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Johannes Paul II.
Ecclesia in America

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  • KAPITEL V WEG ZUR SOLIDARITÄT « Daran werden alle erkennen, daß ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt » (Joh 13, 35)
    • Die Problematik der Einwanderer
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Die Problematik der Einwanderer 

65. Der amerikanische Kontinent hat in seiner Geschichte etliche Einwanderungsbewegungen erlebt, die eine große Anzahl von Männern und Frauen in die verschiedenen Landesteile gebracht haben mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Dieses Phänomen setzt sich auch heute noch fort und betrifft ganz konkret zahlreiche Personen und Familien, die aus den lateinamerikanischen Ländern des Kontinents kommen, sich in nördlichen Regionen niedergelassen haben und in einigen Fällen dort einen beträchtlichen Bevölkerungsanteil bilden. Sehr oft bringen sie ein kulturelles und religiöses Erbe mit, das sehr reich an bedeutenden christlichen Elementen ist. Die Kirche ist sich der aus dieser Situation entstandenen Probleme bewußt und bemüht sich, eine echte Seelsorge für diese Einwanderer zu entfalten, um so ihre Ansiedlung in den jeweiligen Gebieten zu fördern und gleichzeitig die Aufnahmebereitschaft seitens der dort bereits ansässigen Völkergruppen anzuregen in der Überzeugung, daß das jeweilige Sich-Öffnen dem anderen gegenüber eine Bereicherung für alle sein wird. 

Die kirchlichen Gemeinschaften sollten in diesem Phänomen einen besonderen Ruf sehen, die Brüderlichkeit im Geiste des Evangeliums als einen Wert zu leben, und sie sollten es gleichzeitig als eine Einladung betrachten, der eigenen Religiösität einen neuen Impuls zu verleihen, so daß auch die eigene Evangelisierungstätigkeit noch bewußter und entschiedener vonstatten geht. In diesem Sinne meinen die Synodenväter, daß „die Kirche in Amerika die wachsame Anwältin sein muß, die gegen alle ungerechten Beschränkungen das natürliche Recht einer jeden Person schützt, sich frei innerhalb des eigenen Landes und von einem Land zum anderen zu bewegen. Man muß auf die Rechte der Einwanderer und ihrer Familien ebenso achten wie darauf, daß ihre Menschenwürde gewahrt bleibt, was auch im Falle der illegalen Einwanderung gilt236

Hinsichtlich der Einwanderer bedarf es eines Geistes der Gastfreundschaft und Aufnahmebereitschaft, wodurch sie ermutigt werden, sich in das kirchliche Leben zu integrieren, ohne dabei ihre eigene Freiheit und ihre besondere kulturelle Identität aufgeben zu müssen. Hierfür ist es sehr wichtig, daß die Herkunftsdiözesen mit den Diözesen zusammenarbeiten, in denen sich die Einwanderer niedergelassen haben. Auch diesbezüglich ist innerhalb der durch Gesetzgebung vorgesehenen und in der kirchlichen Praxis üblichen spezifischen pastoralen Strukturen vorzugehen 237. Auf diese Weise wird eine möglichst adäquate und umfassende Seelsorge sichergestellt. Die ständige Sorge für eine wirksame Evangelisierung der Menschen, die erst vor kurzer Zeit eingereist sind und Christus noch nicht kennen, muß für die Kirche stets ein Impuls sein 238

 




236 Ebd. 20.



237 Vgl. Kongregation für die Bischöfe, Instruktion Nemo est (22. August 1969), 16, in: AAS 61 (1969) 621622; CIC, cc. 294 und 518; Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, c. 280 § 1.



238 Vgl. ebd.






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