erste Frau nach seinem Abbild geschaffen und ihnen den Auftrag gegeben: „Seid fruchtbar und vermehrt euch“ (Gen 1,28), wodurch er die Familie gründete. In diesem Heiligtum entsteht das Leben und dort wird es auch als Gottesgeschenk angenommen. Wird das Wort Gottes innerhalb der Familie häufig gelesen, so verwandelt es die Familie nach und nach zur Hauskirche, und es macht sie reich an Menschlichkeit und christlichen Tugenden. Dort entspringt auch die Quelle der Berufungen. Das familiäre Gebetsleben vor einem Bild der Muttergottes wird bewirken, daß die Familie, wie die Jünger Jesu, immer um die Mutter vereint bleibt (vgl. Apg 1,14) 174 . Fast überall in Amerika wird die Institution Familie durch viele Gefahren bedroht, was für die Christen gleichzeitig eine Herausforderung darstellt. Zu erwähnen sind hier unter anderem die steigende Scheidungsrate, die Verbreitung der Abtreibung, des Kindermords und eine gegen die natürliche Empfängnis gerichtete Mentalität. Angesichts dieser Situation muß unterstrichen werden, „daß die Grundlage menschlichen Lebens die eheliche Beziehung zwischen Mann und Frau ist, die unter Christen ein Sakrament darstellt175

Daher muß dringend eine umfassende Katechese über das christliche Ideal der ehelichen Gemeinschaft und des Familienlebens betrieben werden, zu der auch die Spiritualität der Vaterschaft und der Mutterschaft gehört. Die Seelsorge muß der Rolle des Mannes als Gatte und Vater und der mit der Ehefrau zu teilenden Verantwortung für Ehe, Familie und Kindererziehung mehr Aufmerksamkeit schenken. Eine ernsthafte Unterweisung der Jugendlichen über die Ehe darf nicht unterlassen werden, wobei die katholische Lehre über dieses Sakrament unter theologischem, spirituellem und anthropologischem Aspekt mit aller Klarheit dargestellt werden muß. Auf einem Kontinent, der sich durch eine beachtenswerte demographische Entwicklung auszeichnet, wie es in Amerika der Fall ist, müssen die der Familie geltenden seelsorglichen Initiativen ständig zunehmen.

Damit die Familie wirklich eine „Hauskirche176 ist, ist sie berufen, die Umgebung zu bilden, in der die Eltern den Glauben weitergeben, und sie „sollen […] durch Wort und Beispiel für ihre Kinder die ersten Glaubensboten sein177. Auch darf in der Familie das Gebet nicht fehlen, in dem sich sowohl die Eheleute untereinander als auch mit ihren Kindern vereinen. Diesbezüglich sollen gemeinsame Zeiten des geistlichen Lebens gefördert werden, wie die Teilnahme an der Eucharistie an Feiertagen, der Empfang des Sakraments der Versöhnung, das tägliche Gebet innerhalb der Familie und konkrete Werke der Nächstenliebe. Auf diese Weise wird auch die eheliche Treue und die Familieneinheit gefestigt. In einem familiären Ambiente, das solche Wesenszüge trägt, wird es für die Kinder nicht schwierig sein, ihre Berufung für den Dienst in der Gemeinschaft und in der Kirche zu entdecken und besonders durch das Beispiel ihrer Eltern zu erfahren, daß das Familienleben ein Weg ist, die universale Berufung zur Heiligkeit zu verwirklichen 178




174 Propositio, 12.



175 Ebd.



176 Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, Über die Kirche, 11.



177 Ebd.



178 Vgl. Propositio, 12.






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