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Johannes Paul II.
Ecclesia in America

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  • KAPITEL VI DIE SENDUNG DER KIRCHE  IN AMERIKA HEUTE: DIE NEUEVANGELISIERUNG « Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch » (Joh 20, 21)
    • Die Mission „ad gentes“
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Die Mission ad gentes 

74. Jesus Christus übertrug der Kirche die Mission, allen Völkern das Evangelium zu verkünden: „Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt 28,19-20). Das Bewußtsein, daß die der Kirche übertragene Mission, das Evangelium zu verkünden, universal ist, muß lebendig bleiben, wie es die Geschichte des Gottesvolkes, das in Amerika auf der Pilgerschaft ist, immer wieder unter Beweis gestellt hat. Die Evangelisierung wird noch dringender, wenn man an die vielen denkt, die auf diesem Kontinent leben und noch nie den Namen Jesu gehört haben. Ist es doch der einzige Name, der den Menschen um ihres Heiles willen gegeben wurde (vgl. Apg 4, 12). Und es ist beklagenswert, daß dieser Name einem Großteil der Menschheit auch in vielen Bereichen der amerikanischen Gesellschaft immer noch unbekannt ist. Man denke dabei nur an die einheimischen Bevölkerungsgruppen, die noch nicht christianisiert sind oder an die in Amerika existierenden nichtchristlichen Religionen, wie Islam, Buddhismus und Hinduismus, besonders seitens der Immigranten aus asiatischen Ländern

Dieser Umstand macht es der universalen Kirche, ganz besonders aber der amerikanischen Kirche, zur Pflicht, für die Missionad gentesoffen zu bleiben 288. Das Programm der Neuevangelisierung, das auch das Ziel vieler Pastoralprojekte ist, darf sich nicht darauf beschränken, lediglich den Glauben derer wiederzubeleben, die aus Routine glauben, sondern es muß darin auch der Versuch enthalten sein, Christus dort zu verkünden, wo er noch unbekannt ist. 

Außerdem sind die amerikanischen Teilkirchen auch dazu berufen, ihren Impuls der Evangelisierung über die Grenzen des Kontinents hinaus auszuweiten. Sie dürfen den immensen Reichtum ihres christlichen Kulturerbes nicht für sich allein behalten, sondern sie müssen es in die ganze Welt hinaus tragen und es denen mitteilen, die es noch nicht kennen. Es handelt sich hier um die vielen Millionen von Männern und Frauen, die ohne Glauben sind und daher die schlimmste Form von Armut erleiden. Angesichts dieser Armut wäre es falsch, eine Evangelisierung über die Grenzen des Kontinents hinaus nicht zu fördern mit dem Vorwand, daß es in Amerika selbst noch viel zu tun gibt oder in der Hoffnung, vorher noch eine Situation zu schaffen, die im Grunde genommen utopisch ist, nämlich die volle Verwirklichung der Kirche in Amerika.

Mit dem Wunsch, daß der amerikanische Kontinent gemäß seiner christlichen Vitalität an der großen Missionad gentesteilnehme, schließe ich mich den konkreten Vorschlägen der Synodenväter an, die sie im Hinblick auf „die Unterstützung und Förderung einer engeren Zusammenarbeit unter den Schwesterkirchenvorgelegt haben, nämlich Missionare innerhalb und über die Grenzen des Kontinents hinaus zu entsenden [Priester, Ordensleute und Laien], Missionseinrichtungen zu stärken oder überhaupt zu schaffen, die missionarische Dimension des geweihten und kontemplativen Lebens zu fördern und der Belebung der Mission sowie der missionarischen Ausbildung und der Organisation der Mission einen neuen Impuls zu verleihen289. Ich bin sicher, daß der seelsorgliche Eifer der Bischöfe und der übrigen Kinder der Kirche in ganz Amerika neue konkrete Initiativen hervorbringen wird, die sich auch auf die internationale Ebene ausweiten und durch ihre Dynamik und Kreativität die Umsetzung dieser missionarischen Vorhaben in die Tat mit sich bringen werden. 




288 Vgl. ebd., 66.



289 Ebd.






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