Einheimische
Bevölkerungsgruppen und Amerikaner afrikanischer Herkunft
64.
Wenn die Kirche in Amerika, die dem Evangelium Christi treu ist, den Weg der
Solidarität zu gehen wünscht, muß sie auch in ganz besonderer Weise jene
ethnischen Bevölkerungsgruppen in Betracht ziehen, die heutzutage immer noch
Objekt ungerechter Diskriminierung sind. In der Tat ist jeglicher Versuch, die
einheimischen Bevölkerungsgruppen zu Randgruppen zu machen, in der Wurzel zu
ersticken. Das beinhaltet aber auch in erster Linie, daß man ihr Land und die
mit ihnen abgeschlossenen Verträge zu respektieren hat. Ebenso muß man sich
ihrer legitimen sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Bedürfnisse
annehmen. Wie könnte man etwa die Notwendigkeit der Versöhnung zwischen den
einheimischen Bevölkerungsgruppen und der Gesellschaft der jeweiligen Länder,
in denen sie jetzt leben, einfach vergessen?
An dieser
Stelle möchte ich daran erinnern, daß die Amerikaner afrikanischer Herkunft
auch heute noch in einigen Gegenden unter ethnischen Vorurteilen zu leiden
haben. Dies stellt ein wichtiges Hindernis für die Begegnung mit Christus dar.
Weil aber alle Menschen, gleich welcher Farbe und Rasse, von Gott und nach
seinem Abbild geschaffen sind, sollte man konkrete Programme fördern, bei denen
das gemeinsame Gebet nicht fehlen darf, Programme, die Völkerverständigung und
Völkerversöhnung fördern, indem sie Brücken der christlichen Nächstenliebe, des
Friedens und der Gerechtigkeit zwischen allen Menschen schlagen
234.
Um diese Ziele
zu erreichen, ist es unerläßlich, kompetente Seelsorger auszubilden, die im
Stande sind, die bereits legitim in Katechese und Liturgie „inkulturierten“
Methoden anzuwenden. Auch wird man eine genügende Anzahl an Seelsorgern
gewinnen, die ihre Aktivität innerhalb der einheimischen Bevölkerungsgruppen
entfalten, indem man die Priester- und Ordensberufungen unter ihnen fördert
235.
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