Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek
Johannes Paul II.
Ecclesia in America

IntraText CT - Text

  • KAPITEL V WEG ZUR SOLIDARITÄT « Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt » (Joh 13, 35)
    • Zum Himmel schreiende soziale Sünden
zurück - vor

Hier klicken um die Links zu den Konkordanzen auszublenden

Zum Himmel schreiende soziale Sünden 

56. Im Lichte der kirchlichen Soziallehre nimmt man auch deutlicher die Schwere der „sozialen Sünden zur Kenntnis, die zum Himmel schreien, weil sie Gewalt erzeugen und den Frieden und die Harmonie zwischen den Gemeinschaften innerhalb eines Staates und zwischen den verschiedenen Ländern und Teilen des Kontinents zerstören205. Zu diesen Sünden sind auch „der Drogenhandel, die Geldwäsche, die Korruption in sämtlichen Bereichen, die Schrecken der Gewalt, die Aufrüstung, die Rassendiskriminierung, die Ungleichheit innerhalb der sozialen Schichten und die vernunftlose Zerstörung der Natur zu zählen206. Diese Sünden zeigen eine tiefe Krise auf, die wir dem verloren gegangenen Sinn für Gott und dem Abhandenkommen moralischer Grundsätze zu verdanken haben, welche eigentlich das Leben eines jeden Menschen bestimmen sollten. Ohne irgend einen moralischen Bezugspunkt verfällt der Mensch einem uneingeschränkten Drang nach Reichtum und Macht, welcher jegliche am Evangelium orientierte Sichtweise der sozialen Wirklichkeit verdunkelt

Nicht selten führt dies dazu, daß einige öffentliche Instanzen die soziale Situation vernachlässigen. In vielen amerikanischen Ländern herrscht immer mehr ein als „Neoliberalismusbekanntes System, das den Menschen lediglich unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet und Gewinn und Marktgesetze als absolute Maßstäbe setzt, was zu Lasten der Menschenwürde und der Achtung der Person und der Völker geht. Dieses besagte System verwandelt sich mitunter in eine ideologische Rechtfertigung von Einstellungen und Handlungsweisen im sozialen und politischen Bereich, welche die Schwächsten an den Rand drängen. In der Tat nimmt die Armut immer mehr zu. Die Armen sind die Opfer bestimmter politischer Richtungen und oftmals ungerechter Strukturen 207

Die beste Antwort durch das Evangelium auf diese dramatische Situation ist die Förderung der Solidarität und des Friedens, die die Gerechtigkeit effektiv verwirklichen. Deshalb soll auch jenen Zuspruch und Hilfe zukommen, die als beispielhaft in der Verwaltung der öffentlichen Gelder und der Gerechtigkeit gelten. Ebenso soll der Demokratisierungsprozeß unterstützt werden, der in Amerika im Gange ist 208, da in einer Demokratie die Kontrollmöglichkeiten zur Vermeidung von Mißbrauch größer sind. 

„Der Rechtsstaat ist die notwendige Bedingung zur Errichtung einer wahren Demokratie209. Damit diese sich entwickeln kann, bedarf es einer präzisen Unterweisung der Bürger sowie einer Förderung der öffentlichen Ordnung und des Friedens innerhalb des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Es gibt wirklich „keine echte und stabile Demokratie ohne soziale Gerechtigkeit. Daher ist es notwendig, daß die Kirche der Gewissensbildung mehr Aufmerksamkeit schenkt, Sozialarbeiter für das öffentliche Leben auf allen Ebenen ausbildet, die ethische Erziehung, die Befolgung des Gesetzes und der Menschenrechte fördert und sich noch mehr um die ethische Unterweisung der Politiker bemüht210




205 Ebd., 70.



206 Ebd.



207 Vgl. Ebd., 73.



208 Vgl. Ebd., 70.



209 Ebd., 72.



210 Ebd.






zurück - vor

Index | Wörter: alphabetisch - Frequenz - rückläufig - Länge - Statistik | Hilfe | IntraText-Bibliothek

Best viewed with any browser at 800x600 or 768x1024 on Tablet PC
IntraText® (V89) - Some rights reserved by EuloTech SRL - 1996-2007. Content in this page is licensed under a Creative Commons License