Die
Soziallehre der Kirche
54.
Angesichts der in Amerika bestehenden großen sozialen Probleme verschiedenster
Art weiß der Katholik, daß er in der kirchlichen Soziallehre die Antwort
findet, von der ausgehend man konkrete Lösungsmöglichkeiten suchen kann. Diese
Lehre zu verbreiten stellt also eine wahre seelsorgliche Priorität dar. Deshalb
ist es wichtig, „daß in Amerika die für die
Evangelisierung Zuständigen – also die Bischöfe,
Priester, Lehrer, Seelsorger etc. –
diesen Schatz der kirchlichen Soziallehre annehmen, sich durch ihn erleuchten
lassen und dadurch fähig werden, die heutige Realität genau zu analysieren und
Wege zu finden, um aktiv zu werden“
199. Diesbezüglich muß man die Ausbildung tatkräftiger Laien fördern,
die im Namen des Glaubens an Christus die Verwandlung der irdischen Realität in
Angriff nehmen. Außerdem ist es angebracht, das Studium dieser Lehre in allen
Bereichen der amerikanischen Teilkirchen zu fördern und zu unterstützen. Ganz
besonders gilt dies für den Bereich der Universitäten, damit sie einen noch
höheren Bekanntheitsgrad erreicht und in der amerikanischen Gesellschaft zur
Anwendung gelangt.
Um dieses Ziel
zu erreichen, wird es von Nutzen sein, ein Kompendium bzw. eine autorisierte
Zusammenfassung der katholischen Soziallehre zu veröffentlichen, was einer Art „Katechismus“
gleichkäme, der die Beziehung zwischen dieser Lehre und der Neuevangelisierung
darlegt. Der Teil, den der Katechismus der Katholischen Kirche dieser
Materie im Hinblick auf das siebente Gebot des Dekalogs widmet, könnte einen
Ausgangspunkt für diesen „Katechismus der
katholischen Soziallehre“ darstellen. Natürlich
würde sich dieses Werk, wie auch zuvor der Katechismus der Katholischen
Kirche, darauf beschränken, lediglich die allgemeinen Prinzipien zu
formulieren und es späteren Ausarbeitungen überlassen, jene Problembereiche zu
behandeln, die sich aus den verschiedenen Situationen vor Ort ergeben
200 .
In der
kirchlichen Soziallehre nimmt das Recht auf eine würdige Arbeit einen
besonderen Stellenwert ein. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit, in vielen
amerikanischen Ländern und angesichts der harten Bedingungen, denen nicht
wenige Arbeiter in Industrie und Landwirtschaft ausgesetzt sind, „ist es notwendig, die Arbeit als eine Dimension der
Selbstverwirklichung und der Würde der menschlichen Person zu bewerten. Es ist
die ethische Verantwortung einer organisierten Gesellschaft, eine Arbeitskultur
zu fördern und zu unterstützen“ 201.
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