Das
Drogenproblem
61.
Hinsichtlich des schwerwiegenden Problems des Drogenhandels kann die Kirche in
Amerika effektiv mit den Verantwortlichen der Nationen, mit den Leitern von
Privatunternehmen, mit den nichtstaatlichen Organisationen und mit den
internationalen Instanzen zusammenarbeiten, um Projekte zu entwickeln, die
diesen Handel eliminieren, welcher die Integrität der Völker in Amerika bedroht
222. Diese Zusammenarbeit muß sich auf die gesetzgebenden Organe
ausweiten und, indem sie die Initiativen zur Verhinderung von „Geldwäsche“ unterstützen, sollen
sie die Kontrolle über die Güter derer fördern, die an diesem Handel beteiligt
sind. Auch sollen sie darüber wachen, daß die Produktion und der Handel mit
chemischen Substanzen zur Bearbeitung von Drogen nach legalen Normen abläuft.
Die Dringlichkeit und Schwere dieses Problems drängen zum Aufruf an die
verschiedenen Bereiche und Gruppen der zivilen Bevölkerung, den Drogenhandel
gemeinsam zu bekämpfen 223. Was speziell die Bischöfe anbelangt, so ist
es nach Auffassung der Synodenväter notwendig, daß sie selbst als Hirten des
Gottesvolkes mutig und mit allen Kräften Hedonismus, Materialismus und solche
Lebensweisen verwerfen, die den Griff zur Droge erleichtern 224.
Auch sollte man
sich vor Augen halten, daß in gleicher Weise den verarmten Bauern geholfen
werden muß, damit sie nicht in Versuchung kommen, durch den Anbau von Pflanzen
zur Drogengewinnung zu leichtem Geld zu kommen. Diesbezüglich können die
internationalen Organisationen den Regierungen der jeweiligen Länder wertvolle
Zusammenarbeit anbieten, indem sie in verschiedener Hinsicht
landwirtschaftliche Alternativproduktionen fördern. Auch müssen solche Leute
ermutigt werden, die sich bemühen, andere vom Drogenkonsum abzubringen, und
sich in pastoraler Fürsorge um drogenabhängige Opfer kümmern. Es ist von
grundlegender Bedeutung, den jungen Generationen den wahren „Sinn des Lebens“ zu
bieten, denn diese verfallen aufgrund dieses Sinnverlustes letzten Endes häufig
dieser perversen Rauschgiftspirale. Auch die Mühe um Wiederherstellung und um
soziale Rehabilitation kann eine wahre und wirkliche Aufgabe der Evangelisierung
sein 225.
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